So reagiert die Stadt Mannheim 

Weil er zu krass mit Jaguar protzte – Poser darf aus Mannheim verbannt werden!

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Ein Ludwigshafener darf aus Mannheim verbannt werden, wenn er mit seinem Auto protzt (Symbolfoto)

Mannheim/Ludwigshafen - Ein Jaguar-Fahrer hat so krass mit dem Posen übertrieben, dass er nun aus der Stadt verbannt werden darf! Das hat ein Gericht jetzt entschieden:

Update vom 7. Juni: Nach dem Beschluss, dass ein Ludwigshafener Poser aus Mannheim verbannt werden darf, äußert sich die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer von den Grünen zu der Entscheidung: „Gerade in der Mannheimer Innenstadt belastet die sogenannte Autoposer-Szene die Anwohnenden. Lärm macht genau so krank wie schlechte Luft.“, so die Abgeordnete auf MANNHEIM24-Anfrage. „Nun ist richterlich festgestellt: Wer unnötig Lärm und Abgase verursacht, der kann aus der Stadt verbannt werden. Ein weiterer Schritt, um unsere Innenstadt wieder attraktiver zu machen und zwar für Menschen statt für Autos!“ 

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Auch Gerhard Fontagnier, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen ist sich sicher, dass dies die richtige Entscheidung ist: „Der nächtlichen Lärmbelastung durch "Stadtrundfahrten" mit aufgemotzten PKW und röhrenden Auspuffrohren, die vor allem für die Anwohnerinnen und Anwohnern von z.B. Fressgasse und Kunststraße unerträglich ist, muss dauerhaft Einhalt geboten werden!“

Gegen Lärm und Abgase: Gericht beschließt Gesetz gegen Poser

Erstmeldung vom 6. Juni: Im Sommer 2016 protzt ein Ludwigshafener mit seinem Jaguar F-Type in Mannheim. Mehrfach fällt er Fußgängern und auch der Polizei auf. Kurz darauf ordnet die Kommune ein Verbot gegen den Autoposer an und verlangt, dass er aus Mannheim verbannt werden darf.

Das findet der Jaguar-Fahrer gar nicht lustig und will vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen das Verbot Berufung einlegen – vergebens wie sich nun herausstellt.

Jaguar-Protzer darf aus Mannheimer verbannt werden

Am Donnerstag (6. Juni) beschließt der VGH, dass der Ludwigshafener aus Mannheim verbannt werden darf, wenn er mit seinem Auto unnötigen Lärm und zu viele Abgase verursacht. Der VGH betont, dass die Entscheidung kein Fahrverbot sei. Wenn sich der Autofahrer gesetzeskonform verhalte, dürfe er natürlich mit seinem Fahrzeug in Mannheim fahren. 

Berufung eines Posers abgewiesen: So reagiert die Stadt Mannheim  

Die Anordnung, beim Fahren eines getunten Autos im gesamten Stadtgebiet weder unnötig Lärm zu machen noch Abgase zu verursachen, ist rechtsgültig. Die Stadt hatte dieses Lärm- und Abgaseverbot im September 2016 gegen einen Jaguar-Fahrer aus Ludwigshafen verhängt. „Das Urteil hat bestätigt, dass unser Vorgehen gegen einen notorisch uneinsichtigen Poser rechtmäßig ist. Damit sind solche Maßnahmen in ähnlichen Fällen auch künftig möglich, so dass eine effektive Vorgehensweise gegen rücksichtslose Fahrzeugführer gewährleistet ist. Von dem Urteil wird auch eine Signalwirkung an den betroffenen Personenkreis sowie an andere Städte ausgehen, die ebenfalls gegen die Poser-Szene vorgehen, um ihre Bürgerinnen und Bürger vor solch rücksichtslosem Verhalten zu schützen, begrüßt Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht das Urteil. 

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Der Ludwigshafener war im Sommer 2016 innerhalb von einem Monat mehrmals mit seinem getunten Auto durch die Innenstadt gefahren. 14 Mal hatten sich Anwohner bei der Polizei beschwert, weil sie sich durch den massiven Autolärm gestört fühlten. Auch die Beamten selbst hatten den Fahrer mehrfach angehalten. 

Nachdem dieser sich uneinsichtig zeigte, ordnete die Stadt schließlich die Maßnahme an. Dagegen klagte der Fahrer im Dezember 2018 beim Verwaltungsgericht Karlsruhe – jedoch erfolglos. 

Gegen das Urteil wollte der Fahrer in der nächsthöheren Instanz beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg vorgehen und reichte dort einen Antrag auf Zulassung der Berufung ein. Das Gericht wies diesen nun zurück gab und damit der Stadt Mannheim in ihrer Entscheidung Recht.

Mit Polizei auf Poser-Jagd: Sie sorgen für Ruhe im PS-Stall!

In der Quadratestadt gibt es eine regelrechte Poser-Szene! Allein im letzten Jahr wurden über 80 aufgemotzte Karren von der Polizei sichergestellt. Daher finden regelmäßig Poser-Kontrollen statt, wir haben eine sogar mal begleiten dürfen

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dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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