„Bio ist Massentierhaltung“

Käfig statt Freiheit: ALDI nimmt Bio-Eier aus dem Regal!

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Eine ALDI-Filiale in der Mannheimer Innenstadt.

Mannheim - Tierrechtler haben Videomaterial von Hühnerbetrieben aufgenommen – und offenbarten erschreckende Zustände. Eine der Legefirmen belieferte auch ALDI:

Rund 1,2 Milliarden Bio-Eier werden jährlich in Deutschland gegessen. 

Doch unterstützt man mit dem Kauf selbiger eine bessere Hühnerhaltung mit viel frischer Luft und Freiraum? Von wegen!

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat ein Enthüllungsvideo veröffentlicht, das mehrere Ställe in Deutschland und den Niederlanden zeigt. Das Ergebnis: erschreckend!

Die Recherche

Wir haben Testkäufe bei ALDI in Mannheim, Meerbusch und Leverkusen durchgeführt, anhand des Eiercodes fanden wir die Betriebe; sie befanden sich in den Niederlanden", meint Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros und Ersteller des Filmmaterials. Mit versteckten Kameras gingen die Tierschützer zu den Betrieben und filmten, wie die Hühner dort gehalten werden. 

Käfig statt Freiheit

„Die Aufnahmen zeigen Hühner, die übereinandergestapelt auf mehren Etagen gehalten werden. In einem Betrieb wurden die Tiere am gesetzlich vorgeschriebenen Auslauf gehindert“, so das Tierschutzbüro in einer Pressemitteilung. Die Undercover-Aufnahmen zeigen tote, zum Teil schon verweste Hühner, die zwischen den 12.000 bis 25.000 Artgenossen herumliegen. 

Bio ist Massentierhaltung“, so Peifer weiter. Die Tiere haben ein zerfetztes Federkleid, viele rote und wunde Stellen und leben in Dunkelheit. 

ALDI zieht Konsequenz

Während die Tierrechtler gegen die Betriebe Anzeige erstatten, entscheidet sich der Discounter ALDI, umgehend tätig zu werden und Konsequenzen zu ziehen. Für die Lieferanten gelten Richtlinien, die unter anderem „tiergerechtere nachhaltigere Haltungsbedingungen“ vorsehen.

Schwerwiegende Mängel und Verstöße gegen unsere Richtlinien tolerieren wir nicht“, meint Anamaria Preuss, Communication Team Leader von ALDI Süd, auf Anfragen von MANNHEIM24.

„Wir haben daher nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend Audit-Berichte vom KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V., Anm. d. Red.) angefordert und eigene Überprüfungen gestartet, so Preuss weiter.

Zwei Lieferanten bereits gestoppt

Nach den eigenen Prüfungen und denen des Tierschutzbüros hat ALDI Süd zwei Betrieben die Lieferung ihrer ,Bio‘-Eier untersagt. „Unser Lieferant bezieht für ALDI SÜD bis auf Weiteres keine Bio-Eier mehr aus diesem Betrieb“, so die Sprecherin. Man findet jetzt in allen Filialen  nur noch die Bio-Eier, die über ein gültiges KAT-Zertifikat verfügen.

KAT

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V. (KAT) gilt für die meisten Unternehmen als die wichtigste Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung von Eiern aus Boden- und Freilandhaltung. Er gibt Auskünfte über die Haltungsbedienungen und die Erzeugung. Die zwei Hühnerbetriebe, die ab sofort nicht mehr den Discounter beliefern, haben beide gegen die KAT-Richtlinien verstoßen. Daraufhin wird zumindest einem das Zertifikat entzogen. 

Das Deutsche Tierschutzbüro kritisiert allerdings KAT. So heißt es in der Pressemitteilung: „Bei den Recherchen stießen die Aktivisten auch immer wieder auf das KAT-„Qualitätssiegel“. Es prangt auf fast allen Eierverpackungen im Supermarkt (...) Fakt ist: A lle acht dokumentierten Betriebe waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen KAT-zertifiziert.“ 

Jan Peifer geht so weit, den Verein zu beschuldigen, dass sie nicht richtig oder gar nicht kontrollieren würden. „Aus unserer Sicht ist das Siegel wertlos", so Pfeifers schonungsloses Fazit.

Wie geht es also weiter?

Die Tierrechtler starten seit Anfang der Woche eine Kampagne, die die Verbraucher über die Haltung von Hühnern informieren soll. ALDI wiederum will das Vertrauen ihrer Kunden weiterhin aufrechterhalten und stärken. Sie bauen auf die Richtlinien und Kontrollen. „Dass es trotz aller Maßnahmen zu Verstößen gegen die geltenden Richtlinien gekommen ist, bedauern wir außerordentlich“, so Anamaria Preuss.

jol

Quelle: Mannheim24

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