1. Heidelberg24
  2. Region

Mannheim/Heidelberg: Trauerflor, Halbmast und Glocken – So gedenkt Region heute der Corona-Toten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Kiefer

Mannheim/Heidelberg - Deutschland betrauert 80.000 Corona-Opfer. So drücken Städte in Rhein-Neckar anlässlich der Gedenkfeier am Sonntag (18. April) in Berlin ihre Anteilnahme aus:

Auf Anregung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65) gedenken die Deutschen am heutigen Sonntag (18. April) den rund 80.000 Menschen, die dem tückischen Coronavirus seit Beginn der Pandemie zum Opfer gefallen sind. In Berlin findet deshalb im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche eine zentrale Gedenkfeier des Staates statt.

In Heidelberg wird am Sonntag in den Gottesdiensten der katholischen und evangelischen Gemeinden im Rahmen der Fürbitten für die Toten der Coronazeit und ihre Angehörige gebetet. In das Gebet werden auch alle von der seit mehr als einem Jahr andauernden Pandemie betroffenen Menschen eingeschlossen, insbesondere diejenigen, die durch ihren Einsatz den Betroffenen helfen und die Ausbreitung der Pandemie eindämmen.

Im Herz der Heidelberger Altstadt thront die Heiliggeistkirche.
Im Herz der Heidelberger Altstadt thront die Heiliggeistkirche. © HEIDELBERG24/Sascha Kraft

Um 11 Uhr findet in der Heiliggeistkirche ein zentraler Gedenkgottesdienst der Evangelischen Kirche in Heidelberg statt, Gottesdienstbesucher werden um Anmeldung gebeten unter https://pretix.eu/altstadtgemeinde. Der Prälat von Nordbaden Dr. Traugott Schächtele wird sich in seiner Predigt mit der Frage der Verantwortungsübernahme befassen: „Wem vertraue ich mich an, damit ich gut durch diese schwierigen Zeiten geführt werde?“ Die liturgische und musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen Altstadtpfarrer Mirko Diepen und Kantor Christoph Andreas Schäfer. Im Anschluss an das Mittagsgeläut um 12:15 Uhr läuten dann für zehn Minuten die Trauerglocken der Heidelberger Kirchen.

Zum Gedenken an Corona-Tote – Mannheimer Rathaus trägt Trauerflor

Anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin hat der Bund für seine Bereiche eine bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet. In Mannheim, wo 269 Corona-Tote zu beklagen sind, werden deshalb am Rathaus und an allen öffentlichen Dienstgebäuden an diesem Tag die Fahnen auf Halbmast gesetzt, beziehungsweise mit einem Trauerflor versehen.

Zum Gedenken der Corona-Todesopfer trägt das Mannheimer Rathaus Trauerflor. (Archivbild)
Zum Gedenken der Corona-Todesopfer trägt das Mannheimer Rathaus Trauerflor. (Archivbild) © MANNHEIM24/Peter Kiefer

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD) erklärt dazu: „In Mannheim sind bisher 269 Menschen mit und an Corona gestorben. Hinter dieser Zahl stehen Schicksale von Menschen, dahinter stehen Trauer und Schmerz. Am Sonntag wollen wir deshalb auch zeigen, dass die Menschen mit ihrer Trauer nicht alleine sind. Denn die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich gemacht, wie verletzlich wir sind und dass wir nur gemeinsam diese Krise meistern können.“

Heidelberg: Stadtspitze hält Gedenkstunde ab, Rathaus mit Trauerbeflaggung

Die Stadt Heidelberg wird bei einer Gedenkstunde in kleinem Kreis mit Vertretern der Stadtspitze und des Gemeinderats an alle Verstorbenen erinnern. Darüber hinaus gedenkt die Stadt den Opfern mit einer Trauerbeflaggung am Rathaus sowie Gedenkanzeigen.

