DIY-Mundschutz

Mundschutz selbst gemacht – so einfach nähst Du eine Maske

Maske nähen: So leicht kannst Du Deinen Mundschutz selbst nähen – die einfache Anleitung im Video:

  • In allen Bundesländern herrscht im Kampf gegen das Coronavirus ab Ende April eine Maskenpflicht.
  • Doch wo kann mann überall Masken kaufen?
  • Anleitung mit Video: So kannst Du einen Mundschutz selber nähen!

Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und nun auch Baden-Württemberg – ab Ende April gibt es in allen Bundesländern die Maskenpflicht, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. In den restlichen Ländern wird das Tragen eines Mundschutzes dringend empfohlen. Vor allem beim Einkaufen, im Geschäft oder bei der Nutzung des ÖPNV sollen wir zur Schutzmaske greifen. Denn dort treffen wir auf viele Mitmenschen und können nicht immer den Abstand von mindestens 1,5 Metern wahren. 

Doch mit der Maskenpflicht stellen sich natürlich jetzt viele Bürger die Fragen: Wie bekomme ich eine Maske? Wo gibt es einen Mundschutz zu kaufen? Welche Unterschiede gibt es bei den Masken? Und: Kann ich eine Maske auch selbst nähen? Wir haben für Dich alle wichtigen Fragen rund um den Mundschutz und das Thema Maskenpflicht zusammengefasst.

Kampf gegen Coronavirus: Darum ist ein Mundschutz sinnvoll

Zunächst einmal muss geklärt werden, warum das Tragen einer Maske so wichtig ist. Das Robert-Koch-Institut erklärt, dass durch das Tragen eines Mundschutzes andere Menschen geschützt werden können. Denn: Das Coronavirus verbreitet sich über eine Tröpfcheninfektion und eine Schutzmaske hält Tröpfchen, die beim Reden, Husten oder Niesen entstehen, zurück. 

Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass eine gesunde Person, die einen Mundschutz trägt, ebenfalls vor dem Coronavirus geschützt wird. In erster Linie dient eine Maske also zum Schutz der anderen. Das haben auch Forscher aus Hongkong herausgefunden. Hamster wurden mit dem Coronavirus konfrontiert. Dabei wurde gezeigt, dass Masken vor einer Ansteckung schützen können.

Durch die neuen Corona-Verordnungen wird das öffentliche Leben ganz langsam wieder hochgefahren. Doch damit nicht eine neue Infektionswelle kommt, muss sich die Bevölkerung schützen – und das unter anderem durch Masken. Damit ein Mund-Nasen-Schutz seinen Zweck erfüllt, muss er richtig verwendet werden. Dazu gehört die richtige Tragweise, aber auch die Abnahme der Maske nach dem Benutzen und die richtige Entsorgung des Mundschutzes.

Coronavirus: Wo kann ich eine Maske kaufen?

Aufgrund der Maskenpflicht beziehungsweise der dringenden Empfehlung, einen Mundschutz zu tragen, wollen und müssen nun viele Bürger eine Maske besitzen. Die Frage ist jetzt bloß: Woher bekommt man überhaupt eine Maske? Zunächst einmal die Entwarnung: Es gibt trotz Corona-Krise noch Masken zu kaufen, man muss nur etwas suchen.

Denn in vielen Apotheken und Baumärkten, wie beispielsweise Hornbach, sind Schutzmasken bereits ausverkauft. In Drogeriemärkten wie dm und Rossmann gibt es bislang auch keine. Supermärkte und Discounter bieten aktuell zwar noch keinen Mundschutz an, aber das könnte sich in diesen Geschäften bald ändern:

  • REWE und Aldi Nord prüfen demnächst einen Masken-Verkauf.
  • Aldi Süd will eine Mundschutz-Aktion planen. Wann diese stattfinden soll, ist bislang noch unklar.
  • Lidl plant bislang keinen Verkauf von Schutzmasken. Die Mitarbeiter werden aber mit Mundschutz ausgestattet.

Es gibt natürlich auch zahlreiche Angebote im Internet – doch hier ist Vorsicht geboten. Denn oft werden Masken zu überteuerten Preisen angeboten oder bei den Webseiten handelt es sich sogar um Fake-Shops

So manche Firma produziert nun ebenfalls Behelfs-Masken. Jedoch werden diese oftmals für Kliniken, Behörden, Pflegeeinrichtungen oder andere Unternehmen hergestellt. Das Unternehmen „Trigema“ bietet Masken für Endkunden an, allerdings kostet eine zwölf Euro. Das ist die blaue Plastik-Maske vom Spielzeughersteller Playmobil schon günstiger. Dort kostet ein Mundschutz etwa fünf Euro. Die Playmobil-Maske ist aber nur für Erwachsene gedacht. 

Ansonsten kann jeder beim hiesigen Schneider nachfragen. In einigen Ortschaften werden auch Masken an Kiosks oder Tankstellen verkauft. In einigen Geschäften bekommen Kunden auch vom Personal Masken angeboten. 

Masken selbst nähen - Anleitung zum DIY-Mundschutz

Wer zu Hause eine Nähmaschine hat oder ein wenig Fingerspitzengefühl besitzt, der kann sich auch einfach selbst eine Maske nähen. Für alle anderen haben wir drei ganz einfache Masken-Alternativen zum Selberbasteln. Das Gute daran: Du brauchst nicht allzu viel Materialien und ein Mundschutz ist recht simpel selbst gemacht, sogar aus einer Socke kannst Du eine Maske zaubern. Zur Not kannst Du natürlich auch jemanden aus Deiner Familie oder dem Freundeskreis fragen, der Dir eine Maske nähen kann.

