„Man kennt sich, das macht es leichter“

Über Grenzen hinweg: So arbeiten Polizei, Feuerwehr und Co. zusammen

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Polizei und Feuerwehr arbeiten im Südwesten länderübergreifend gut zusammen. (Symbolfoto)

Mannheim/Ludwigshafen - Viele Behörden in den südwestlichen Bundesländern arbeiten eng zusammen – trotz Landesgrenzen und verschiedenen Regeln. Was trotzdem noch verbessert werden muss:

Ein Land und so viele unterschiedliche Regeln...

Ob Polizei, Feuerwehr oder Verwaltung – im Südwesten arbeiten die Behörden eng miteinander zusammen, auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg. Gerade in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland funktioniere das, laut einer nicht repräsentativen Umfrage der Deutschen Presse Agentur, sehr gut. 

Gerade für die Polizei ist es wichtig, landesübergreifend gegen Verbrecher vorgehen zu können. Michael Hummel vom Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern nennt dazu ein Beispiel: 

Erst im August wurde ein französischer Autofahrer, der den Stoppsignalen der Kollegen aus dem Saarland nicht folgen wollte, über die Landesgrenze hinweg bis nach Ludwigshafen verfolgt. Der Fahrer war alkoholisiert und das Auto als gestohlen gemeldet. Einsätze dieser Art erfordern eine enge Absprache und Koordination.

Auch Norbert Schätzle vom Polizeipräsidium Mannheim lobt die Zusammenarbeit: „Man kennt sich, das macht es leichter.“ Auch auf den Social-Media-Kanälen der Polizei Mannheim und Rheinpfalz wird dieses Teamwork übertragen. So kommt es vermehrt zu Gesprächen zwischen deren Twitter-Accounts, die auch die lustige Seite der Polizeiarbeit zeigen. Ein Beispiel dafür ist die ‚Henne-Henriette‘ im Juli.

Feuerwehr übt mit französischen Kollegen

Auch die Feuerwehren der verschiedenen Bundesländer arbeiten eng zusammen. So habe man bei einem Großbrand in Saarbrücken auch Hilfe aus Rheinland-Pfalz in Form von Fahrzeugen und Löschmitteln bekommen.

Im Saarland wird zudem über Landesgrenzen hinaus zusammengearbeitet: „In diesem Jahr fanden zwischen den Rettungstauchern der Berufsfeuerwehr Saarbrücken und den Berufsfeuerwehren von Metz, Forbach und Saargemünd in Frankreich gemeinsame Übungen statt, ebenso ein Erfahrungsaustausch“, sagt Thomas Blug von der Feuerwehr Saarbrücken.

Auf Innenministerkonferenzen und Treffen von Behördenvertretern würden, laut Norbert Schätzle, auch immer wieder die Regeln zwischen den Bundesländern angeglichen und neue Parameter erarbeitet. Alles für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Es gibt auch „Reibungspunkte“ 

Natürlich klappt nicht alles überall perfekt. So gebe es oft Sprachprobleme oder Verwirrung bei Zuständigkeiten: „Da die Polizeibehörden anderer Bundesländer unterschiedlich aufgebaut und organisiert sind, ist der richtige Ansprechpartner nicht immer bekannt und muss erst erfragt werden“, erklärt Michael Hummel. 

Doch gerade die Sprachbarriere mit den französischen Kollegen könne durch Fachwörterbücher und gemeinsame Übungen reduziert werden. Doch es gibt größere Verwaltungsgrenzen, die schwer anzugleichen sind.

Ein Beispiel dafür seien unterschiedliche Schulsysteme und Ferienzeiten, die einen Wechsel für Schüler erschweren. Auch Behördengänge würden durch Landesgrenzen erschwert, wie Autoummeldungen, die vor Ort erfolgen müssen. Und Bauarbeiten auf Straßen würden oft nicht abgestimmt werden.

Tourismus vereint

Positiv sei der Tourismus, der landesübergreifend sehr gut funktioniere – so wie in Bensheim: „Aufgrund unserer Lage an der Grenze zu Baden-Württemberg gibt es insbesondere im touristischen Bereich eine Zusammenarbeit mit Städten entlang der Bergstraße in Baden-Württemberg, zum Beispiel Weinheim“, sagt Matthias Schaider von der Pressestelle Bensheim

Der Begriff „Bergstraße“ sei für den Tourismus wichtig, um Städte von Darmstadt bis Heidelberg gemeinsam vermarkten zu können. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gibt es sogar ein einheitliches Wolfsmanagement – die halten sich nämlich auch nicht an Grenzen.

dpa/dh

Quelle: Mannheim24

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