Warum feiern wir eigentlich Sankt Martin?

„Ich geh‘ mit meiner Laterne...“ Hier kannst Du mit Deinen Kindern auf den Martinsumzug

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Lichter in der Dunkelheit: Kinder ziehen beim Martinszug mit ihren Laternen durch die Straßen.

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen - Die dunkle Jahreszeit ist wieder da – am 11. November wird es aber dennoch ganz hell in den Straßen der Metropolregion – dann ziehen wieder Tausende Kinder mit ihren Laternen durch die Stadt und feiern Sankt Martin.

Ich geh‘ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“ – tausendfach stimmen Kinder am Sonntag, 11. November 2018, zu Sankt Martin wieder diese eingängigen Zeilen an und singen die restlichen Strophen in die Dunkelheit, wenn sie mit ihren Laternen im Entenmarsch durch die Straßen der Metropolregion Rhein-Neckar ziehen. Häufig werden sie dabei von einem römischen Soldaten mit einem roten Mantel angeführt: dem Heiligen Martin von Tours

Doch wer war eigentlich Sankt Martin und warum feiern wir am 11. November mit unseren Kindern den Martinstag samt Laternen-Umzug und Martinsgans? Die wichtigsten Fakten und Bräuche rund um den beliebten Martinstag und wann die Martinsumzüge in den Städten und Stadtteilen von Heidelberg und Mannheim stattfinden:

Wann wird Sankt Martin gefeiert?

Gestorben ist der Heilige Martin im Jahr 397 zwar schon am 8. November, gedacht wird seiner allerdings erst drei Tage später. Denn am 11. November wurde der Bischof im französischen Tours beigesetzt. Brauchtumsexperte Ritter vermutet, dass sich jener Tag schon im Frühmittelalter als Martinstag etabliert hat. Mit zahlreichen Bräuchen ehrt man den Heiligen am 11. November. „Einige Martinsbräuche stammen nachweisbar aus dem 16. oder 17. Jahrhundert“, sagt Ritter. Für ihn steht fest: „Sankt Martin ist neben dem Nikolaus die interessanteste Brauchtumsfigur, die wir kennen.“ 

Sankt Martin: Martinsumzüge in Heidelberg

Alle Jahre wieder... 

Auch in diesem Jahr ziehen im November wieder unzählige Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen durch die Straßen von Heidelberg. Wie immer findet der zentrale Martinsumzug auch diesmal in der Altstadt statt. Los geht‘s um 17 Uhr in der St.-Anna-Gasse – danach geht‘s über die Hauptstraße hin zum Kornmarkt. Dort gibt es dann wieder eine Aufführung über die Geschichte von Sankt Martin. Für die passende musikalische Unterhaltung sorgen die Heidelberger Blasmusikanten vom Musikverein Pfaffengrund.

Neben dem zentralen Umzug in der Altstadt finden vom 3. November bis zum 18. November 2018 zahlreiche weitere Laternenumzüge in den Heidelberger Stadtteilen statt, die von den jeweiligen Stadtteilvereinen und Kirchengemeinden organisiert werden. Natürlich reiten auch in diesem Jahr wieder viele als Sankt Martin verkleidete Freiwillige den Martinszügen voran.

Hier finden die Martinsumzüge in den einzelnen Stadtteilen statt:

