Auswirkungen der Hitze auf die Weinernte

Trockenes Wetter, besserer Wein? Winzer klären auf!

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Die Hitze wirkt sich auf die diesjährige Weinernte aus. So auch auf dem Weingut Adam Müller in Leimen.

Metropolregion - Aufgrund des heißen und trockenen Wetters startet die diesjährige Weinernte so früh wie noch nie zuvor. Wir haben mit Winzern über die Auswirkungen gesprochen:

Die Sonne knallt vom Himmel, die Temperaturen steigen auf fast 40 Grad – von Regen weit und breit keine Spur...

Das Wetter hat momentan Auswirkungen auf Menschen und Tiere in ganz Deutschland. Da auch die Pflanzenwelt davon betroffen ist, hat die trockene Hitze natürlich auch Auswirkungen auf die Weinernte. Die startet in diesem Jahr nämlich so früh wie noch nie zuvor

Doch hat das Wetter Auswirkungen auf die Ernte, den Geschmack oder die Menge des Weins? Wir haben mit fünf Winzern aus der Region gesprochen und sie dazu befragt.

War die frühe Ernte vorhersehbar?

Etwa 100 Tage nach der ersten Blüte sind die Trauben reif für die Ernte – so sagt es auf jeden Fall eine alte Bauernregel. Das gilt bei diesen Temperaturen aber nicht wirklich. Laut Elisabeth Luca vom Weingut Margerathenhof in Forst habe der Rebstock eine eigene innere Uhr

Gerade bei hohen und trockenen Temperaturen könne die Reife dann auch früher stattfinden – in diesem Jahr sogar 14 Tage früher. Deshalb wissen die Winzer meist schon Bescheid und können sich darauf einstellen. Dann heißt es: schnell Erntehelfer finden und abernten! Gerade wenn man nebenher noch mehrere Veranstaltungen mit Wein aus dem letzten Jahr beliefern muss, kann das sehr hektisch werden.

Gibt es Änderungen in der Arbeitsweise?

Durch die hohen Temperaturen und die knallende Sonne ist die Arbeit auf dem freien Feld sehr belastend. So können in den Weinbergen schon einmal bis zu 50 Grad herrschen. Deshalb wird die Hauptarbeitszeit auf den Morgen verlegt. Meist beginnen Winzer und Helfer schon um vier Uhr, damit sie bis zum Mittag fertig sind.

Wie wirkt sich das Wetter auf die Trauben aus?

Bei der momentanen Trockenheit kann es sein, dass die Trauben etwas kleiner ausfallen als sonst. Damit kommt am Ende zwar nicht die große Menge an Wein zusammen, der ist dafür aber hochwertiger. Laut Nathalie Müller vom Weingut Adam Müller in Leimen gelte im Qualitäts-Weinanbau die Devise „Klasse statt Masse“. 

Optimal sei das aber nicht, weil durch den Frost im letzten Jahr auch eine schlechte Ernte eingefahren wurde. Bestimmte Weine aus dem Jahr 2017 gebe es schon nicht mehr. Auch die Produktion von Riesling werde wohl dieses Jahr darunter leiden, so Timo Spindler vom Weingut Lindenhof in Forst. Das sei aber von Weinberg zu Weinberg unterschiedlich.

Wie wird die Ernte noch besser?

Damit die Ernte richtig gut wird, braucht es noch etwas wichtiges – Regen! Die Trauben brauchen Saft, wofür Wasser notwendig ist: „Feuchtigkeit ist oberstes Gebot“, sagt Dietmar Bonn vom Winzerverein Forst e.G in Forst. Die Winzer hoffen zudem darauf, dass es gegen Wochenende etwas abkühlt und es Gewitter gibt. Unter 30 Grad wären perfekt für die Trauben.

Sollte dies so eintreten, steht einer erfolgreichen Ernte Ende August nichts mehr im Weg – und damit neuen Qualitätsweinen: „Wir erwarten dieses Jahr einen herausragenden Rotwein-Jahrgang“, so Jochen Schmitt vom Weingut Egon Schmitt in Bad Dürkheim.

dh

Quelle: Mannheim24

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