Geschichtsstunde

,Über Schloss und Stein': Hofdame zeigt Mannheims (ba)rockige Vergangenheit

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Stadtrundgang ,Barocke Merkwürdigkeiten'

Mannheim-Innenstadt - Trotz eisiger Kälte kommen viele Mannheimer zur Tour ,Barocke Merkwürdigkeiten'. Mehr zur Doppelstunde Geschichte, die interessante Fakten mit sich bringt:

Wir haben uns am Wochenende die volle Packung Mannheimer Stadtgeschichte gegeben: Am Freitagabend (16. Februar) sind wir mit dem Nachtwächter durch die Stadt gelaufen und am Samstagnachmittag (17.Februar) mit der Hofdame – und wir haben viel gelernt.

Impressionen: Mit dem Nachtwächter durch Mannheim

Barocke ,Zeitzeugin'

Maria Caroline Charlotte von Sickingen hat sich schick gemacht für ihre Gäste. Schließlich will sie uns die „Merkwürdigkeiten Mannheims“ zeigen. Aber Achtung, keine komischen Dinge, die wir merkwürdig finden. Maria Caroline Charlotte hat ein kleines Büchlein aus den 1890ern in der Hand und zeigt uns, was für damaliger Zeit nicht merkwürdig sondern viel mehr bemerkenswert galt.

Eine Reise in Mannheims Vergangenheit

Los geht's im Schlosshof. Das Mannheimer Schloss mit seiner Außenlänge von 450 Metern ist nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles gebaut. Mannheim - so sagt man – hat allerdings ein Fenster mehr. „Und wo leuchtet es dann nachts heller?“ fragt Charlotte uns, natürlich in der Quadratestadt.

Drinnen zeigt uns die ,Zeitzeugin' das prächtige Treppenhaus, in dem Empfangszeremonien stattgefunden haben. Nach Rang und Hierarchie hatten sich die Gäste dort aufgestellt und wurden von den Adeligen begrüßt. „Zwei bis drei Stunden hat das gedauert. Lassen Sie also vorher den Kaffee weg, denn der treibt.“ 

Die Damen hatten zu dieser Zeit allerdings einen klitzekleinen Vorteil: Aus ihrem Reifrock zauberten sie ein ,Bourdalou' hervor. Das Soßenschlüssel-ähnliche Gefäß nutzten sie dann als Toilette und gaben es anschließend den Bediensteten, die das ,Bourdalou' wegbrachten.

Die Hofdame von Sickingen berichtet viel aus der Barockzeit. Sie liest aus dem Reiseführer vor und macht eine Zeitreise in die Zeit der Kurfürsten Carl Philipp und Carl Theodor, die für Mannheim prägend war. 

Impressionen von ,Barocke Merküdigkeiten'

Die besonderen Merkmale des Barock waren die verschnörkelten Bauten, die die klaren Formen und Linien der Renaissance ablösten. Danach folgte der Klassizismus und die Formen wurden wieder schlichter. In Mannheim ist das sehr schön Palais Bretzenheim zu erkennen. 

Übrigens: Dort gab Mozart den unehelichen Kindern von Carl Theodor Klavierunterricht. Zum Dank gab es statt einer Festanstellung eine goldene Uhr. Für Mozart war sie jedoch wertlos weil sie unverkäuflich war. Geld wäre ihm lieber gewesen, damit er seine Kneipenschulden hätte begleichen können. 

Fazit

Jenseits der Schulbank merkt man erst, wie spannend doch unsere Vergangenheit ist. Um das Abitur nochmal zu bestehen, würden die zwei Führungen zwar nicht reichen, aber sicher ist, dass es so auch viel mehr Spaß macht.

chr

Quelle: Mannheim24

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