  • Martinsumzug Altstadt: Sonntag, 11. November, 17 Uhr, Sankt-Anna-Gasse
  • Martinsumzug Bahnstadt: Mittwoch, 7. November, 17.30 Uhr, Schwetzinger Terrasse
  • Martinsumzug Bergheim: Freitag, 9. November, 17 Uhr, Schulhof Wilckensschule (Kirchstraße)
  • Martinsumzug Boxberg: Samstag, 10. November, 17 Uhr, Buchwaldweg (vor der katholischen Kirche)
  • Martinsumzug Emmertsgrund: Sonntag, 11. November, 18 Uhr, Otto-Hahn-Straße 19
  • Martinsumzug Handschuhsheim: Sonntag, 11. November, 17.45 Uhr, Handschuhsheimer Landstraße/Kapellenweg
  • Martinsumzug Kirchheim: Sonntag, 11. November, 16.30 Uhr, Kurpfalzschule (Schäfergasse) und Geschwister-Scholl-Schule (Königsberger Straße)
  • Martinsumzug Neuenheim: Samstag, 10. November, 17 Uhr, St.-Raphael-Kirche (Werderstraße)
  • Martinsumzug Pfaffengrund: Donnerstag, 8. November, 17 Uhr, Obere Rödt (vor dem Schulhof)
  • Martinsumzug Rohrbach: Sonntag, 11. November, 17.30 Uhr, Im Helaweg 30
  • Martinsumzug Schlierbach: Samstag, 10. November, 17 Uhr, evangelischer Kindergarten (Am Gutleuthofweg)
  • Martinsumzug Südstadt: Montag, 12. November, 17.30 Uhr, Kirche St. Michael (Kirschgartenstraße)
  • Martinsumzug Weststadt: Samstag, 3. November, 17 Uhr, Wilhelmsplatz (Bonifatiuskirche)
  • Martinsumzug Wieblingen: Samstag, 10. November, 17 Uhr, Fröbelschule (Wallstraße)
  • Martinsumzug Ziegelhausen: Sonntag, 18. November, 17.15 Uhr, Bushaltestelle „Peterstaler Straße“

Bus- und Bahnumleitungen während der Martinsumzuge in Heidelberg

Umleitung der Linie 35 am Dienstag (6. November)

Am Dienstag werden die Busse der Linie 35 aufgrund des Umzugs in Neckargemünd in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet: In Fahrtrichtung Neckargemünd wird die Linie 35 ab etwa 18 bis 19:45 Uhr zwischen den Haltestellen Schützenhausbrücke und Herrenweg umgeleitet. Die Haltestellen Hanfmarkt, Neckargemünd Altes Rathaus, Stadttor, Friedrich-Ebert-Straße und Dreikreuzweg können nicht bedient werden. Ab der Haltestelle Herrenweg geht es weiter auf dem regulären Linienweg bis zur Haltestelle Bildungszentrum. In Fahrtrichtung Heidelberg-Wieblingen fahren die Busse der Linie 35 ab etwa 17:45 bis 19:45 Uhr eine Umleitung zwischen den Haltestellen Eichendorffstraße und Schützenhausbrücke. Die Haltestellen Friedrich-Ebert-Straße, Stadttor, Letzter Heller und Hanfmarkt entfallen. Ab der Haltestelle Schützenhausbrücke verkehren die Busse wieder auf dem regulären Linienweg.

Umleitung der Linie 33 am Sonntag (11. November)

Wegen des Martinsumzugs im Heidelberger Stadtteil Kirchheim am Sonntag werden die Busse der Linie 33 in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Haltestellen Obere Seegasse und Pleikartsförster Straße von circa 15:50 und 18:20 Uhr umgeleitet. An der Haltestelle Kirchheimer Straße werden Ersatzhaltestellen am Fahrbahnrand bedient. Die Haltestellen Alfred-Jost-Straße und Matilde-Vogt-Haus können nicht bedient werden und entfallen im genannten Zeitraum.

Sankt Martin: Martinsumzüge in Mannheim

Martinsumzug Gartenstadt

Eines der traditionell größten Martinsfeste Mannheims findet auch in diesem Jahr wieder am 11. November um 17 Uhr auf der Freilichtbühne (Kirchwaldstraße 10) in der Gartenstadt statt. Darsteller der Freilichtbühne spielen die Geschichte vom heiligen Sankt Martin, danach werden zur Einstimmung Laternenlieder gesungen. Danach bewegt sich der Martinszug durch die Kirchwaldstraße Richtung Waldpforte, von dort geht es über die Karlsternstraße, Walkürenstraße, Staudenweg und Donarstraße zum Abenteuerspielplatz in der Waldpforte 65.

Begleitet werden die Kinder und ihre Eltern von einem als Sankt Martin verkleideten Reiter, Musiker des Blasorchester Blau-Weiß sorgen dabei für die passende musikalische Untermalung. Auf dem Abenteuerspielplatz wird dann das große Martinsfeuer entzündet. Die Kinder dürfen sich über kostenlosen waren Orangensaft freuen, außerdem werden Glühwein und Würstchen verkauft.

