Gerichtsbeschluss

Apothekenautomat nun verboten!

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Landesapothekerverband erwirkt Verbot des Apothekenautomaten in Hüffenhardt. (Symbolbild)

Mosbach - Der Landesapothekerverband beantragt eine einstweilige Verfügung gegen die Onlineapotheke „DocMorris“, die in Hüffenhardt einen Automaten für Arzneimittel aufgestellt hat.

Der Verband bekommt Zustimmung vom Landgericht Mosbach und erwirkt die Entfernung des Automaten. Er sieht den Automaten als wettbewerbswidrig an. Am Mittwoch teilt die Justizsprecherin des Gerichtes mit, dass „DocMorris“ der Betrieb vorläufig untersagt ist. 

Die Versandapotheke verkauft in Hüffenhardt nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel, die Mitarbeiter aus den Niederlanden per Knopfdruck freigeben. Beratungen erfolgen über Video-Chat.

Der Umstand, dass Arzneimittel über ein Videoterminal angefordert werden, habe nichts mehr mit Online-Handel zu tun, so das Gericht. Der Kunde erhalte das Medikament wie in der Apotheke direkt. Außerdem müsse der Kunde vor Ort in Hüffenhardt sein, um an das Medikament zu gelangen.

Für jeden Fall der Zuwiderhandlung wird ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, angedroht“, urteilt das Gericht. „DocMorris“ gibt sich betrübt: „Das Urteil erschwert es, die Situation in ländlichen Regionen zu verbessern und die Chancen der Digitalisierung als Lösung zu begreifen.

Der Landesapothekerverband ist erleichtert über die Entscheidung der Richter. „Was dort als verlängerter Arm eines zulässigen Versandhandels ausgegeben wurde, entbehrt jeglicher rechtlicher Grundlage“, meint die Geschäftsführerin Ina Hofferberth. Sie rechnet aber damit, dass „DocMorris“ Berufung beim Oberlandesgericht in Karlsruhe einlegen wird.

dpa/hew

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