Si einfach nähst Du Dir Deine Maske selbst.

Laut Prof. Klaus-Dieter Zastrow, Facharzt für Hygiene und Vorsitzender des deutschen Normungsausschusses für OP-Textilien, könne eine selbstgemachte Maske zum Schutz gegen das Coronavirus helfen. „Schließlich geht es zuerst um eine physische Barriere, die das Eindringen von Tröpfchen in den Nasen-Rachen-Raum verhindert. Das kann auch eine selbst genähte Maske leisten“, so Zastrow gegenüber „Bild“.

Anleitung für eine selbstgemachte Maske:

Grundsätzlich vorab: Eine Maske sollte gut sitzen. Das heißt, sie muss Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen. Sobald die Maske durchgefeuchtet ist, muss sie gewaschen werden. Dafür reichen 60 Grad und etwas Waschmittel bereits aus, um Viren abzutöten.

Dieses Material brauchst Du:

  • Stofftuch (17 cm x 34 cm) – verwende am besten ein Baumwolltuch, zum Beispiel aus einem alten T-Shirt
  • 2x Stoffstreifen (90 cm x 2 cm) – ebenfalls kochfester Baumwollstoff
  • 2x Stoffstreifen (17 cm x 2 cm) – ebenfalls kochfester Baumwollstoff
  • Draht (etwa 15 cm)

So nähst Du einen DIY-Mundschutz:

  1. Falte das Stofftuch in der Mitte und bügel es
  2. Bügel drei Falten (1,3 cm breit) in das Stofftuch
  3. Die Stoffstreifen an den Rändern versäubern und zur Hälfe bügeln
  4. Das Stofftuch in die Stoffstreifen (17 cm Länge) einlegen
  5. Den Draht an der oberen Kante dazulegen
  6. Die Kantenverstärkungen vernähen
  7. Die Seiten des Stofftuches in die Stoffstreifen (19 cm) einlegen und ebenfalls vernähen.

Anleitung mit Video: So nähst Du Dir eine Maske

Masken-Arten

Es gibt unterschiedliche Maskenarten. Für Kliniken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stehen Atemschutzmasken zur Verfügung. In den Ländern, in denen die Maskenpflicht besteht, wird oft von Alltagsmasken gesprochen. Doch worin liegt eigentlich der Unterschied?

  • Atemschutzmasken: Zu diesen Masken gehören drei verschiedene Klassen: FFP1, FFP2 und FFP3. Vereinfacht kann man sagen: Je höher die Zahl, desto besser der Schutz. Denn die Masken haben einen integrierten Filter, der den Schutz vor dem Coronavirus deutlich erhöht. Aber diese Masken werden derzeit in erster Linie für Pflege- und Krankenpersonal produziert.
  • Einwegmasken (auch OP-Masken): Wie der Name schon sagt, sind diese Masken nur für den einmaligen Gebrauch gedacht. Sie sind vergleichsweise billig (rund 30 Cent pro Stück). 
  • Stoffmasken: Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Motiven und sie sind mehrfach verwendbar. Die Stoffmasken kann man auch als Alltagsmasken bezeichnen. Allerdings – wie die Einwegmaske – schützen diese Masken nicht wirklich. „Träger der Masken können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde“, schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Anmerkung: In den Bundesländern, in denen die Mundpflicht gilt, ist es auch erlaubt, einen Schal oder ein Tuch zu benutzen. Es ist lediglich wichtig, dass Mund und Nase bedenkt sind. Oberbürgermeister von Heidelberg, Eckart Würzner, der eine Maskenpflicht als einen richtigen Schritt zur Eindämmung der Infektion sieht, erklärt: „Ich sehe auch kein Beschaffungsproblem – denn es ist ja schon ausreichend, wenn man sich ein Tuch vor Mund und Nase bindet. Das hat bestimmt jeder zu Hause. Sehr viele Initiativen nähen zudem Stoffmasken, die ebenfalls sehr gut funktionieren. Zudem ist die Versorgungslage in Apotheken, Drogerien und im Online-Versandhandel wieder besser geworden. Daher hat jeder Bürger und jede Bürgerin die Möglichkeit, sich selbst mit dem notwendigen Material auszustatten. Ich trage seit Wochen Stoffmasken.

Es gibt unterschiedliche Arten von Masken, beispielsweise gibt es die Einwegmaske.

Brillenträger haben derzeit ein großes Problem: Durch die Maske beschlagen die Brillengläser. Doch mit diesen einfachen Tipps kannst Du das verhindern.

Coronavirus: In diesen Bundesländern gibt es eine Maskenpflicht?

Wer einkaufen geht, den ÖPNV nutzt oder im Büro arbeitet, muss in einigen Ländern eine Maske tragen. In diesen Bundesländern gilt wegen des Coronavirus eine Maskenpflicht (Stand 21. April):

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Wer in diesen Ländern keine Maske trägt, muss nicht sofort mit einem Bußgeld rechnen. Man möchte zunächst die Menschen sensibilisieren und aufklären, statt sofort bestrafen. Allerdings können Kunden ohne Mundschutz aus dem Laden geworfen werden. In einigen Bundesländern droht auch eine Bußgeld-Strafe, die von 10 bis 150 Euro sich belaufen kann. Übrigens: Ob eine Maske während der Autofahrt erlaubt ist, erfährst Du hier.

Momentan kursiert auch ein WhatsApp-Kettenbrief, in dem Eltern davor gewarnt werden, ihren Kindern Masken anzuziehen. Längst haben Ärzte die Aussagen im Kettenbrief widerlegt und geben Entwarnung.

jol

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