Mund-Nasen-Schutz dauerhaft sinnvoll

Corona-Maskenpflicht auch nach Ende der Pandemie? Experten mit klarer Ansage

Seit April 2020 gilt in Deutschland vielerorts Maskenpflicht. Einige tun sich mit dem Mund-Nasen-Schutz besonders schwer. Die Forderung von Experten dürfte bei Maskenmuffel für Entsetzen sorgen:

Sie sind in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße oder in Supermärkten vereinzelt sichtbar: Menschen, die ihre Mund-Nase-Bedeckung nur nachlässig tragen. Die überwiegende Mehrheit hat sich jedoch mit dem stetigen Begleiter mit Gesicht arrangiert. Besonders seit der Regeleinführung, beim Einkaufen und in Bus und Bahn eine OP-oder FFP2-Maske zu tragen, scheinen mehr Menschen konsequenter die Maskenpflicht zu befolgen. Zugegeben, ist es auch schwer bis unmöglich eine FFP2-Maske unter die Nase zu ziehen. Anders als OP-Masken schützen die eng anliegenden FFP2-Masken auch vor Aerosolen, die bei der Verbreitung der Coronaviren eine wichtige Rolle einnehmen. Dagegen helfen OP-Masken vor allem zu verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Trägers in die Umwelt gelangen.

Maske gegen Corona: FFP2-Maske schützt auch den Träger

FFP2-Masken filtern sowohl die eingeatmete, als auch die ausgeatmete Luft über die Maskenfläche und bieten daher sowohl einen Eigen- als auch einen Fremdschutz. Dazu müssen sie jedoch eng anliegen und bei Durchfeuchtung sofort gewechselt werden. Mit diesem Trick kannst Du eine gebrauchte FFP2-Maske wiederverwenden.

Maskenpflicht in Deutschland: Zahl der Grippefälle hat sich halbiert

Neben dem Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat die Maskenpflicht in Deutschland noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die Krankenkassen verzeichnen im Jahr 2020 viel weniger Krankschreibungen aufgrund der saisonalen Grippe. Dieser erfreuliche Umstand steht nicht nur im Zusammenhang mit der Maskenpflicht, sondern auch mit der Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand halten, Händewaschen, Alltagsmaske tragen).

Wie die „Welt“ berichtet, soll sich die Zahl der grippebedingten Krankschreibungen zwischen Anfang November und Weihnachten 2020 im Vergleich zu den Vorjahren nahezu halbiert haben. Auch seit Begin des Jahres 2021 soll es laut Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert-Koch-Institutes (RKI) zwar wieder einen leichten Anstieg von Infektionskrankheiten gegeben haben, dieser liege jedoch deutlich unter dem Durchschnitt.

Das Ausbleiben der Grippewelle ist nicht nur in Deutschland nachweisebar, auch Österreich und die Schweiz verzeichnen einen Rückgang der Influenza-Fälle von bis zu 95 Prozent.

„Die Kontaktbeschränkungen, die verminderte Mobilität im Lockdown und natürlich die Einhaltung der AHA-Regeln dämmen nicht nur die Corona-Pandemie ein, sondern erschweren auch die Übertragung anderer Infektionskrankheiten“, sagt Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, gegenüber der „Welt“.

Dank Maskenpflicht und AHA-Regel: Auch Zahl anderer Infektionskrankheiten drastisch gesunken

Auch Apotheker berichten, dass sie im Winter 2020/21 weniger Medikamente gegen Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten, Hals-und Gliederschmerzen verkauft haben.

Neben der gesunkenen Zahl der Grippe-Fälle registrieren Ärzte in Deutschland auch eine geringere Ausbreitung anderer Infektionskrankheiten wie Magen-Darm-Grippe, Durchfall durch Noroviren, Lungenentzündungen und Bronchitis. Laut der Krankenkasse AOK soll hier die Zahl um ein Drittel niedriger gewesen sein, als im Vorjahr. Dies ist nicht nur auf die Einführung der Maskenpflicht zurückzuführen, sondern auch auf das häufige Waschen und Desinfizieren der Hände.

Maskenpflicht in Deutschland: Wie lange müssen wir die Maske noch tragen?

Ein Ende der Maskenpflicht ist vorerst nicht abzusehen. Zwar sinken die Corona-Zahlen allmählich, einen Grund für weitreichende Lockerungen sehen Bund und Länder vor dem nächsten Corona-Gipfel jedoch nicht. Das liegt vor allem an der gegenwärtigen Ausbreitung der ansteckenderen Corona-Mutationen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Maskenpflicht als letzte Maßnahme zurückgenommen wird. Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass wir bis Ende 2021 Maske tragen werden. Auch die anfänglichen Impfungen werden daran nur wenig ändern.

Maske tragen auch nach der Pandemie? Das fordern Ärzte und Virologen

Ebenfalls in der „Welt“ fordern Ärzte und Virologen in Deutschland das Tragen einer Atemmaske auch nach Ende der Corona-Pandemie fortzusetzen. Nicht überall, aber zumindest in einigen Bereichen des Lebens. Das Tragen einer Maske könnte beispielsweise in Wartezimmern von Ärzten, in Krankenhäusern, in Alten-und Pflegeheimen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln die Gefahr einer Ansteckung mit Grippe oder einer anderen Infektionskrankheit vermindern.

Bleibt die Maskenpflicht in Bus und Bahn bestehen?

Der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund) sieht den Vorschlag einer Dauer-Maskenpflicht als eine „Option“. Er fügt jedoch hinzu, dass das Tragen eines Maske kein „Allheilmittel“ sei, da Arztpraxen keine Infektionsherde seien. Aus der Sicht des Virchowbundes sollte eine Maskenpflicht insbesondere dort gelten, wo kein Abstand eingehalten werden kann, wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Maskenpflicht auch nach Ende der Corona-Pandemie: Ist das überhaupt rechtens?

Werden wir also auch nach dem Ende der Corona-Pandemie für immer eine Maske in Bus und Bahn, in Praxen, Krankenhäusern und Altenheimen tragen müssen? Auf wa.de*-Anfrage sagt Arndt Kempgens, Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen, dass die Maskenpflicht eine erhebliche Beeinträchtigung in die Grundrechte darstelle. Die Corona-Schutzverordnung erlaube dies nur so lange, wie es nach dem Infektionsschutzgesetz erforderlich ist. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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