DIY-Mundschutz

Masken nähen – und das super einfach? So geht's!

Maske einfach selbst nähen: So leicht bastelst Du Dir einen Mund-Nase-Schutz selbst – die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Video: 

  • Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, die Sorgen vor einer Ansteckung sind groß.
  • Ab dem 27. April gilt in vielen Bundesländern eine Maskenpflicht.
  • Viele Menschen nähen Atemschutzmasken selbst – wir zeigen, wie‘s geht!
  • Doch wie sicher ist der DIY-Mundschutz wirklich?
Am 25. Februar ist in Baden-Württemberg der erste Coronavirus-Fall bekannt geworden. Seither kämpft Deutschland gegen die unsichtbare Gefahr an. Es werden drastische Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. So dürfen sich die Bürger nur noch paarweise oder mit den Menschen, die im gemeinsamen Haushalt leben, treffen. Man muss mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten und wenn möglich zu Hause bleiben. Außerdem wird seit des Ausbruchs der Corona-Pandemie darauf hingewiesen, dass der beste Schutz vor einer Ansteckung das regelmäßige und gründliche Händewaschen und die Einhaltung von Husten- und Niesregeln ist.

Maskentyp

Einfacher Mund-Nasen-Schutz

FFP2/FFP3 

ohne Ventil

FFP2/FFP3

mit Ventil

Selbstgemachte Maske aus Baumwolle 

Schal oder Tuch

Eigenschutz

nein

ja

ja 

etwas 

etwas

Fremdschutz

ja

ja

nein

ja

etwas

Viele Menschen tragen außerdem eine Atemschutzmaske oder sogar einen Schal um den Mund, um so die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Allerdings sind immer weniger Masken verfügbar und oftmals ausverkauft. Und bevor Atemschutzmasken der Bevölkerung bereits gestellt werden, muss der Bedarf in Kliniken und Krankenhäusern zuallererst gesichert werden. Denn auch hier ist die Nachfrage nach Mundschutz enorm! Es bieten nun aber immer mehr Discounter, Drogeriemärkte und Supermärkte Masken an.

Update vom 24. April: Alle Bundesländer haben eine Maskenpflicht beschlossen. In vielen startet diese am 27. April. Bürger müssen einen Mundschutz beim Einkaufen und dem ÖPNV tragen.

Update vom 16. April: Bund und Länder haben am Mittwoch gemeinsam entschieden, dass eine Mundschutz-Pflicht nicht notwendig ist. Aber: Das Tragen einer Maske wird vor allem in Öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen dringend empfohlen.

Übrigens: Der Spielzeug-Hersteller Playmobil hat nun auch eine Maske auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei um einen Plastik-Mundschutz für Erwachsene.

Coronavirus: Mehrheit der Deutschen für Masken-Pflicht – Robert-Koch-Institut bewertet Mundschutz neu

Update vom 2. April: Nachdem Bund und Länder am Mittwoch entschieden haben, dass es keine Mundschutz-Pflicht in Deutschland geben wird, laufen die Arbeiten von selbstgemachten Masken dennoch auf Hochtouren. So nähen künftig Häftlinge in baden-württembergischen Gefängnissen Atemschutzmasken und auch viele Freiwillige nähen Masken für den guten Zweck. Beispielsweise stellen ehrenamtliche ASB-Mitglieder Behelfs-Masken aus Stoff her und verteilen diese an Menschen, die aktuell keinen Zugriff auf Mundschutz haben. 

Nun reagiert sogar das Robert-Koch-Institut und schätzt das Tragen von Mundschutz neu ein. Wenn Menschen, die keine Symptome zeigen, vorsorglich eine Maske tragen, könne das das Risiko einer Übertragung von Coronaviren auf andere mindern. Nicht jeder, der an Covid-19 erkrankt ist, bemerkt dies. „Deshalb könnte das Tragen von Behelfsmasken durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, zum Beispiel ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch gegebenenfalls am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Behelfsmasken das Bewusstsein für „physical distancing“ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen“, so das RKI auf der Webseite. Es gibt übrigens mittlerweile einen Test, der eine Einschätzung abgibt, ob Du am Coronavirus erkrankt bist.

