Weil das Bahnnetz veraltet ist

ICE-Strecke Mannheim-Stuttgart ab 2020 komplett gesperrt – Die Folgen für Fahrgäste

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Noch rollt der ICE zwischen Mannheim und Stuttgart. Ab 2020 ist damit erstmal Schluss.

Mannheim - Die Bahn kommt zu spät? Bitter, aber keine Seltenheit. Um dies zukünftig zu vermeiden, erneuert die Bahn ihr Schnell-Strecken-Netz. Vor der Besserung folgt aber eine dramatische Verschlechterung.

Worum geht es? Ab dem kommenden Jahr werden Gleise, Weichen und Technik auf insgesamt vier Schnellfahrt-Strecken der Deutschen Bahn erneuert. Dabei handelt sich um mehrere Streckenabschnitte zischen Hannover und Würzburg sowie die Strecke zwischen Mannheim und Stuttgart

Im Gegensatz zu den Gleisen zwischen Hannover und Würzburg, die über Jahre hinweg in Teilabschnitten saniert wird, erfolgen Erneuerungen auf der Strecke zwischen Mannheim und Stuttgart in einer einzigen Bauphase – gesperrt wird die 99 Kilometer lange Strecke dennoch, und zwar komplett. Bahnreisende müssen sich in der Sanierungsphase zwischen 10. April und 31. Oktober 2020 daher auf erheblich längere Reisezeiten einstellen  

Generalüberholung für Schnellfahrstrecken startet 2019

Warum muss überhaupt saniert werden? 

Grund für die Sanierungsarbeiten sind die fast 30 Jahre alten Gleise und Weichen, die ihrem Alter entsprechend abgenutzt sind. Auf der Strecke zwischen Mannheim und Stuttgart etwa verkehren täglich 66.000 Fahrgäste in 185 Fernzügen mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde. Hinzu kommen täglich 24 Fernzüge. 

Was kostet das alles?

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 825 Millionen Euro. 185 Millionen davon fallen auf den Streckenabschnitt zwischen Mannheim und Stuttgart. Der Fokus auf diesem Streckenabschnitt liegt auf der Erneuerung von etwa 190 Kilometern Gleisen sowie 54 Weichen. Zudem müssen 200 000 Tonnen neuer Schotter verbaut und 315 000 neue Betonschwellen verlegt werden. Auch Lärmschutzwände sowie Leit- und Sicherungstechnik werden saniert. 

Was bedeutet die Sperrung für die Fahrgäste? 

Eines ist schon jetzt klar: Bahnkunden werden deutlich länger unterwegs sein als sonst. Derzeit braucht ein ICE zwischen Mannheim und Stuttgart 38 Minuten. Während der Bauphase zwischen April und Oktober 2020 werden die Züge jedoch nicht wie gewohnt via Direktverbindung verkehren, sondern über Heidelberg, Bruchsal und Mühlacker umgeleitet. 

Generalüberholung für Schnellfahrtstrecken startet 2019: Auswirkungen auf Reisende zwischen Mannheim und Stuttgart.

Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten nach Angaben der Bahn um 35 bis 60 Minuten, also um mindestens das Doppelte und im schlimmsten Fall fast das Dreifache! Einzelne Verbindungen entfallen zudem komplett. Die Bauarbeiten werden außerdem Auswirkungen auf den Nah- und Güterverkehr haben. Wie genau sieht der Ersatzfahrplan aus? Noch nach gar nichts. Es gibt nämlich keinen. Er wird noch erstellt und soll im Laufe des Jahres 2019 fertig sein. Immerhin erwägt die Bahn bestimmte Kundengruppen zu entschädigen.

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chh

Quelle: Mannheim24

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