Erschreckendes Umfrage-Ergebnis

Planken-Umbau: Eine Zerreißprobe für Händler 

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Der Planken-Umbau ist fast abgeschlossen. Ab dem 20. November rollen die Bahnen wieder. Doch die Einzelhändler sind alles andere als zufrieden.

Mannheim - Dauerärger um die Planken-Baustelle: Gerade für Händler hat sich diese Zeit zur Zerreißprobe entwickelt. Wir haben vor Ort nachgefragt – mit teilweise erschreckendem Ergebnis:

Die Baustelle auf den Planken hat alle Beteiligten viel Zeit und Nerven gekostet. In Ruhe einen Kaffee zu trinken, ist hier seit Beginn der Bauarbeiten am 1. März 2017 fast unmöglich. 

Ab dem 20. November soll damit endlich Schluss sein! Die Bahnen rollen dann wieder auf den Planken zwischen Wasserturm und Paradeplatz. Doch die Zeit des Umbaus ist nicht nur für die Fußgänger eine Zerreißprobe – viele Einzelhändler und Gastronomen haben mit heftigen Umsatzeinbußen zu kämpfen.

Auch das geplante Schritt-für-Schritt Vorhaben ist geplatzt. Zunächst hieß es, es soll kein Eindruck einer Großbaustelle entstehen – doch genau das ist jetzt der Fall. Ein Labyrinth aus Zäunen, teilweise unerträglichem Lärm und engen Fußwege sind nur einige der Probleme dieser Baustelle.

Anonyme Umfrage bei den Händlern 

Das Problem: Viele Läden sind Filialen großer Ketten. Die Filialleiter dürfen offiziell keine Auskünfte an die Presse geben - erst recht nicht, wenn es um das liebe Geld geht. Sie müssen immer an die offiziellen Pressestellen verweisen. 

Viel Aufregung um Planken-Großbaustelle

MANNHEIM24 hat eine anonyme Umfrage in den Planken durchgeführt, an der Einzelhändler und Gastronomen, die von der Mega-Baustelle betroffen sind, teilgenommen haben. Durch die Anonymität können die Filialleiter ehrlich antworten, ohne eine Rüge ‚von oben‘ zu befürchten. 

Insgesamt hat MANNHEIM24 zehn Einzelhändler und Gastronomien befragt. Die meisten davon haben eine Mitarbeitergröße von knapp sechs bis zehn Mitarbeiter. Doch auch kleinere Geschäfte mit unter fünf Mitarbeitern oder große Läden mit über 20 Mitarbeitern haben teilgenommen - von Kleidung und Kosmetik bis hin zu Bäckereien und Cafés ist alles dabei.

Ganze 90 Prozent der Filialleiter geben an, dass der Umbau der Planken sie nicht nur Nerven, sondern auch viel Umsatz gekostet hat. Knapp 55 Prozent der Chefs sagen sogar, dass sie wegen der geringen Umsätze Mitarbeiter bei freiwilliger Kündigung nicht ersetzt haben.

Doch die Filialleiter geben auch an, dass die finanzielle Lage nie so schlecht war, dass Mitarbeiter tatsächlich entlassen werden mussten.

Eine kleine Mehrheit (57 Prozent) behauptet, dass die Stadt Mannheim sie nicht genügend über den Umbau der Planken, beziehungsweise den Folgen, informiert hat. Jedoch haben 43 Prozent der Händler sich im Vorfeld ausreichend informiert gefühlt.

„Wir haben seit dem Beginn der Baustelle sehr wenige Kunden“

Doch trotz der teilweise heftigen Umsatzeinbußen haben sich gerade einmal zwei der befragen zehn Händler bei der Stadt beschwert. Auch weil sie keine Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lage gesehen hätten, sagt ein Filialleiter.

„Wir haben seit dem Beginn der Baustelle sehr wenige Kunden“, erklärt eine Filialleiterin. Es gebe kaum noch Sitzmöglichkeiten in den Planken und durch den Wegfall der Bahnhaltestellen, sei es vor allem für die ältere Kundschaft schwer, hier einzukaufen, heißt es weiter. 

Von der Entschädigung für existenzbedrohte Händler haben rund 71 Prozent der Filialleiter nichts oder nicht genügend gewusst, sodass sie auch nichts beantragt haben. „Die meisten Händler haben sowieso keinen Anspruch darauf, obwohl es uns hier schlecht geht“, heißt es in einem Gespräch mit MANNHEIM24.

Doch einen Lichtblick hat das Ganze: Die Baustelle wird dem Weihnachtsgeschäft nicht im Weg stehen!

So werden die Planken der Zukunft aussehen:

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jab

Quelle: Mannheim24

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