Martinsumzug Luisenpark & Martinsumzug Herzogenriedpark

Auch in den beiden Stadtparks kommen Laternen- und Liederfans voll auf ihre Kosten. Während im Luisenpark am 11. November ab 17:30 Uhr dem Heiligen Martin mit einer Lichterprozession, bei dem kleine und große Laternenträger von dem barmherzigen Soldaten hoch zu Ross angeführt werden, gedacht wird, findet bereits am 9. November um 16:30 Uhr im Herzogenriedpark ein Martinsspiel mit anschließendem Laternenumzug statt. 

Martinsumzug in der Innenstadt Mannheim

Eine der größten Martinsfeiern im Mannheimer Stadtgebiet findet am Montag, 12. November, um 17 Uhr in der Mannheimer Jesuitenkirche (Innenstadt) statt. Mit Laternen und dem berühmten Heiligen hoch zu Ross geht es anschließend durch die Quadrate von der Jesuitenkirche zur Jungbuschhalle PlusX.

Martinsumzug in Mannheim-Käfertal

Um 17 Uhr ist in Käfertal am 11. November auf dem Kirchplatz vor der katholischen St. Laurentius-Kirche Treffpunkt für den Laternenumzug, der nach einem Marsch durch den Stadtteil wieder am Startpunkt mit einem Martinsspiel endet. 

Martinsumzug in Mannheim-Blumenau

Familien sind am Sonntag, 11. November, ebenfalls um 17 Uhr in der evangelischen Jonakirche (Mannnheim-Blumenau) zur Andacht mit Martinsumzug eingeladen.

Martinsumzug in Mannheim-Neckarstadt

In der Neckarstadt stimmen Martinslieder und die Geschichte um Martins Mantelteilung am Tag des Heiligen um 17 Uhr im Gemeindesaal der St. Bonifatius-Kirche ein. Das Licht der Nächstenliebe tragen die Mitfeiernden mit ihren Laternen anschließend durch die Gemeinde.

Martinsumzug in Mannheim-Sandhofen

An der evangelischen Dreifaltigkeitskirche (Sandhofen) nimmt um 18 Uhr der Martinszug seinen Anfang, der mit einer Andacht zu St. Martin am Adler endet. 

Martinsumzug in Mannheim-Lindenhof

Und am Freitag, 16. November, findet für die Kleinsten in der evangelischen Johanniskirche (Lindenhof) um 16 Uhr noch ein Krabbelgottesdienst unter dem Motto „Sankt Martin, Sankt Martin“ statt.

Ebenfalls am Sonntag (11. November) findet im Stadtteil Lindenhof der traditionelle Martinsumzug der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof im Lanzpark statt. Ab 16:30 Uhr dürfen sich Kinder auf leckere Brezeln und Kinderpunsch, die Erwachsenen auf Gulaschsuppe und Glühwein freuen, ehe um 17 Uhr ein Krippenspiel von Kindern des Kindergartens St. Joseph vorgetragen. Im Anschluss geht es dann mit den Laternen durch den Park, danach trifft man sich am Martinsfeuer in der Mitte.

Hinweis: Bei den aufgeführten Umzügen handelt es sich lediglich um die größten Sankt-Martinsveranstaltungen. Zahlreiche Martinsfeste werden durch Vereine, Ortsgemeinden oder auch Kindergärten/Kitas und Schulen veranstaltet. Deswegen sollten sich Eltern, die in dem Stadtteil/Bezirk, in dem sie wohnen, mit ihren Kindern auf einen Laternenzug möchten, direkt bei der Bildungs- und Erziehungsstätte informieren, die ihre Kids besuchen.

