Polizei Mannheim

Kriminalität auf höchstem Stand seit zehn Jahren

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Bei einer Razzia in der Mittelstraße im Februar 2016 war die Polizei mit einem Großaufegbot im Einsatz.

Mannheim - Im Jahr 2015 sind in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis so viele Straftaten verübt worden, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die aktuellen Zahlen:

Mit der Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2015 könne man nicht zufrieden sein, konstatiert Polizeipräsident Thomas Köber, Leiter des Polizeipräsidiums Mannheim:

Sie ist in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zusammen um 8,6 Prozent gestiegen und damit mit insgesamt 74.190 Straftaten (2014: 68.333) auf dem höchsten Stand der letzten zehn Jahre.“ 2014 verzeichnete das Polizeipräsidium Mannheim noch 68.333 Delikte.

Besonders die deutlich gestiegenen Fallzahlen bei Taschendiebstählen und Raubdelikten ärgern Köber: „Der Kriminalitätsanstieg stört mich massiv, insbesondere in einzelnen Deliktsfeldern, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung im öffentlichen Raum stark beeinträchtigen.

Kriminalstatistik im Überblick  

Insgesamt verzeichnet die Polizei einen Anstieg der erfassten Kriminalität auf 34.943 Straftaten in Mannheim (+3.240 Delikte, +10,2 %), 15.194 in Heidelberg (+2.109, +16,1%) und 24.053 Delikte im Rhein-Neckar-Kreis (+508, +2,2%).

Polizeipräsident Köber stellt die neue Kriminalstatistik vor (Archivfoto).

Die Aufklärungsquote konnte auf 56 Prozent gesteigert werden, „einen Spitzenwert der letzten Jahre“, so Köber. Allerdings belegt das Polizeipräsidium Mannheim damit im Baden-Württemberg-Vergleich den letzten Platz. Landesweit beträgt die Aufklärungsquote im Schnitt 60 Prozent.

Die Kriminalitätsbelastung in der Metropolregion ist gestiegen: Auf 100.000 Einwohner zählten die Beamten in Mannheim 11.654, in Heidelberg 9.821 und im Rhein-Neckar-Kreis 4.380 Straftaten. Damit liegt Mannheim im Negativ-Ranking der baden-württembergischen Städte über 100.000 Einwohner nach Freiburg und vor Karlsruhe auf dem zweiten Platz. Heidelberg rangiert auf Platz 5. 

Deutlicher Anstieg bei Straßen- und Gewaltkriminalität   

Nach dem Abwärtstrend der letzten Jahre hat sich die Straßenkriminalität bei durchschnittlich 16.000 Delikten eingependelt. In Mannheim ergibt sich ein Anstieg um 12,7 Prozent, in Heidelberg um 10,8 Prozent. Im Rhein-Neckar-Kreis gingen die Fallzahlen indes um 5 Prozent zurück.    

Besonders Raubdelikte (+33,7 %) und Taschendiebstähle (+44,9 %) haben im vergangenen Jahr zugenommen. Überproportional betroffen waren die Mannheimer Innenstadt und die Heidelberger Stadteile Altstadt, Bergheim und Weststadt. Vorwiegend junge Täter nutzten laut Polizei die „günstige Gelegenheiten aus, um zum Teil stark alkoholisierte, ebenfalls junge Opfer auf ihrem Nachhauseweg auszurauben.“ Erbeutet wurden dabei vornehmlich Smartphones und Bargeld.

Bei Gewaltdelikten kam es zu einem Anstieg um 277 Fälle (+14,4 %) auf 2.195 Taten. Besonders prägnant ist die Steigerungsrate von fast 60 Prozent auf 471 Fälle in Heidelberg. Bei den 2.091 Tatverdächtigen ermittelten die Beamte 45,9 Prozent „Nichtdeutsche“ und 12,8 Asylbewerber/Flüchtlinge.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Körperverletzung: Seit Jahren steigt die Aggression gegenüber Polizeibeamten. In den meisten der 382 Übergriffe ließ zum Teil erheblicher Alkoholkonsum die Hemmschwelle stark sinken. 

Die Zunahme von 18,6 Prozent in diesem Bereich liegt damit deutlich über dem Zuwachs von 4,3 Prozent auf Landesebene. Die Polizei will diesem Phänomen weiterhin mit Einsatztraining, Kommunikationsstrategien und konsequenter Ahndung wirksam begegnen.

Rückgang bei Wohnungseinbrüchen

Siegfried Kollmar, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg freut sich besonders über den Rückgang bei Wohnungseinbrüchen: 2015 verzeichnete die Kripo 1.492 Einbrüche und Einbruchsversuche, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. 

In Heidelbergs Stadtteilen Pfaffengrund, Handschuhsheim und Neuenheim konnten die Fallzahlen um 46,5 Prozent fast halbiert werden. Auch die Aufklärungsquote lag in Heidelberg mit 38 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zu diesem Ergebnis trugen auch mehrere Großverfahren gegen äußerst mobile und europaweit agierende georgische und albanische Einbrecherbanden bei.

pol/rmx

Quelle: Mannheim24

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