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Querdenker in Rheinland-Pfalz: „Spaziergänge“ und Gegendemos – die Polizei-Bilanz

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Von: Tobias Becker

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Rheinland-Pfalz – Zum Wochenstart gab es erneut „Montagsspaziergänge“. Querdenker und Gegendemonstranten waren unterwegs wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus.

Das Coronavirus zieht weiter seine Kreise in Deutschland und dem Rest der Welt. Die Zahlen der Infizierten werden täglich aktualisiert, der Streit um eine mögliche Impfpflicht, für die sich auch Heidelbergs Oberbürgermeister ausgesprochen hat, geht ebenfalls weiter. Während der Großteil der Menschen an einem Strang zieht und die Impfquote ebenfalls steigt, gehen einige Menschen auch auf die Straßen und protestieren.

Nicht nur in Baden-Württemberg gab es Querdenker-Demos, wie der „Spaziergang“ am Montagabend in Mannheim, bei dem es hunderte Platzverweise gab. Auch in Rheinland-Pfalz waren Menschen auf den Straßen unterwegs. Verteilt über verschiedene Ortschaften wurde so unter anderem gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie protestiert.

„Montagsspaziergänge“ in Rheinland-Pfalz: Straßenblockade in Mainz aufgehoben

Wie die Polizei mitteilte, gab es rund 25 Veranstaltungen im Einzugsbereich des Präsidiums Mainz, die „grundsätzlich friedlich“ abgelaufen sind. Bei den Veranstaltungen handelte es sich jedoch nicht nur um Querdenker-Demos, sondern auch um Gegenbewegungen, die angemeldet und wie bereits bei vorherigen Veranstaltungen dieser Art meist über Messenger-Dienste organisiert wurden.

In der Mainzer Innenstadt kam es bei einem Aufzug am Rheinufer zu einem kleineren Zwischenfall. Einige Gegendemonstranten blockierten die genehmigte Strecke, so dass die Polizei kurzzeitige Absperrungen vornehmen musste, um die Teilnehmenden zu trennen, wie es in der Mitteilung heißt.

Querdenker und Gegendemos am Montag: Polizei meldet meist ruhige Events

Die Landeshauptstadt war aber nicht die einzige Stelle, die von Protest-Aktionen geprägt wurde am Montagabend. Zwar wurden in den Städten Frankenthal, Landau, Neustadt und Speyer sowie den Kreisen Bad Dürkheim, Germersheim und Südliche Weinstraße per Allgemeinverfügung Verbote für die „Montagsspaziergänge“ ausgerufen, dennoch sammelten sich kleinere Gruppen, die einem Aufruf gefolgt sind.

Die Polizei wies auf das Versammlungsverbot hin, woraufhin sich die meisten Menschen friedlich und ohne weitere Maßnahmen wieder entfernten. In Deidesheim kam es ebenfalls zu einer Versammlung von rund 70 Menschen, die angemeldet wurde und störungsfrei verlief.

Querdenker-Demos in Rheinland-Pfalz: Angriffe und weitere Delikte bei „Montagsspaziergängen“

Allerdings gab es laut Polizei auch 77 Personen, deren Identität festgestellt wurde, sowie 30 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen die Allgemeinverordnung. Insgesamt wurden in den genannten Städten und Kreisen 29 Platzverweise ausgesprochen und ein Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

In der Westpfalz waren wohl mehr Menschen unterwegs. Knapp 1.500 Teilnehmende in Kaiserslautern, rund 300 in Pirmasens und Gruppen unter 100 Menschen in anderen Städten, zählte die Polizei. In Pirmasens gab es zudem zwei tätliche Angriffe auf Einsatzkräfte, nachdem auf das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes hingewiesen wurde. Ansonsten blieb es auch in der Westpfalz meist ruhig. (pol/tobi)

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