„Vielzahl von Patienten gefährdet“

Hygiene-Skandal im Uniklinikum: Anklage gegen früheren Chef

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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen früheren Chef des Uniklinikums (Symbolfoto)

Mannheim - Im Skandal um verunreinigtes Operationsbesteck hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH erhoben.

Das teilt die Behörde am Freitag mit. Der Verdächtige habe „trotz des von ihm erkannten dringenden Handlungsbedarfs“ die Maßnahmen für die gesetzlich vorgeschriebene Aufbereitung der Operations-Instrumente unterlassen. Die Gesundheit „einer Vielzahl von Patienten“ sei gefährdet worden. 

Die Mängel bei der Reinigung von OP-Besteck waren im Herbst 2014 aufgedeckt worden. Allerdings könne ein Zusammenhang zwischen Infektionen, die bei Patienten aufgetreten waren und der Verwendung von möglicherweise nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Instrumenten „nicht mit der im Strafrecht erforderlichen Wahrscheinlichkeit belegt werden“, betont die Staatsanwaltschaft. Dies sei auch mit einem eingeholten rechtsmedizinischen Gutachten nicht zu belegen. 

In der Anklage geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz.

Auch das Uniklinikum äußert sich am Freitag in einer Mitteilung: „Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat mit der Staatsanwaltschaft bei ihrer sehr intensiven Prüfung der Vorwürfe jederzeit kooperiert“, sagt Dr. Jörg Blattmann, der seit Dezember 2014 Geschäftsführer des Klinikums ist, und betont: „Wir haben die im Herbst 2014 geäußerten Kritikpunkte des Regierungspräsidiums Karlsruhe sehr ernst genommen und vollständig beseitigt.“

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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