Lesung

„Der jüdische Patient“ ist wieder raus aus der Psychatrie

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Lesung Oliver Polak liest aus „Der jüdische Patient“ im Schatzkistl

Mannheim-Oststadt – Oliver Polak polarisiert und provoziert - mit seiner ungeschminkten Art verarbeitet er seinen Aufenthalt in der Psychatrie. Witzig und voller wunderbarer Bilder.

Die Presse wird wieder schreiben, dass ich rassistisch und geschmacklos bin, aber Hauptsache sie schreiben dazu, dass ich dünn bin.“ Am Mittwoch liest der einzige jüdische Comedian Deutschlands, Oliver Polak, im Schatzkistl nicht nur aus seinem 2014 erschienenen Buch „Der jüdische Patient“ sondern unterhält das Publikum zwischendrin auch mit witzigen Anekdoten. So schreibt und erzählt er gerne von Vorurteilen gegen Juden die ihm im Alltag begegnen. Eines Tages erhält er eine Nachricht auf Facebook. Eine Afroamerikanische Frau fragt bei ihm an, ob er nicht eine Wohnung für sie wüsste. Polak ist verwundert: „Aber warum denn, ich wohne doch gar nicht in deiner Gegend, sondern in Berlin!“ Sie: „Aber Juden haben doch immer überall diese ganzen Immobilien!“ Er: „Und wer hat die Nachricht für dich verfasst?“ Sie: „Hä, wieso?“ Polak: „Weil Schwarze doch nicht lesen und schreiben können.

Doch das ist nur eine Seite von ihm. So schreibt er auch ganz offen über allseits präsente aber tabuisierte Themen wie Depression und Burn-Out: „Die Leute denken ja immer Anti-Depressiva machen dich glücklich und aufgedreht, wie wenn du wieder 18 bist und noch alles toll ist, aber das stimmt nicht. Es holt dich zwar aus dem Loch raus, aber pendelt dich eher so in die Mitte. Glücklich macht dich das nicht.“ Auch durch Metaphern die ans Herz gehen, gewinnt Polak das Publikum für sich. Man hört ein wehmütiges Seufzen im Schatzkistl durch die Reihen gehen, als der Comedian die Szene vorliest, in der er seine Freundin Sunny vom Flughafen abholen will, die er seit der Therapie nicht mehr gesehen hat: „Ich binde mir gegen die Kälte einen Schal um. Ich hätte gerne noch einen zweiten Schal, den ich mir ums Herz binden könnte – es schlägt so laut.“

Alle Fans von diesem vielschichtigen Mann, können sich jetzt schon über die Verfilmung seiner Autobiographie freuen. In der Hauptrolle ist Christian Ulmen zu sehen.

Hier gibt es schon mal den Trailer zum Film. Es ist zu hoffen, dass er bald noch größere Säle füllen wird.

Kp

Quelle: Mannheim24

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