Gottesdienste zu Sankt Martin in Mannheim

  • Am Martinstag (11. November) wird um 10 Uhr in der Petruskirche (Wallstadt) ein Gottesdienst zum Martinstag mit Taufen gefeiert. 
  • Um 11 Uhr findet in der katholischen Kirche St. Hildegard (Käfertal) ein Familiengottesdienst mitgestaltet vom Kindergarten der Pfarrei statt. 
  • Ebenfalls um 11 Uhr lädt die Johanniskirche (Lindenhof) zu einem Mittagsgottesdienst zu St. Martin für Groß und Klein ein, den Pfarrerin Susanne Komorowski gemeinsam mit den Konfi3-Kindern gestaltet. 
  • Den Tag ihres Namenspatrons begeht die Katholische Kirchengemeinde St. Martin in St. Aegidius (Seckenheim) um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst.
  • Einen ökumenischen Familiengottesdienst feiert der katholische Pfarrer Martin Wetzel mit seinen evangelischen Pendants Pfarrerin Regina Bauer und Pfarrer Tobias Hanel am 11. November um 16 Uhr in der Matthäuskirche (Neckarau) mit anschließendem Martinsumzug ab dem Bebelpark.

Weitere Termine für Martinsumzüge in der Metropolregion Rhein-Neckar:

Wer war Sankt Martin? Die Geschichte des Heiligen

Der Heilige Martin von Tours kam im Jahr 316 nach Christus im heutigen Ungarn zur Welt. Im Alter von gerade einmal 15 Jahren schloss er sich dem römischen Heer an. Während seiner Dienstzeit in Frankreich (damals hieß es noch Gallien) kam es an einem bitterkalten Wintertag im Jahr 334 vor dem Stadttor von Amiens zu einer Begegnung mit einem Bettler. 

Der arme Mann bat den römischen Soldaten um eine Gabe. Martin hatte Mitleid mit dem Bettler, dem niemand half. Kurz entschlossen durchtrennte er mit seinem Schwert seinen Mantel in zwei Teile und gab dem Bettler einen davon. In der folgenden Nacht erschien ihm der Überlieferung zufolge Christus im Traum und gab sich als der frierende Bettler zu erkennen, dem er die Hälfte seines Mantels geschenkt hatte.

Martin ließ sich taufen, wurde Schüler des Bischofs Hilarius von Poitiers, gründete ein Kloster und wurde zehn Jahre später gegen seinen Willen zum Bischof von Tours gewählt. Die Legende besagt, dass er sich in einem Gänsestall versteckt hatte, um sich dem Bischofsamt zu entziehen, jedoch von den Gänsen durch ihr Geschnatter verraten wurde. Die heute so beliebte Martinsgans ist ein Symbol für diesen Teil der Martinsgeschichte. 

Als Bischof kümmerte sich Martin vor allem um die Missionierung im damals noch in weiten Teilen heidnischen Europa und gründete zahlreiche Pfarreien und Klöster. Statt in einer Residenz lebte er in einer Klosterzelle.

Martin von Tours starb im Alter von 81 Jahren eines natürlichen Todes und wurde am 11. November 397 in Tours unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt  – wenig später folgte seine Heiligsprechung. Sankt Martin nimmt in der Kirchengeschichte auch deshalb eine besondere Stellung ein, weil er nicht wegen seines Todes als Märtyrer heiliggesprochen wurde, sondern weil er ein sittliches Leben führte und vielen Menschen durch seine Nächstenliebe und seine Barmherzigkeit half.

Brauchtumsexperte: Sankt Martin hat das christliche Ideal verkörpert

Anders als viele Bischöfe ist Martin dem Prunk, den das Amt mit sich bringt, nicht erlegen“, sagt Michael Ritter, Brauchtumsexperte des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. „Er lebte ein vorbildlich asketisches Leben.“ Deshalb und wegen seines Einsatzes für die Armen habe ihn das Volk derart verehrt, erklärt Ritter: „Martin von Tours hat das christliche Ideal verkörpert.

Sankt Martin: Nationalheiliger und Schutzpatron

König Chlodwig I. erhob Martin von Tours posthum zum Nationalheiligen und zum Schutzpatron des fränkisch-merowingischen Volkes. Aufgrund der Größe des damaligen Frankenreichs verbreitete sich der Brauch der Martins-Verehrung schon früh in weiten Teilen Mitteleuropas, erzählt Ritter. Sankt Martin ist unter anderem der Schutzpatron der Reisenden, Armen, Bettler und Reiter.

