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Prozess um Tötung am Kümmelbacher Hof – Freundin forderte per WhatsApp zur Bluttat auf

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Von: Peter Kiefer

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Neckargemünd – Ein junger Mann (20) wird am Kümmelbacher Hof von einem 24-Jährigen mit einem Messer angegriffen. Die Tat wurde gemeinsam mit der Ex-Freundin des Opfers geplant:

Update vom 29. September: Am zweiten Verhandlungstag hat der angeklagte 25-Jährige die Tat weitgehend eingeräumt. Das geht aus einer Einlassung hervor, die der Anwalt am Mittwoch (28. September) am Landgericht Heidelberg verliest. Man habe gemeinsam entschieden, den damals 20-jährigen Ex-Freund der Mitangeklagten (17) „so zu verletzen, dass er sterben könnte“. Das berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Ihr Ex-Freund habe sie in der Beziehung schlecht behandelt und auch vergewaltigt, behauptet der Angeklagte.

Kurz vor der Tat habe der 25-Jährige der 17-Jährigen per WhatsApp geschrieben, er könne ihren Ex-Freund auch „richtig boxen“. Ihre lapidare Antwort: „Bring um“. Daraufhin habe der Angeklagte dem Opfer am Kümmelbacher Hof hinter einem Baum aufgelauert und ihn daraufhin Mit Tritten, Schlägen und einem Messer angegriffen. „Obwohl mehr möglich gewesen wäre“, habe er von seinem Opfer abgelassen, erklärt der Anwalt des 25-Jährigen laut RNZ. Mit geschwollenem Gesicht und Stichverletzungen im Oberschenkel und in der Nierengegend schleppte sich das Opfer in die Neckargemünder Weststadt. Dort halfen ihm Passanten und fuhren ihn zur Polizei.

Nach versuchtem Totschlag am Kümmelbacher Hof – Anklage gegen junges Täter-Duo erhoben

Update vom 21. September: Nach ihrer brutalen Bluttat am Kümmelbacher Hof müssen sich seit Mittwoch (21. September) ein zur Tatzeit 24-Jähriger und seine erst 16-jährige Komplizin vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Hauptvorwurf: Versuchter Totschlag. Das Duo soll am 7. Januar den Ex-Freund (20) der Angeklagten unter einem Vorwand in einen leerstehenden Hof in Neckargemünd gelockt haben, um ihm Schmerzen zuzufügen. Der Beschuldigte soll sich dort versteckt und sofort auf den 20-Jährigen eingeprügelt haben.

Nach der Forderung nach seinem Handy sticht der 24-Jährige dem Opfer mit einem Küchenmesser in Oberschenkel und Nierengegend. Ohne sich um den Verletzten (Nasenbeinbruch, Fraktur der linken Augenhöhle, Stichwunden) zu kümmern, flieht das Duo. Die 3. Große Strafkammer hat zur Durchführung der Beweisaufnahme 25 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Die Fortsetzungstermine: 26. und 28. September, 10., 12., 17. und 19. Oktober sowie am 7. und 14. November (je 8:30 Uhr).

Landgericht Heidelberg
Der Prozess findet am Landgericht Heidelberg statt. © Uli Deck/picture alliance/dpa

Nach versuchtem Totschlag im Kümmelbacher Hof: Anklage gegen Täter-Duo erhoben

Erstmeldung vom 9. August: Diese Tat schockte die Rhein-Neckar-Region: Am 7. Januar lockt ein 16-jähriges Mädchen einen 20-jährigen Mann auf das Grundstück des Kümmelbacher Hofs. Dort wird der 20-Jährige von einem 24-Jährigen unvermittelt angegriffen und mit Schlägen und Messerstichen verletzt. Dabei wird das Opfer schwer verletzt. Der Täter und seine Komplizin klauen vor ihrer Flucht dem 20-Jährigen noch das Mobiltelefon. Noch in derselben Nacht werden die beiden Tatverdächtigen identifiziert und festgenommen. Das Amtsgericht Heidelberg erlässt Haftbefehl.

Neckargemünd: Bluttat am Kümmelbacher Hof – neue Erkenntnisse

In einer Pressemitteilung am 9. August gibt die Staatsanwaltschaft Heidelberg genauere Erkenntnisse der Tat bekannt. So wird dem 24-jährigen Mann und der 16-jährigen Jugendlichen vorgeworfen, in Tötungsabsicht ihr Opfer auf das in Neckargemünd mit Schlägen und Messerstichen attackiert zu haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg führen zu dem Tatverdacht, dass der erwachsene Angeschuldigte den Mann überfallen und ihm unter Gewaltanwendung zwei Verletzungen des Gesichts zugefügt haben soll. Außerdem habe er dem Opfer mit einem mitgebrachten Küchenmesser mehrere Stichwunden im Unterleib und der Beine zugefügt.

Fotos von der ,Rothsnasenhütte' in Neckargemünd
In Neckargemünd hat sich das Verbrechen ereignet. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/Josefine Lenz

Neckargemünd: Bluttat am Kümmelbacher Hof – die Indizien

Die 16-Jährige hat zuvor ihren Mittäter zur Tat aufgefordert. Das Motiv sollen Rachegelüsten gewesen sein. Dazu wird ihr vorgeworfen, das Opfer unter einem Vorwand zum Tatort gelockt und dem 24-Jährigen bei seinen Gewalthandlungen geholfen zu haben. Nach dem Überfall haben die beiden Angeschuldigten das Opfer verletzt und in der Kälte am Tatort zurückgelassen.

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Bereits Anfang Mai 2022 erhebt die Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen die beiden Tatverdächtigen Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Totschlags zur Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg. Für eine solche Tat sieht das Gesetz bei Erwachsenen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren, bei Jugendlichen eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren vor.

Neckargemünd: Bluttat am Kümmelbacher Hof – die Verhandlung

Zwischenzeitlich hat die Jugendkammer das Hauptverfahren eröffnet und von September bis November 2022 neun Verhandlungstage anberaumt. Bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung der Angeschuldigten gelten diese als unschuldig.

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