Allerdings weist das RKI nochmals darauf hin, dass andere Hygienemaßnahmen und der Abstand zu anderen Personen weiterhin eingehalten werden müsse. Es sei außerdem nicht wissenschaftlich belegt, dass selbstgenähte Masken oder Mund-Nasen-Schutz wirklich vor einer Ansteckung schützen. Forscher aus Hongkong haben aber durch Tierversuche herausgefunden, dass OP-Masken vor dem Coronavirus schützen können. Allerdings: Gerade Einweg-Masken stellen bei der Entsorgung ein Problem dar. Es ist wichtig, dass die Masken richtig weggeworfen werden.

Übrigens: Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hat ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen für eine Masken-Pflicht wäre (57 Prozent der Befragten). Etwa ein Drittel halte von einer Mundschutz-Pflicht gar nichts. Vor allem Frauen sind Befürworter einer Tragepflicht. 

Coronavirus: DIY-Mundschutz – Atemschutzmasken selber machen  

Meldung vom 30. April: Das Interesse nach Atemschutzmasken ist so groß, dass die Hersteller kaum mehr nachkommen. Um aber trotzdem einen Mundschutz zu Hause zu haben, greifen einige Menschen nun selbst zur Nähmaschine. Seit wenigen Tagen wimmelt es deshalb im Netz von "Do-It-Yourself"- Atemschutzmasken. Allein auf Instagram findet man zu dem Hashtag #mundschutznähen über 3.700 Beiträge.

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Guten Morgen! 34 Masken gehen morgen auf die Reise zu ihren neuen Besitzern: Hebammen, Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Verkäuferinnen, eine Familie mit vorerkrankten Großeltern und meine liebe @frau.vom.bau ❤️ Die Masken sollen helfen vor der Infektion durch Tröpfchen zu schützen, sie schützen nicht vor dem Virus selbst! Es ist immer noch besser zuhause zu bleiben, viel Abstand zu anderen Menschen zu halten und sich, so oft wie möglich, gründlich die Hände zu waschen! Noch habe ich Kapazität: wer dringend einen Mundschutz benötigt, der schreibt mir bitte eine Mail. Gegen die Übernahme von Materialkosten und Porto habe ich nichts einzuwenden ☺️ Kontakt: mail@esther-ollick.de

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Es gibt mehrere Anleitungen, wie jeder von zu Hause aus einen eigenen DIY-Mundschutz nähen kann. Einige Menschen stellen gleich mehrere Atemschutzmasken her und verkaufen oder verschenken diese weiter. 

Doch die Frage, die sich wohl viele stellen, ist: Wie sicher sind selbstgemachte Atemschutzmasken?

Coronavirus: Selbstgemachter Mundschutz – Wie sicher sind die DIY-Atemschutzmasken?

Zuerst einmal muss geklärt werden, was ein Mundschutz überhaupt gegen das Coronavirus bewirkt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erläutert, dass das Tragen eine Atemschutzmaske „oder einer alternativen, ggf. textilen Barriere im Sinne eines Mund-Nasen-Schutzessinnvoll sein kann, wenn (!) man bereits am Coronavirus erkrankt ist. Das Risiko einer Ansteckung anderer Personen kann durch das Tragen einer Maske verringert werden. Denn: Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, gelangen so nicht vollständig an die Luft. 

