Unter die Erde mit Mannheimtours

Auf Entdeckungsreise durch den Untergrund

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Bei fast 40 Grad im Schatten startet die Tour vor der Abendakademie.
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Durch die Neigung konnte das Abwasser von alleine durch den historischen Abwasserkanal nach unten fließen. 
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In diesen Hochbunker will die MVV ihr Rechenzentrum verlegen.
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Es geht zur Johannes-Kepler-Schule in G6.
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Mit "Mannheimtours" auf Entdeckungsreise durch den Untergrund.
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Mit "Mannheimtours" auf Entdeckungsreise durch den Untergrund.
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Mit "Mannheimtours" auf Entdeckungsreise durch den Untergrund.
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Mit "Mannheimtours" auf Entdeckungsreise durch den Untergrund.

Mannheim- Innenstadt – Mit „Mannheimtours“ geht es am Samstag in glühender Hitze an die Erforschung der verborgenen Orte Mannheims. Diese Tour führt uns in den kühlen Untergrund...

Während des zweiten Weltkrieges wurde Mannheim insgesamt 150 Mal bombardiert. Die Vielzahl und Größe der Bunker rettete jedoch vielen in der Bevölkerung das Leben. Vergleichsweise wenige (1.700) mussten ihr Leben lassen. Im Vergleich dazu: In Dresden waren es um die 25.000 Menschen.

Gerda Kirschner und Georg Seiberlich haben es sich mit „Mannheimtours" zur Aufgabe gemacht, die vergessenen und verborgenen Orte im Untergrund wieder für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

1. Station: Johannes-Kepler Schule in K5

Die Tour, die sie für den Samstag organisiert haben, führt uns zuerst in die Johannes Kepler Schule in K5. „Dort soll ein Bunker sein?“, hört man aus der Gruppe von Interessierten, die sich in der Bruthitze nicht nur eine interessante Führung versprechen, sondern auch für die Abkühlung dankbar sind. Nicht nur gibt es dort tatsächlich einen, es gibt sogar Arrestzellen. 

Ab 1941 dient das Gebäude nämlich als Kriegsgefangenen-Sammelstelle. Die 2003 entdecken Schüler im Keller der Schule Graffiti auf den Wänden - ein Vermächtnis der dort während des Kriegs untergebrachten belgischen und tschechischen Zwangsarbeiter. Die Schüler beschließen ein kleines Museum mit Fotos der Stadt während des Krieges zu errichten und auch einige der Sätze der Zwangsarbeiter zu übersetzen. 

Doch auch sonst hat das Gebäude historischen Wert. Von 1943 bis zur Fertigstellung des Rhein-Neckar-Hochhauses 1965 sind die Stadtwerke in K 5 angesiedelt. Zur Zeit des Krieges befindet sich in dem Gebäude die einzige noch intakte Telefonleitung, die die Stadtwerke und die Wasserwerke in Käfertal miteinander verbindet.Am 28. März 1945 rufen die Amerikaner an, um eine Übergabe der Stadt an die Einheiten nördlich des Neckars stehenden Einheiten der US-Army zu verhandeln. 

Die Telefonistin Grethe Ahlrichs geht ans Telefon. Doch in der ganzen Stadt sind die Entscheidungsträger ausgeflogen! Sie handelt eine Waffenruhe aus. Innerhalb zweier Tage ist eine Bürgerwehr gefunden und die Stadt kann ohne weitere Vorfälle an die Amerikaner übergeben werden.

2. Station: Tiefbunker in E6

Durch ein Gitter im Boden geht durch einen verwinkelten Eingang ab in den Tiefbunker. Übrigens einer von 32. Hochbunker gibt es in Mannheim 20 Stück. Vorübergehend konnten sie damals insgesamt 130.000 Menschen aufnehmen. Das ist dem Architekten Josef Zizler zu verdanken. Wegen seiner menschenfreundlichen Veranlagung sind die Bunker so großzügig geschnitten. Deswegen sind auch so wenige Menschen den Bombardements zum Opfer gefallen. 

Der Tiefbunker in G6 wurde nach dem Krieg bis in die späten 1960-er Jahre aus der Not heraus noch als Wohnraum benutzt. Man sieht in den Waschräumen die immer noch intakten Kacheln. Gerda Kirschner scherzt: „Das ist doch mal eine Qualität: Kacheln für die Ewigkeit!“

Während des Krieges wurde er auch einmal getroffen. Noch heute sieht man die Absenkung der Decke an einer Stelle. Dort bilden sich auch immer noch Stalaktiten. 

3. Station: Der öffentliche Zivilschutzbunker in D5 

Die letzte Station ist eine Tiefgarage in D5. Hier gibt es doch nicht Spannendes zu entdecken? Weit gefehlt! Georg Seiberlich erklärt: „In diesen Tiefschutzbunker passen 2000 Betten rein. Die Schotten können bei einem Atomschlag alle abgedichtet werden. Es gibt auch eine Funkanlage. Ich habe einen Mann kennengelernt, der alle 4 Wochen hierher gekommen ist um alle Systeme hoch und wieder herunter zu fahren. Und das 40 Jahre lang. Erst 2007 wurde das abgeschafft.“

Georg Seiberlich und Gerda Kirschner bedauern: „Die meisten Bunker hier in Mannheim sind in Privatbesitz. Doch wir werden unser Angebot weiter ausbauen. Interessant für uns wäre natürlich der Schloßbunker, aber da ist es schwer ranzukommen. Doch wir bleiben dran!“

Wir sind gespannt wie es mit Mannheim Tours weitergeht und bedanken uns für die schöne und informative Tour. Auch unterwegs wurden die beiden Organisatoren nicht müde auf interessante Gebäude und architektonische Besonderheiten hinzuweisen und die Geschichte dazu zu erzählen.

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Wer die „Mannheim unterirdisch-Tour“ selbst mal mitmachen möchte, hat am Samstag den 11.07.15 vor der Sommerpause noch die Chance dazu. Informationen gibt es hier.  Auch sonst engagieren sich Gerda und Georg dafür allen „ihre“ Stadt zu zeigen. So auch mit den Mannheimer Greetern die wie die „Mannheim unterirdisch-Tour“ völlig kostenlos sind und eine persönliche Führung durch die Stadt anbieten. 

Mannheim Tours/ kp

Quelle: Mannheim24

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