100 Meter 70er-Jahre-Charme

„Hoch hinaus“ – auf das Mannheimer Collini Center

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Mannheim-Innenstadt - Grau und unübersehbar stehen die zwei Türme des Collini Centers am Neckarufer. Mit der „Hoch hinaus“-Tour den Stil der 70er Jahre erleben.

Zusammen mit Stadtkenner Jens Flammann geht es „hoch hinaus“. Diesmal in eines der unschönen Wahrzeichen Mannheims. Das Collini Center.

Einst sollte das graue Gebäude 150 Meter in die Luft ragen und 50 Stockwerke beherbergen. Nach genauer Prüfung der Statik und vor allem des Grundes, auf dem gebaut werden sollte, stand fest: Es werden genau 33 Stockwerke, 100 Meter Höhe, mit Platz für 500 Wohneinheiten. Die übrigen drei Stockwerke dienen der Unterbringung der Technik. 

Bis heute sind die 500 Klingelschilder alle beschriftet, die Wohnungen belegt. Phänomen und echte Herausforderung – eine gigantische Hochhaus-WG mit 500 Parteien. 

Mit einer Hand voll Teilnehmern geht es in das Innere des Collini Centers. In der Empfangshalle geht es sowohl zu dem Büro- als auch zum Wohnturm. Auf den verschiedenen Ebenen ein Frisör, Ärzte, städtische Einrichtungen – und dazu noch allerhand Kleinigkeiten, die man hier entdecken kann. 

So zum Beispiel der „Mannheim-Teppich“ in der Eingangshalle. Auf dem Teppich ist die Quadratestadt aus der Vogelperspektive zu sehen. Eigentlich nur für eine Veranstaltung hergestellt, jetzt fester Bestandteil des Collini Centers. 

Obwohl viel zu entdecken ist, wird man einen Eindruck nicht los: Das Center wirkt verlassen und düster. Und mit diesem Gefühl liegt man auch nicht ganz falsch. Die „Kurpfalz Therme“ auf der ersten Ebene steht bereits seit 15 Jahren leer. Hinter den bunten Glasfenstern ist nur noch zu erahnen, was hier einst einen wichtigen Bestandteil des Lebens im Collini Center ausgemacht haben muss. 

Eine Vielzahl zusammengestapelter Stühle und Tische ist zu erkennen. Auch der Kassenbereich ist noch einwandfrei erhalten. Am Eingang die happigen Eintrittspreise. Die Therme mitten im Wohn- und Büroturm scheint früher ein echtes Highlight gewesen zu sein. Früher. Und genau das ist das Thema, das das Collini Center insgesamt zu überschatten scheint. 

Die Decken sind in einem dunklen orange-braun gestaltet. Viele Wände sind holzvertäfelt. Ein Stil, der in den 70er Jahren hochmodern war. Jetzt jedoch nur noch etwas traurig wirkt. 

Die Frage, auf die alle gewartete haben, folgt sogleich: „Warum ist das Collini Center eigentlich so ein hässlicher Betonklotz?“ Die Antwort für Jens Flammann ganz simpel: Erstens bietet das Center durch die dichte Bebauung schnell und einfach möglichst viel Wohnraum für möglichst viele Menschen. Zweitens versteckt sich hinter der tristen Fassade eine architektonische Meisterleistung. Von keinem der 500 Balkone kann man auf den Balkon des Nachbarn schauen. Und natürlich: Der Bau war in den Siebzigern einfach todschick. 

mk

Quelle: Mannheim24

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