Was kann der selbstgemachte Mundschutz? (Symbolfoto)

Aber: Es gibt bislang keinen Nachweis dafür, dass ein Mundschutz VOR einer Ansteckung schützen kann. Also wer eine Atemschutzmaske trägt und gesund ist, wird dadurch nicht vor dem Coronavirus geschützt. Außerdem könne laut der WHO das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht erforderlich ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Dadurch können wichtige Maßnahmen wie gute Händehygiene vernachlässigt werden. Außerdem sind selbstgenähte Masken nicht zertifiziert. Zertifizierte Masken wie die FFP2- oder FFP3-Masken, die bis zu 99 Prozent die Aerosole aus Mund und Nase zurückhalten, werden in sanitären Einrichtungen gebraucht.

Coronavirus: Anleitung – So nähst Du einen Mundschutz selbst

Effektiv hilft also ein selbstgemachter Mundschutz nicht gegen eine Ansteckung des Coronavirus. Allerdings kann so eine Ausbreitung verlangsamt oder gar verhindert werden.

Anleitung für eine DIY-Atemschutzmaske – in wenigen Schritten zur fertigen Maske.

Wer also jetzt sich eine Atemschutzmaske selbst basteln will, für den haben wir hier eine Anleitung:

Das wird benötigt: 

  • Stück Stoff: 17 cm x 34 cm (aus atemdurchlässigem, kochfestem Baumwollstoff, z.B. ein T-Shit, Kissenbezug)
  • Kopfband: zweimal 90 cm lange Streifen Naht-/Schrägband (alternativ 2 cm breite Stoffstreifen aus kochfester Baumwolle oder ein Gummiband)
  • zum Einfassen: zweimal 17 cm lange Streifen Schrägband (oder alternativ wie Kopfband)
  • Draht: 10 bis 15 cm

Mundschutz nähen – Anleitung:

  1. Stoffstück auf 17 cm x 34 cm zurechtschneiden
  2. Stoffstück in der Hälfte falten und bügeln
  3. Stoffstück gleichmäßig dritteln und 1,3 cm kleine Falten hinzufügen
  4. Falten bügeln (Falten öffnen sich nach unten)
  5. Stofftuch oben und unten in das Schrägband einlegen (Achtung: Wer Stoffbänder selbstgemacht hat, sollte diese bügeln und an den Kanten versäubern)
  6. Am oberen Rand den Draht in die Kantenverstärkung einlegen
  7. Alles außen rum einfassen
  8. Bänder falten und vernähen (entweder mit der Nähmaschine oder von Hand – hier ist nur etwas Fingerspitzengefühl gefragt)
  9. fertig!

Du kannst übrigens auch ganz einfach aus einer Socke eine Maske machen! Wichtig ist, dass der selbstgenähte DIY-Mundschutz eng anliegt und beim Sprechen Mund und Nase verdeckt. Wenn die Maske durchfeuchtet ist, muss sie ausgewechselt werden (hier nur die Bänder anfassen). Die selbstgemachte Maske sollte nach jedem Tragen gewaschen werden (mindestens 60 Grad mit Waschmittel). 

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Fazit: Eine selbstgemachte Atemschutzmaske kann beim Kampf gegen das Coronavirus zwar helfen und eine Ausbreitung der Krankheit verlangsamen. Aber einen effektiven Schutz vor der Ansteckung bietet sie  – so wie alle anderen Masken auch – nicht. Außerdem ist es wichtig, dass kein falsches Bild transportiert wird und die vorgegeben Hygiene- und Abstandmaßnahmen unbedingt eingehalten werden. Denn nur diese können wirklich eine Ansteckung des Coronavirus verhindern. Am besten ist jedoch: Wenn möglich, einfach zu Hause bleiben!

Brillenträger haben derzeit ein großes Problem: Durch die Maske beschlagen die Brillengläser. Doch mit diesen einfachen Tipps kannst Du das verhindern. Außerdem fragen sich viele Autofahrer, ob eine Maske trotz Vermummungsverbot in Ordnung ist.

Momentan kursiert ein WhatsApp-Kettenbrief, in dem Eltern davor gewarnt werden, ihren Kindern Masken anzuziehen. Längst haben Ärzte die Aussagen im Kettenbrief widerlegt und geben Entwarnung.

jol

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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