Nach Massencrash auf A5

„Ein emotionaler Einsatz!“ Polizist greift zu ungewöhnlicher Maßnahme – und bringt Gaffer zum Heulen

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Ein Beamter der Autobahnpolizei hat genug gesehen – und greift zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um einen Gaffer zu belehren.

Hessen - In der Nacht auf Freitag kommt es auf der A5 zu einer Massenkarambolage mit mehreren Schwerverletzten – das sind jedoch nicht die einzigen schockierenden Bilder, die sich den Einsatzkräften bieten...

Update vom 24 Mai um 13:30 Uhr:Braucht das Deine Familie, damit sie Dir glaubt, dass Du im Stau gestanden hast? Willst Du das sehen?“ – es sind nicht nur ungewöhnliche Maßnahmen, sondern auch harte Worte, die ein Autobahnpolizist nach einer schweren Massenkarambolage auf der A5 in Südhessen in der Nacht auf Freitag (24. Mai) ergreift.

Der Beamte ist an der Unfallstelle in Fahrtrichtung Frankfurt im Einsatz, doch der ist nicht wie jeder andere. Nicht nur, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer nicht in der Lage sind, eine ordentliche Rettungsgasse zu bilden und damit den Einsatzkräften das Durchkommen zur Unfallstelle massiv erschweren, auch etliche Gaffer fahren langsam an der Unfallstelle vorbei und halten mit ihren Smartphones voll drauf.

Schwerer Unfall auf A5: Polizist knöpft sich Gaffer vor

Als ein Lkw-Fahrer genau das tut, platzt dem Autobahnpolizisten der Kragen! Er befiehlt dem Mann anzuhalten und reißt danach die Beifahrertür auf, krallt sich das Handy des Schaulustigen. Im Anschluss zitiert er ihn direkt zur Unfallstelle, wo das Auto eines 19-jährigen Frankfurters völlig ausgebrannt ist. Doch damit nicht genug! Eindringlich und bestimmt redet er dem Brummi-Fahrer ins Gewissen: „Wolltest Du das fotografieren? Willst Du da drin gesessen haben? Ist es das, was Du willst? Willst Du das sehen?“, faucht er dem Mann entgegen.

Einem Beamten der Polizei platzt der Kragen – er hält einem schaulustigen Lkw-Fahrer eine Standpauke.

Die Standpauke zeigt sofort Wirkung – der Lkw-Fahrer ist sichtlich überrumpelt und bricht schließlich sogar in Tränen aus.

Der Kollege war bereits mehrere Stunden und noch bis in den frühen Morgen hinein im Dienst. Das war keine übliche Maßnahme, sondern eine spontane Aktion“, so Polizeisprecher Bernd Hochstädter von der Polizei Südhessen gegenüber HEIDELBERG24. „Das war nicht nur ein sehr anspruchsvoller, sondern auch ein extrem emotionaler Einsatz“, erklärt Hochstädter weiter und zeigt durchaus Verständnis für das Verhalten seines Kollegen – schließlich habe die Aktion Wirkung gezeigt.

Die A5 muss nach dem schweren Unfall für mehrere Stunden in Fahrtrichtung voll gesperrt werden. Ein Audi-Fahrer hatte im Zuge eines Schwertransports ein Stauende übersehen und somit einen schweren Unfall verursacht. Im Anschluss sind noch zwei weitere Autofahrer in die Unfallstelle gefahren.

A5: Großeinsatz nach schwerer Unfall in Hessen – Autobahn voll gesperrt

Donnerstagnacht gleicht die A5 bei Erzhausen in Hessen einem einzigen Trümmerfeld – bei einem Massencrash werden sechs Personen teilweise schwer verletzt, über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind im Einsatz.

Gegen 23:40 Uhr in der Nacht auf Freitag (24. Mai) gehen bei der Polizeiautobahnstation Südhessen gleich mehrere Notrufe ein – den Beamten wird ein riesiges Trümmerfeld, ein umgestürzter Transporter und ein brennendes Auto samt eingeklemmtem Fahrer auf der A5 gemeldet. In der Folge muss der Autobahnabschnitt des e-Highway - der ersten deutschen Elektro-Autobahn - auf allen vier Spuren voll gesperrt werden.

A5: Schwerer Massencrash in Hessen – Fotos von der Unfallstelle

In der Nacht findet auf besagtem Streckenabschnitt auf der A5 in Richtung Frankfurt ein mehrspuriger Schwertransport statt. Dadurch sind alle Spuren für den Folgeverkehr gesperrt, es kommt zum Stau. Zwischen den Anschlussstellen Weiterstadt und Langen sind am Stauende zwei rumänische Fahrer im Alter von 20 und 26 Jahren mit ihren Kleinlastern unterwegs, als ein nachfolgender Audi-Fahrer (19) aus Frankfurt plötzlich versucht, zu überholen – mit schwerwiegenden Folgen.

