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Corona in BaWü: Seit 9 Monaten – In diesem Hort kriegen Kinder kein Mittagessen

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Von: Peter Kiefer

Kinder beim gemeinsamen Mittagessen in einem Hort. (Symbolfoto)
Kinder beim gemeinsamen Mittagessen in einem Hort. (Symbolfoto) © Armin Weigel/picture alliance/dpa

Neckargemünd – Seit Oktober 2020 bekommen die Kleinen eines Kinderhorts wegen Corona kein Mittagessen – obwohl dies laut Kultusministerium möglich wäre. Das sagt die Stadt dazu:

Aufgeregter Leserbrief eines Vaters an unsere HEIDELBERG24-Redaktion: Weil sein Hort-Kind seit Monaten kein Mittagessen in der Mensa am Schulzentrum Neckargemünd bekommt und der Mann bei den Behörden auf taube Ohren stößt, hat unsere Redaktion mal im Rathaus nachgefragt. Schließlich müssen die Kinder bei Öffnungszeiten von 7:30 bis 17:30 Uhr ja auch mal eine Stärkung zu sich nehmen.

Im Hort meines Sohnes gibt es schon seit Oktober 2020 keine Hort-Mahlzeit mehr aufgrund der Corona-Maßnahmen. Bereits am 29. Juni kam ein Rundschreiben des Kultusministeriums Baden-Württemberg in Stuttgart, in welchem aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte das förmliche Abstandsgebot von 1,5 Metern zwischen den Personen als ausgesetzt erklärt wird. Angesichts dessen ist es unverständlich, dass den Hortkindern weiterhin das Hort-Mittagsessen verweigert wird“, so der Vater verärgert.

StadtNeckargemünd
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl13.349 (Stand: 31. Dez. 2020)
Fläche26,15 km²
BürgermeisterFrank Volk (Freie Wähler)

Sogar eine Petition unter dem Motto „Erlaubt den Kindern wieder ihr Hort-Essen“ hat der Vater eines Erstklässlers deshalb gestartet.

Neckargemünd: Kein Mittagessen im Kinderhort – das sagt die Stadt

Damit konfrontiert äußert sich die Stadt Neckargemünd wie folgt: „Normalerweise gehen die Kinder des Horts in der Mensa am Schulzentrum essen. In den Zeiten der Pandemie war dies nicht möglich, da die Mensa zeitweise geschlossen war und auch eine Durchmischung von Schulen wegen der Pandemiesituation in keinem Fall stattfinden durfte“, erklärt eine Rathaus-Sprecherin.

Daher habe man übergangsweise das erste Halbjahr des Schuljahres 2020/2021 die Regelung mit der SRH getroffen, das Essen direkt an den Hort zu liefern und dort auszugeben. Die der Stadt dadurch entstandenen Lieferkosten habe man aus Kulanz nicht auf die Eltern umlegen wollen – sprich die Stadt hat alles bezahlt.

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Neckargemünd: Corona-Regeln und Personalnot verhindern Hort-Essen für Kinder

Hintergrund: Nachdem die Corona-Regelungen im ersten Halbjahr 2021 im Zuge der 3. Infektionswelle nach und nach wieder verschärft wurden und die Einnahme der Mittagsverpflegung (ohne Masken) dann nur noch möglich war, wenn die vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen den Personen eingehalten werden können, waren die räumlichen Möglichkeiten im Hort nicht mehr gegeben. Auch die personelle Situation sei „äußerst angespannt“ gewesen. Daher wurde die Mittagsverpflegung ausgesetzt.

Im Mai war die Pandemie-Situation dann immer noch angespannt, und aufgrund der Überlegung, dass eine dauerhafte Besserung nicht wahrscheinlich schien, wurde auch aus Gründen der Planungssicherheit die Grundsatzentscheidung für den Rest des Schuljahres getroffen, das Mittagessen bis Ende des Schuljahres auszusetzen.

Mittlerweile würde es die Infektionslage zwar auch aufgrund der gelockerten Maskenpflicht wieder möglich machen, eine Mittagsverpflegung im Hort, aber eine so kurzfristige Reaktion sei in der Praxis „kaum umsetzbar“, heißt es aus von Seiten der Stadtverwaltung.

Neckargemünd: So soll es nach den Sommerferien weitergehen

Wie die Rathaus-Sprecherin weiter ausführt, werde die Situation nach den Sommerferien (29. Juli bis 11. September) für das kommende Schuljahr neu bewertet: „Was die Mittagsverpflegung der Hortkinder angeht, ist das abhängig von dem Start des neuen Caterers der Mensa und von den dann geltenden Regelungen zur Pandemiebekämpfung. Sofern es die Regelungen zulassen, werden die Kinder wieder in der Mensa verköstigt.“

Sollten es die Regelungen jedoch noch nicht zulassen, würde man von Seiten der Stadt Neckargemünd mit dem neuen Caterer „selbstverständlich frühzeitig ins Gespräch gehen und eine Lieferung an den Hort thematisieren“. Derzeit lassen sich jedoch keine Prognosen zu der Infektionslage in zwei Monaten stellen. Eine Entscheidung über den neuen Caterer soll in der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung getroffen werden, bis dahin sind keine Absprachen möglich. (pek)

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