Anlässlich des Gedenktags erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos): „Am 18. April gedenken wir gemeinsam der Opfer der Pandemie. Fast 80.000 Menschen sind in Deutschland an oder mit Corona gestorben, in Heidelberg sind es mehr als 50. Töchter und Söhne, Mütter und Väter, Schwestern, Brüder, Freunde trauern um sie. Viele Hinterbliebene hatten nicht die Gelegenheit, sich von ihren Angehörigen zu verabschieden. Das ist eine besonders schmerzhafte Erfahrung.“

Nach dem schrecklichen Anschlag in Berlin trägt auch das Heidelberger Rathaus Trauer.
Auch das Heidelberger Rathaus trägt zum Gedenken der Corona-Todesopfer Trauerflor. (Archivbild) © HEIDELBERG24/Peter Kiefer

Auch gedenke man der vielen Menschen, die an Corona erkrankt sind und noch mit Folgen zu kämpfen haben. Würzner emotional: „Und wir denken an ihre Familien. Ich selbst weiß, wie quälend es ist, am Krankenbett um das Leben eines nahestehenden Menschen zu bangen.

Ludwigshafen hisst Fahnen auf Halbmast und plant eigene Gedenkveranstaltung

Da sich der Deutsche Städtetag und all seine unmittelbaren Mitgliedsstädte in der Metropolregion Rhein-Neckar dem Gedenken anschließen, machen auch Heidelberg und Schwetzingen mit. Die Stadt Ludwigshafen wird an allen öffentlichen Gebäuden die Trauerbeflaggung vornehmen – die Flaggen werden stadtweit auf Halbmast gehisst. Zudem hat das Rathaus angekündigt, zu einem gegebenen Zeitpunkt eine eigene Gedenkveranstaltung abhalten.

Halbmast am Rathaus in Ludwigshafen.
Halbmast der Flaggen auch am Rathaus in Ludwigshafen. (Archiv) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Mannheim/Heidelberg: „Forum der Religionen“ mit gemeinsamem Gebet für Corona-Opfer aller Glaubensrichtungen

Gemeinsam nehmen die Religionen in Mannheim alle Verstorbenen mit einem gemeinsamen Gebet, das alle einschließt – unabhängig von der Glaubenszugehörigkeit der Toten und deren Angehörigen. Die geistlichen Vertreter des „Forum der Religionen“ setzen ein Zeichen des Trostes und der Mitmenschlichkeit: Juden, Christen, Muslime und Aleviten haben am Mittwoch (14. April) am Mannheimer Wasserturm ein interreligiöses Gebet für alle Menschen in der Stadt angekündigt. Bis Sonntag wird es täglich in den jeweiligen Gotteshäusern gebetet und soll ab 18. April als Video auf den Social-Media-Kanälen der Evangelischen Kirche Mannheim, der Katholischen Kirche Mannheim, der Yavuz Sultan Selim Moschee und der Alevitischen Gemeinde Rhein-Neckar präsent sein.

Geistliche Vertreter des „Forum der Religionen“ in Mannheim (v.l.n.r.): Kantor Amnon Seelig (Jüdische Gemeinde), Dekan Karl Jung (Kath. Kirche), Dekan Ralph Hartmann (Evang. Kirche), Imam und Religionsbeauftragter der Yavuz Sultan Selim Moschee Muhammet Güntay (Muslime) und Ana Zerno Antes (Aleviten).
Geistliche Vertreter des „Forum der Religionen“ in Mannheim (v.l.n.r.): Kantor Amnon Seelig (Jüdische Gemeinde), Dekan Karl Jung (Kath. Kirche), Dekan Ralph Hartmann (Evang. Kirche), Imam und Religionsbeauftragter der Yavuz Sultan Selim Moschee Muhammet Güntay (Muslime) und Ana Zerno Antes (Aleviten). © Evangelische Kirche Mannheim (EKMA)

Bis Sonntag wird das Gebet in den Gottesdiensten der Aleviten (15. April), der Muslime (16. April), der Juden (17. April) und der Christen (18. April) gesprochen. So verbinden sich die Religionen und Menschen mit dem Anliegen „Wir trauern gemeinsam“ in der ganzen Stadt und darüber hinaus. Ein Video mit dem von den Religionsvertretern gemeinsam gesprochene Gebet wird am 18. April um 9 Uhr auf den Homepages und über die Social-Media-Kanäle erlebbar. Dazu haben Juden, Christen, Muslime und Aleviten einen Gebetsausschnitt in ihrem jeweiligen Gotteshaus gesprochen und gefilmt. Diese Sequenzen wurden zu einem gemeinsamen Gebet zusammengefasst. (pek)

Auch interessant

Kommentare