Die Geschichte von Sankt Martin

Warum gibt es an Sankt Martin ein Martinsfeuer?

Zu den ältesten Bräuchen an Sankt Martin zählt das Martinsfeuer. Dass eben jenes allerdings auf vorchristliche Feuerbräuche der Germanen zurückzuführen ist, hält Michael Ritter für reine Spekulation. „Einen nachweislichen Hintergrund gibt es nicht.

Für den Brauchtumsexperten steht das Martinsfeuer eher in Verbindung mit einer Bibel-Stelle aus dem Neuen Testament: Dem Gleichnis vom Licht unter dem Scheffel. Dies besagt, man solle sein Licht, gemeint ist wohl der Glaube, nicht verstecken, sondern in die Welt hinaustragen.

Sankt Martin: Warum gibt es eine Martinsgans?

Die wohl kurioseste Legende rankt sich um den Ursprung der Martinsgans, die am 11. November traditionell zu Sankt Martin gegessen wird. Demnach hat sich der Heilige Martin in einem Gänsestall versteckt, als er davon erfuhr, dass er zum Bischof ernannt werden soll. Er erachtete sich schlicht als nicht würdig. Jedoch schnatterten die Gänse dermaßen laut, dass er entdeckt und anschließend zum Bischof geweiht wurde.

Brauchtumsexperte Ritter gibt sich da pragmatisch. Er sieht den Zusammenhang Sankt Martin/Gans eher darin begründet, dass bis Anfang des 20. Jahrhunderts am 11. November die voradventliche Fastenzeit begann und Gänse zu dieser Jahreszeit „die optimale Schlachtreife“ aufwiesen. Ritter sagt: „Die Leute haben es sich noch einmal richtig gut gehen lassen. Die Gänse haben sich angeboten, um üppig und fettig zu schmausen.

Eine weitere Erklärung der Martinsgang: Zum alljährlichen Pachtzins lieferten früher die Bauern ihren kirchlichen und weltlichen Pachtherren auch fette Gänse. Mit dem Martinstag war stets der Abschluss der Feldarbeiten verbunden. Dies feierten die Bauern mit ihrem Gesinde mit einem Schlachtfest. Zur Martinsgans gab’s auch den noch jungen Martiniwein.

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Debatte um ;„Laternenfeste“: Wer kennt eigentlich noch St. Martin?

Warum gibt es an Sankt Martin einen Laternenumzug?

Passend dazu tragen die Teilnehmer der Martinsumzüge allesamt Lichter in Form von Laternen oder Fackeln vor sich her. Die Umzüge wiederum gehen laut Ritter zurück auf alte Bräuche, bei denen Kinder und Bedürftige von Haus zu Haus zogen und um Gaben baten. Damals konnten die Schenkenden, so wie der Heilige Martin dem Bettler in Amiens, ihre Nächstenliebe beweisen.

Heute sind die Umzüge durch die Dunkelheit zu Sankt Martin eher ein Erlebnis für die Kinder. Vielerorts wird jedoch Geld für gemeinnützige Zwecke gesammelt. Brauchtumsexperte Ritter sagt: „Eine sehr schöne Idee. So bleibt der Gedanke, Bedürftigen zu helfen, erhalten.

Impressionen: So schön waren die Martinsumzüge in den vergangenen Jahren in der Metropolregion

Sankt Martinsumzug in Heidelberg

Sankt-Martins-Umzug im Herzogenriedpark

Der St. Martinsumzug in Plankstadt

Der St. Martinsumzug in Ketsch

Der St. Martinsumzug in Brühl

Sankt Martin: Warum gibt es eine Martinsgans?

Die wohl kurioseste Legende rankt sich um den Ursprung der Martinsgans, die am 11. November traditionell zu Sankt Martin gegessen wird. Demnach hat sich der Heilige Martin in einem Gänsestall versteckt, als er davon erfuhr, dass er zum Bischof ernannt werden soll. Er erachtete sich schlicht als nicht würdig. Jedoch schnatterten die Gänse dermaßen laut, dass er entdeckt und anschließend zum Bischof geweiht wurde.