Am Donnerstag ereignet sich auf der A5 ein dramatischer Unfall. Zwei Autos stoßen mit einem Lastwagen zusammen, ein Wagen überschlagt sich sogar. Zwei Personen werden dabei verletzt.

Hessen: Schwerer Unfall auf A5 fordert mehrere Schwerverletzte und 400.000 Euro Schaden

Zwar erkennt der 19-Jährige daraufhin, dass ein Überholen unmöglich ist, und steigt voll in die Eisen, dennoch kracht er mit hoher Geschwindigkeit auf der linken Spur ins Heck von einem der Kleinlaster. Auch der zweite Transporter wird in der Folge getroffen – die drei Fahrzeuge schleudern daraufhin quer über die Autobahn. 

Der Kleinlaster des 20-Jährigen bleibt anschließend quer zur Fahrtrichtung auf der Fahrbahn liegen, der Kleinlaster des 26-Jährigen kippt um und bleibt auf dem Seitenstreifen liegen. Der Unfallverursacher schafft es zwar noch, sein Auto auf den Seitenstreifen zu lenken. Der Wagen fängt jedoch Feuer und brennt im Anschluss komplett aus.

Der Audi des 19-jährigen Unfallverursachers brennt nach dem Crash auf der A5 vollständig aus.

Unmittelbar nach den ersten Zusammenstößen fahren ein 44-Jähriger Pforzheimer mit seinem VW und eine 71-Jährige Frankfurterin mit ihrem Mini in die Unfallstelle und kollidieren mit dem Kleinlaster auf der Fahrbahn.

Zwar werden trotz anfänglicher Meldung keine Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, aber alle unfallbeteiligten Fahrer - genau wie der 77-jährige Beifahrer im Mini - müssen mit teilweise schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden.

Nicht nur an den Unfallfahrzeugen, sondern auch an der Fahrbahndecke und der Betongleitwand, wo der Audi ausbrennt, entsteht ein enormer Sachschaden – die Polizei schätzt diesen auf rund 400.000 Euro

Die Vollsperrung kann erst gegen 2 Uhr aufgehoben werden, doch aufgrund der aufwendigen Reinigungsmaßnahmen und Fahrzeugbergung kann jedoch zunächst nur eine Spur freigegeben werden. Die drei weiteren Spüren müssen noch bis in die frühen Morgenstunden gesperrt bleiben. An dem Großeinsatz sind Rettungskräfte aus Darmstadt, dem Kreis Offenbach, dem Kreis Darmstadt-Dieburg, dem Kreis Groß-Gerau, die Autobahnmeisterei sowie die Feuerwehren aus Darmstadt und Mörfelden-Walldorf beteiligt. 

A5: Zahlreiche Gaffer nach Massenkarambolage sorgen für Ärger

Während des Einsatzes auf der A5 in Hessen kommt es wieder mal zu Szenen, die einfach nur fassungslos machen. Nicht nur, dass die im Stau stehenden Autofahrer keine Rettungsgasse bilden und den Einsatz somit maßgeblich erschweren – auch zahlreiche Gaffer sorgen bei den Einsatzkräften wieder für reichlich Ärger.

Auf frischer Tat ertappt: Ein Autoinsasse filmt die Unfallstelle mit seinem Handy.

Mehrere Schaulustige filmen die Unfallstelle im vorbeifahren mit ihren Handys. Ein Sprinterfahrer auf der gegenüberliegenden Fahrbahn treibt es jedoch so richtig auf die Spitze, hält einfach an, um zu gaffen, und ignoriert jegliche Warnhinweise der Polizei. 

Nach schwerem Unfall auf A5: Polizist hat Schnauze voll – und bringt Gaffer zum Heulen

Die Beamten verteilen daraufhin mehrere Bußgelder und beschlagnahmen ein Smartphone eines Lkw-Fahrers. Dieser wird daraufhin von einem Autobahnpolizisten mit zum ausgebrannten Autowrack geführt, um ihn mit der Situation zu konfrontieren. Die Maßnahme zeigt offensichtlich Erfolg, denn der Gaffer bricht daraufhin in Tränen aus. 

Immer wieder machen unbeteiligte Autofahrer den Einsatzkräften das Leben schwer – und gefährden so auch das Leben von Unfallopfern. In Mannheim wurde 2018 ein Gaffer zur Rechenschaft gezogen, weil er einen Mann fotografierte, der bei einem Straßenbahnunfall ums Leben kam. Auch im Juli 2019 müssen sich Einsatzkräfte einiges gefallen lassen. Auf dem Weg zu einem schweren Unfall auf der A6 bei Heilbronn, bei dem ein Sprinter-Fahrer stirbt, wird die Feuerwehr in der Rettungsgasse von einem Laster-Fahrer beschimpft und bespuckt.

pol/rob

Quelle: Mannheim24

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