Investorenkonzepte ernsthaft prüfen

„Keine Fortschritte“: OB Kurz appelliert an GE-Vorstand

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Mannheim - Über 1.000 Arbeitsplätze bei GE in Mannheim sind bedroht. Weil es bei der Suche nach Investoren kein Vorankommen gibt, wendet sich nun OB Peter Kurz direkt an den Konzernvorstand.

Über 1.000 GE-Mitarbeiter gehen am Montagnachmittag auf die Straße und bilden um das Werk in der Boveriestraße eine Hunderte Meter lange Menschenkette. Mindestens genau so viele Stellen sollen nach der Alstom-Übernahme am Standort Mannheim wegfallen.

General Electric: Mitarbeiter bilden Menschenkette

Die Suche nach einem neuen Investor gestaltete sich nicht nur für die Mitarbeiter und die Stadtverwaltung, sondern auch für Oberbürgermeister Peter Kurz mehr als unbefriedigend. 

Deswegen wendete sich 54-Jährige nun in einem Brief an den GE-Vorstand. Kurz will die Vorschläge und Investorenkonzepte ernsthaft im Sinne der Zukunftsfähigkeit für das Werk in Mannheim und der Perspektiven für die Mitarbeiter geprüft wissen.

Interessierte Investoren, um die sich die Stadtverwaltung bemüht hatte, seien von GE genauso wenig ausreichend geprüft worden, wie seine Vorschläge zu den zukunftsträchtigen Arbeitsfeldern. Ein von GE beauftragtes Beratungsunternehmen habe lediglich eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Präsentation der Ist-Situation erstellt.

Nach umfangreichem Schriftwechsel und Gesprächen stellt Kurz fest, dass „leider bislang keine Fortschritte, geschweige denn Ergebnisse erreicht werden“ konnten. Dies sei seines Erachtens nach „der Ausgangspunkt für die zugespitzte Situation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite.

Das gnadenlose Fazit: Die beteiligten politischen Ebenen hätten den Eindruck, „dass der GE-Konzern an einer nicht unmittelbar seinen Interessen dienenden Fortführungsperspektive keinerlei Interesse hat.

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Hintergrund

GE hatte das Werk im November 2015 vom französischen Konkurrenten Alstom übernommen. Die Folge: In ganz Deutschland sollen insgesamt 1.700 Stellen wegfallen, rund 1.000 davon in Mannheim, vor allem in der Turbinenfertigung.

Nach Angaben des Betriebsrats will das Management den gesamten Standort in Mannheim aufgeben. Die übrigen rund 600 Stellen sollen demnach verlagert werden. Der GE-Sprecher hingegen sagte, er könne einen solchen Plan nicht bestätigen. Der Betriebsrat drängt darauf, dass eine Investorengruppe die von der Schließung bedrohten Betriebsteile übernehmen kann.

Das GE-Management hatte das bisher abgelehnt. Management und Betriebsrat konnten sich bisher nicht auf Eckpunkte für einen Interessenausgleich und Sozialplan einigen und rechnen damit, dass die Angelegenheit vor dem Arbeitsgericht landet. Der Betriebsrat hatte sie beantragt, weil er sich von GE unzureichend über die Pläne informiert und eingebunden fühlte.

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rob

Quelle: Mannheim24

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