Brauchtumsexperte Ritter gibt sich da pragmatisch. Er sieht den Zusammenhang Sankt Martin/Gans eher darin begründet, dass bis Anfang des 20. Jahrhunderts am 11. November die voradventliche Fastenzeit begann und Gänse zu dieser Jahreszeit „die optimale Schlachtreife“ aufwiesen. Ritter sagt: „Die Leute haben es sich noch einmal richtig gut gehen lassen. Die Gänse haben sich angeboten, um üppig und fettig zu schmausen.

Eine weitere Erklärung der Martinsgang: Zum alljährlichen Pachtzins lieferten früher die Bauern ihren kirchlichen und weltlichen Pachtherren auch fette Gänse. Mit dem Martinstag war stets der Abschluss der Feldarbeiten verbunden. Dies feierten die Bauern mit ihrem Gesinde mit einem Schlachtfest. Zur Martinsgans gab’s auch den noch jungen Martiniwein.

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Lieder zu Sankt Martin

Früher erinnerten die Kinder bei den Umzügen zu Sankt Martin mit ihren Liedern und Versen an die Barmherzigkeit des Heiligen und wollten somit die potenziell Schenkenden animieren. Auch heute nehmen die Lieder beim Martinssingen noch Bezug auf den Schutzpatron der Armen, immer häufiger werden jedoch auch weltliche Lieder gesungen wie „Ich geh’ mit meiner Laterne“. Der Klassiker zum Laternenumzug bleibt aber immer noch das Lied „Sankt Martin“.

Sankt Martin - Kinderlied zum Mitsingen

Und wer kann sie nicht mitsingen – die Klassiker „Ich geh‘ mit meiner Laterne“ oder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Doch nach „Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ ist meistens Schluss... Daher hier als Service von uns die Texte – zum Ausdrucken oder Ablesen:

Liedtext zu „Ich geh' mit meiner Laterne“

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Ein Lichtermeer zu Martins Ehr, Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Ein Lichtermeer zu Martins Ehr, Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Der Martinsmann, der zieht voran. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Der Martinsmann, der zieht voran. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Wie schön das klingt, wenn jeder singt. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Wie schön das klingt, wenn jeder singt. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Ein Kuchenduft liegt in der Luft. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Ein Kuchenduft liegt in der Luft. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Beschenkt uns heut, Ihr lieben Leut. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Beschenkt uns heut, Ihr lieben Leut. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Mein Licht ist schön, könnt Ihr es sehn. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Mein Licht ist schön, könnt Ihr es sehn. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Ich trag mein Licht und fürcht mich nicht. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Ich trag mein Licht und fürcht mich nicht. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

Liedtext zu „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne. Brenne auf, mein Licht, brenne auf, mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht!

Laterne, Laterne Sonne, Mond und Sterne. Wenn es dunkel ist, wenn es dunkel ist, ja dann seht ihr erst wie schön das ist.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne. Geh nicht aus mein Licht, geh nicht aus mein Licht denn ich will es sehn, dein Angesicht.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne Und die Winde wehn, und die Winde wehn, lasst uns weiter, weiter, weiter gehn.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne. Bleibe hell, mein Licht, bleibe hell, mein Licht, denn sonst strahlt meine liebe Laterne nicht!

Liedtext zu „Sankt Martin“

„Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind. Sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut. Sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee, da saß ein armer Mann, hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an. Oh, helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bittre Frost mein Tod.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zog die Zügel an. Sein Ross stand still beim armen Mann. Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gab den halben still, der Bettler rasch ihm danken will. Sankt Martin aber ritt in Eil hinweg mit seinem Mantelteil.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin legt sich müd' zur Ruh. Da tritt im Traum der Herr dazu. Er trägt des Mantels Stück als Kleid, sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin sieht ihn staunend an, der Herr zeigt ihm die Wege an. Er führt in seine Kirch' ihn ein, und Martin will sein Jünger sein.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin wurde Priester gar und diente fromm an dem Altar. Das ziert ihn wohl bis an das Grab, zuletzt trug er den Bischofsstab.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin, o du Gottesmann, nun höre unser Flehen an: O bitt' für uns in dieser Zeit und führe uns zur Seligkeit.

rob

Quelle: Mannheim24