Seit September

Erste Tierschutzbeauftragte: Interview mit Christina Eberle

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Interview mit erster Tierschutzbeauftragten Christina Eberle

Mannheim – Christina Eberle ist seit September die erste Tierschutzbeauftragte in Mannheim. Nun sind schon ein paar Monate vergangen und wir wollten wissen, wie ihre ersten Eindrücke sind:

Sie arbeiten nun schon seit drei Monaten als erste Tierschutzbeauftragte in Mannheim. Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Wie erwartet ist das Aufgabenspektrum sehr groß und es gibt viel zu tun. Viele Menschen wenden sich mit aktuellen Themen, Vorschlägen oder Fragen an mich. Dies zeigt, wie groß das Interesse und der Bedarf an einer Tierschutzbeauftragten als Ansprechpartnerin ist.

Was hat Sie in den ersten Monaten am meisten beeindruckt beziehungsweise bewegt?

Es freut mich sehr, welch positive Resonanz ich seit meiner Berufung von den Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern erhalten habe. Auch die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik gestaltet sich gut und ich wurde von Anfang an bei tierschutzrelevanten Fragestellungen miteingebunden. Ganz besonders beeindruckend finde ich, wie viele Mannheimer Bürgerinnen und Bürger sich ehrenamtlich in Vereinen oder privat für den Tierschutz engagieren. Der Austausch mit den ehrenamtlich Tätigen ist mir sehr wichtig.

Welche Projekte haben Sie schon durchführen können?

Da die Position der Tierschutzbeauftragten neu geschaffen worden ist, musste das Amt zunächst einmal bekannt gemacht werden. Daher habe ich mich persönlich bei Behörden, Gemeinderatsfraktionen sowie Tierschutzorganisationen vorgestellt. Auch Besuche beim Tierheim, dem Runden Tisch Schwarzwild sowie dem Mannheimer Schlachthof standen auf meiner Agenda. Bevor ich konkrete Projekte angehe, möchte ich mir einen Überblick über alle aktuellen Themen verschaffen, damit ich dort tätig werden kann, wo es wirklich nötig ist.

Kamen schon viele Bürger zu Ihnen, um gemeinsam über den Tierschutz zu sprechen?

Seit meiner Berufung im September haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an mich gewandt und ich freue mich über diesen regen Austausch. Manche Anfragen betrafen dabei auch Einzelfälle falscher Tierhaltung oder die Meldung von Fundtieren, wofür allerdings nicht ich, sondern die Tierschutzbehörde der richtige Ansprechpartner ist.

Sollte jede Stadt eine/n Tierschutzbeauftragte/n haben?

Ich glaube, dass jede Stadt einen Tierschutzbeauftragten haben sollte, weil gerade zur Förderung des Meinungs- und Informationsaustauschs sowie bei der Initiierung und Koordinierung von Projekten sicher nicht nur in Mannheim ein großer Bedarf besteht und in jeder Stadt ein Tierschutzbeauftragter die Arbeit von Verwaltung und Politik in diesem Bereich unterstützen sollte. Die Stadt Mannheim kann sehr stolz darauf sein, in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einzunehmen und fungiert als Vorbild für andere Städte.

Sie wollen das Bewusstsein der Kindern stärken, wie wollen Sie das genau erreichen?

Es ist wichtig, die Kinder möglichst früh für das Thema Tierschutz zu sensibilisieren. Dies beginnt bereits dann, wenn sich die Kleinen ein Haustier wünschen. Neben der Frage nach der Wahl des Tieres ist über eine artgerechte Tierhaltung aufzuklären, da beispielsweise auch Hamster und Kaninchen nicht alleine im winzigen Käfig gehalten werden können.

Wie stehen Sie zu den Demonstrationen der Tierschützer, die wegen dem Fleischversorgungszentrum in Mannheim protestieren?

Ich erhalte viele Anfragen von Bürgern, die das Thema FVZ betreffen. Das zeigt, wie sehr Fragen der Nutztierhaltung und Schlachtung die Menschen bewegen. Friedliche Demonstrationen sind ein Ausdruck lebendiger Demokratie und es ist gut, wenn sie dazu beitragen, ein Thema kontrovers zu diskutieren.

Setzen Sie Tierschutz mit der vegetarischen/veganen Lebensweise gleich?

Ich persönlich lebe seit langem vegetarisch und mittlerweile auch hauptsächlich vegan, allerdings kann ein Beitrag zum Tierschutz auch auf andere Weise geleistet werden. Ich möchte die Menschen dazu ermutigen, sich für Tiere einzusetzen, auch wenn sie sich nicht dazu entscheiden, Vegetarier zu werden.

Was sind Ihre Ziele für das kommende Jahr?

Mein Ziel ist es, weiterhin einen Beitrag dazu zu leisten, den Tierschutz in Mannheim zu verbessern. Unter anderem möchte ich ein Projekt zur Aufklärung von Kindern zum Thema Tierschutz realisieren und eine Homepage aufbauen, auf welcher Informationsmaterial für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung gestellt wird.

jol

Quelle: Mannheim24

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