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Rangierbahnhof Mannheim: Entwarnung! Kesselwagen voller giftigem Gas geborgen

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Von: Peter Kiefer

Der umgekippte Kesselwagen liegt auf den Gleisen am Mannheimer Rangierbahnhof.
Der umgekippte Kesselwagen liegt auf den Gleisen am Mannheimer Rangierbahnhof. © Feuerwehr Mannheim

Mannheim – Aufatmen am Rangierbahnhof! Ein mit 65 Tonnen explosivem Gas befüllter Kesselwagen war umgekippt. Jetzt ist die brenzlige Bergungsaktion für über 100 Einsatzkräfte beendet:

Update vom 17. September, 10:27 Uhr: Der brisante Einsatz am Rangierbahnhof im Bereich des Anfahrtpunktes 2 (Nähe Mallaustraße) ist für weit über 100 Einsatzkräfte nach 50 Stunden beendet. Bei der nicht ungefährlichen Bergung des mit umgekippten Kesselwagens ist alles gut gegangen. Die 65 Tonnen gasförmiges und brennbares Methylchlorid konnten von Experten der involvierten Feuerwehren umgepumpt werden, so dass glücklicherweise kein Produkt in die Umwelt gelangt ist. Das Umpumpen in einen anderen Kesselwagen konnte erst am Donnerstag gegen 10 Uhr erfolgreich beendet werden. Restmengen sind letztendlich doch nicht über eine mobile Fackel verbrannt worden. Stattdessen ist das Gas aufwendig von sieben Trupps unter Atemschutz mit Stickstoff in einen weiteren Kesselwagen umgedrückt worden.

Der Kesselwagen stürzte während einer Rangierfahrt am Dienstagabend (14. September) gegen 18:30 Uhr auf die Seite und lag quer auf vier Gleisabschnitten. Zwei bei der DB Notfalltechnik in Fulda (Hessen) angeforderte Hilfskrane hievten den gesicherten Kesselwagen schließlich zum Abtransport auf einem Niederbordwagen der DB – unter Sicherstellung des Brandschutzes mit einem Strahlrohr.

Die Unglücksursache ist weiterhin unklar und muss erst noch untersucht werden. Gegen einen 49-jährigen Mann wird wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt.

Mannheim: Umgekippter Kesselwagen – Giftiges Gas wird abgefackelt

Update vom 16. September, 7:17 Uhr: Im Zuge der Ladungsbergung an einem entgleisten Bahnkesselwagen im Rangierbahnhof durch die TUIS Werkfeuerwehr (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) müssen die angeschlossenen Schlauchleitungen umgekuppelt werden. Um ein gefahrloses Umkuppeln zu ermöglichen, müssen im Schlauchsystem befindliche Restmengen des bei Freisetzung explosiven Stoffes Methylchlorid über eine Abgasfackel entsorgt werden. Dabei kann es im Bereich Rangierbahnhof in den angrenzenden Stadtteilen Hochstätt und Pfingstberg kurzzeitig zu Flammenschein und Geräuschentwicklung kommen. Diese Maßnahmen soll am heutigen Donnerstagmorgen (16. September) in den Morgenstunden durchgeführt werden.

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Mannheim: Kesselwagen am Rangierbahnhof umgekippt – Explosionsgefahr!

Erstmeldung vom 15. September: Brenzlige Situation am Rangierbahnhof Mannheim: Dort ist es am Dienstagabend (14. September) zu einem spektakulären Betriebsunfall gekommen. In Folge eines Fehlers im Rangierbetrieb ist dort ein mit 65 Tonnen Methylchlorid beladener Kesselwagen umgekippt! Zu einem Gefahrgutaustritt des flüssigen und leicht entzündbaren Gases ist es dabei glücklicherweise nicht gekommen, da der Kesselwagen nicht Leck geschlagen ist. Denn ansonsten würde akute Explosionsgefahr bestehen, wie ein Feuerwehr-Sprecher auf MANNHEIM24-Nachfrage bestätigt hat.

Seit dem heutigen Mittwoch (15. September) wird das Gefahrgut durch Kräfte der Feuerwehr Mannheim sowie der BASF-Werksfeuerwehr umgepumpt, was wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Anschließend soll der Wagen mit Hilfe von Schienenkränen der Deutschen Bahn aufgerichtet werden.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Bis zum Abschluss der Maßnahmen bleiben einzelne Gleise im Rangierbahnhof gesperrt. Zusätzlich wird der Absperrradius von 100 Metern aufrechterhalten. Wann genau die Maßnahmen abgeschlossen sind, ist derzeit nicht absehbar. Besonders kniffelig: Laut Experten der Feuerwehr ist eine Bergung bzw. das wieder auf die Gleise heben (Eingleisung) des Kesselwagens aufgrund seiner „instabilen Lage“ derzeit noch unmöglich.

Mannheim: Bundespolizei ermittelt gegen 49-jährigen Mann

Die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe ermittelt derzeit gegen einen 49-jährigen Deutschen wegen Gefährdung des Bahnverkehrs. Darüber hinaus kann zu den laufenden Ermittlungen derzeit jedoch keine weitere Auskunft gegeben werden. Die Schadenshöhe ist ebenso Gegenstand weiterer Ermittlungen.Im Einsatz waren bislang Dutzende Kräfte der Feuerwehr Mannheim, des Rettungsdienstes, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn sowie Beamte von Landes- und Bundespolizei.

Der umgekippte Kesselwagen liegt auf den Gleisen am Mannheimer Rangierbahnhof.
Der umgekippte Kesselwagen liegt auf den Gleisen am Mannheimer Rangierbahnhof. © Feuerwehr Mannheim

Der Mannheimer Rangierbahnhof zählt mit einer Fläche von rund 200 Hektar zu den größten und leistungsfähigsten in ganz Europa. Das Areal erstreckt sich zwischen den Stadtteilen Neckarau, Neuhermsheim, Pfingstberg und Hochstätt. (pol/pek)

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