Meilenstein für die Tiervermittlung

Mit ‚Adoptierstube‘: Fressnapf-Markt wird neues Schaufenster für Tierheim

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Am 3. Mai eröffnet die erste Adoptierstube im Fressnapf in Mannheim-Vogelstang. 

Mannheim-Vogelstang - Zwei Jahre hat es gedauert, die Idee umzusetzen, doch jetzt werden nicht nur im Tierheim selbst Tiere vermittelt, sondern auch im „Fressnapf“! Wie das funktioniert: 

In den USA ist es schon längst gang und gäbe: Die Adoption von Tieren direkt im Zoofachhandel. Wieso sollte man diese Idee nicht auch in Deutschland umsetzen? Das dachte sich auch Fressnapf-Gründer Torsten Toeller und holte in Kooperation mit lokalen Tierheimen und dem Tierschutzverbund sogenannte ‚Adoptierstuben‘ in die Märkte. 

2013 eröffnete die erste Adoptierstube im Markt in Marburg, 2015 folgte Recklinghausen, 2016 München und jetzt – seit dem 3. Mai 2018 – endlich auch Mannheim! Doch im Gegensatz zu den USA, werden in diesen kleinen „Außenstellen“ des Tierheims keine Hunde und Katzen vermittelt, sondern ausschließlich Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen.

Bald können auch Mäuse und Hamster adoptiert werden.

„Die Katzen und Hunden bräuchten ja dann Auslauf und einen Rückzugsort, die Zuschaustellung im Markt wäre viel zu stressig für die Tiere“, erklärt Dr. Katharina Pasche, Tierärztin beim Deutschen Tierschutzbund. Doch auch diese Vierbeiner bekommen bald die Chance auf ein liebevolles Zuhause – und zwar mit Aushängen in der Stube.

Mit Aushängen sollen die Besucher auch auf Hunde und Katzen im Tierheim aufmerksam werden. 

 

Das Tierheim Mannheim freut sich über die Kooperation mit Fressnapf. „Ich mache mir keine Sorgen, dass die Tiere hier gut aufgehoben sind“, so Herbert Rückert, 1. Vorsitzender des Tierheims. Er hofft, dass durch die Adoptierstube die Vermittlungszahlen steigen. Denn viele Menschen werden dadurch auch auf das Tierheim aufmerksam. Ein gutes Beispiel: Durch die Adoptierstube in Marburg konnte das dortige Tierheim die Verweildauer der Tiere um stolze zwei Drittel senken! 

„Wir wollen das Thema und die Sensibilität dafür auch in Deutschland behutsam aufbauen. In unseren Märkten sind Tierhalter immer wieder im Austausch und durchaus bereit, einem Tierheimtier ein neues Zuhause zu geben. Diesen Effekt erhoffen wir uns auch durch das neue Projekt in Mannheim,“  unterstreicht Claudia Bethke, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Fressnapf. 

Vom Tierheim in die Adoptierstube 

Die Wenigsten kommen in das Tierheim und sagen: „Ich komme mit mit meinem Meerschweinchen nicht mehr klar, ich würde es gerne abgeben.“ Die meisten würden einfach eine Schachtel oder Käfig vor das Gebäude stellen. Weil dadurch der Bewegungssensor und damit das Licht angeht, landen auch viel Käfige einfach im Acker vor dem Tierheim. „Das ist bedauerlich, aber leider Realität.“, so Rückert. 

Auch der kleine Quentin sucht ein neues Zuhause. 

Nach einer tierärztlichen Untersuchung und Impfung kommen die Tiere dann für etwa eine Woche zur Beobachtung und Akklimatisierung in einen Quarantäneraum. Dann erst geht es in die Adoptierstube. Bisher sind zwei Meerschweinchen und ein Kaninchen im Fressnapf untergebracht.

Was zukünftige Besitzer wissen müssen

Wer Interesse an einem der Tiere hat, kann es aber nicht einfach mit nach Hause nehmen. Wie auch im Tierheim müssen Herrchen und Frauchen erst einmal zeigen, dass sie sich entweder mit dem Tier schon auskennen – oder lernwillig sind. Vor Ort beraten nicht nur kompetente Mitarbeiter des Marktes die Interessenten, sondern auch immer wieder Mitarbeiter des Tierheims. Natürlich braucht der neue Mitbewohner auch genug Platz. 

„Man kann nicht einfach einen winzigen Käfig ins Kinderzimmer stellen und damit hat es sich. Die Haltung muss artgerecht sein“, erklärt Rückert. Das Tierheim behält sich auch vor, die Zustände zu Hause zu kontrollieren. Tiere werden außerdem nie einzeln vermittelt, sondern nur als Pärchen. Das gilt jedoch nicht für Hamster. Allein werden die Tiere nur abgegeben wenn ein Partnertier gesucht wird. 

Alle Beteiligten freuen sich über diese besondere Kooperation zum Wohl der Tiere. 

Ist das geschafft, erhebt das Tierheim eine Schutzgebühr. So kostet ein kastriertes Zwergkaninchen beispielsweise 50 Euro, ein Hamster 10 Euro. Die Gebühr geht zu 100 Prozent an das Tierheim. „Diese Gebühr deckt jedoch nicht annähernd die Ausgaben. Die Kastration eines Zwergkaninchens kostet bespielsweise schon 60 Euro“, so Dr. Olaf Türck, Leiter vom tierärztlichen Dienst der Fressnapf Tiernahrungs GmbH.

Heiko Zinn, Inhaber der Mannheimer Fressnapf-Filiale bezweifelt ebenfalls nicht, dass die Tiere schnell ein gutes Zuhause finden werden. „Die Mitarbeiter sind so begeistert von der Idee, dass sie sich jetzt auffällig oft im hinteren Bereich des Marktes aufhalten“, sagt er lachend. „Ich glaube der Ein oder Andere wird eines adoptieren.“ 

kp

Quelle: Mannheim24

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