„Sie gehörten eigentlich ins Gefängnis“

Missbrauch, Gewalt, „SS-Hochzeit“: Schockierende NS-Vergangenheit der Mannheimer Milliardärs-Familie!

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Peter Harf, Chef der JAB Holding Company, äußert sich zu den Vorwürfen. (Symbolfoto)

Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen - Den Namen Reimann verbindet man mit Produkten wie Calgon und Kukident. Doch nun erschüttert ein Skandal aus der Vergangenheit die Familien-Dynastie:

Update, 2. April: Die schockierenden Enthüllungen der Reimann-Familie gehen weiter: Denn nicht nur Albert Reimann senior und sein Sohn, auch seine Ehefrau Else war dem NS-Regime zugetan. Wie die ,Bild' berichtet, notierten Behörden zwei Jahre nach Kriegsende über die 73-Jährige: „Die Ermittlungen ergaben: In Schlierbach als große Parteigenossin und finanzielle Stütze bekannt.“ 

Auch die Tochter von Albert und Else, die ebenfalls Else Reimann heißt, war eine leidenschaftliche NS-Anhängerin. Laut ,Bild‘ trat sie 1931 der NSDAP bei, war Gruppenführerin beim Bund Deutscher Mädel und sie bekam ein Ehrenzeichen der Hitlerjugend. Else heiratete den Berliner SS-Unteroffizier Hans Dubber. Die Hochzeit, die parallel zur Heirat ihres Bruders Albert junior und Paula stattfand, galt bei den Behörden später als „SS-Hochzeit“. Das Familienhaus der Reimanns in Heidelberg war mit Nazi-Fahnen geschmückt. Hans Dubber und Else Reimann zogen ebenfalls nach Heidelberg. Dubber wurde zu dieser Zeit Personalchef im Reimann-Unternehmen und war damit auch für die Zwangsarbeiter verantwortlich. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Tochter Else Reimann weiterhin eine NS-Fanatikerin. „Sie soll in ihrer Begeisterung gestanzte Hakenkreuze aus dem Auto herausgeworfen haben“, heißt es in der ,Bild‘. Ihre Zuneigung hatte aber keinerlei Auswirkungen: Sowohl Mutter und Tochter wurden als ,Mitläufer‘ eingestuft. Auch Hans Dubber kam nach einer zweieinhalb-jährigen Haftstrafe als ,Mitläufer‘ davon. 

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Zweitreichste Familie Deutschlands: Reimanns verlieren an Vermögen

Update, 25. März: Nach dem Skandal um die NS-Vergangenheit der Reimann-Dynastie, jetzt auch noch diese Nachricht: Das Vermögen der Industriellen ist im Jahr 2018 wohl um fast eine Milliarde Euro gesunken. Das berichtet das Handelsblatt am Montag und beruft sich dabei auf die am Montag veröffentlichten Bilanzzahlen der JAB Holding. Zum Jahresende 2018 habe sich das Vermögen auf 15,26 Milliarden Euro belaufen – ein Jahr zuvor hätte es noch bei 16,5 Milliarden Euro gelegen. 

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NS-Skandal um Unternehmer-Familie Reimann

Sie zählen zu den reichsten Familien Deutschlands. Mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Euro belegen sie im Jahr 2018 den zweiten Platz der reichsten Deutschen. Die Rede ist von der Unternehmerfamilie Reimann.

Skandal bei Familien-Dynastie Reimann: Schlimme Details über Vorfahren

Ihrer JAB Holding Company gehören Anteile an Firmen wie Jacobs-Kaffee und Reckitt Benckiser, die Reinigungswaren und Haushaltsprodukte produzieren. Seit letztem Jahr gehören auch der Sandwich-Riese Pret A Manger und Dr Pepper dazu. Das 1851 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Ludwigshafen und wurde von Karl Ludwig Reimann geschaffen.

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Danach ging alles an Albert Reimann senior und später an seinen Sohn Albert Reimann junior. Über diese beiden Familienmitglieder sind nun skandalöse Details bekannt geworden. Die betreffen die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs

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Skandal bei Familien-Dynastie Reimann: Gewalt und Missbrauch in Werken

Wie die ‚Bild am Sonntag‘ berichtet, soll es damals in den Werken und in der Privatvilla in Ludwigshafen zu Gewalt und Missbrauch an Zwangsarbeitern gekommen sein! Zudem sollen die beiden Firmen-Patriarchen überzeugte Nationalsozialisten und Antisemiten gewesen sein. 

Die Reimann-Erben bestätigen die Vorwürfe. Sie haben selbst vor drei Jahren einen unabhängigen Historiker beauftragt, der die dunkle Geschichte aus der NS-Zeit vollständig aufarbeiten soll. „Reimann senior und Reimann junior waren schuldig. Die beiden Unternehmer haben sich vergangen, sie gehörten eigentlich ins Gefängnis“, sagt Peter Harf, ein Vertrauter der Familie und Chef der JAB Holding.

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Skandal bei Familien-Dynastie Reimann: Unternehmen will Geld spenden

Der beauftragte Wirtschaftshistoriker Paul Erker von der Uni München berichtete vier Reimann-Kindern, einem Enkel und Harf erst vor wenigen Wochen über die skandalösen Zustände der Vergangenheit. Hierbei handele es sich erst um einen Zwischenstand der Recherchen. 

Als Professor Erker berichtet hat, waren wir sprachlos. Wir haben uns geschämt und waren weiß wie die Wand. Da gibt es nichts zu beschönigen. Diese Verbrechen sind widerlich“, erklärt Harf. Er kündigt daraufhin an, zehn Millionen Euro an eine passende Organisation zu spenden! Die Familie sei nun froh, dass es endlich raus ist.

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dpa/dh

Quelle: Mannheim24

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