Sechs Verletzte

Schock in Neustadt: Mann (64) will Wohnungsräumung verhindern – und wirft Brandsätze 

Eine Mahnung eine Polizeiuniform.
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Ein Mieter verletzt mehrere Personen bei einer Zwangsräumung. (Symbolfoto)

Neustadt - Die Zwangsräumung einer Wohnung endet mit mehreren Verletzten. Der Bewohner hat sich massiv zur Wehr gesetzt und sogar Brandsätze geworfen!

  • In Neustadt an der Weinstraße soll eine Wohnung geräumt werden.
  • Der 64-jährige Mieter setzt die Wohnung in Brand und wirft Brandsätze.
  • Bei dem Angriff werden sechs Personen verletzt – zum Teil schwer.

Update vom 21. August um 13:30 Uhr: Wie die Polizei Rheinpfalz mitteilt, ist der 64-jährige Mieter heute im Krankenhaus einem Haftrichter vorgeführt worden. Der hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankenthal einen Haftbefehl erlassen – unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Da der Brandstifter aber selbst schwer verletzt worden ist, bleibt er erstmal in der Klinik. Zudem ist nun bekannt geworden, dass der 64-Jährige nicht nur sich selbst mit brennbarer Flüssigkeit überschüttet hat, sondern auch die beiden Mitarbeiter des kommunalen Vollzugdienstes. Diese sind ebenfalls bei dem Angriff schwer verletzt worden.

Feuer-Attacke in Neustadt: Mann verhindert Räumung mit Brandsätzen

Erstmeldung vom 21. August um 08:00 Uhr: „Es handelte sich um eine geplante, hinterhältige Tat, wie sie unsere Stadt bisher nicht erlebt hat“, sagt Marc Weigel, Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße. Die Fassungslosigkeit des Politikers bezieht sich auf einen Vorfall, der am Donnerstag (20. August) in der pfälzischen Stadt stattfindet. Gegen 10 Uhr soll die Wohnung eines Mannes auf Veranlassung des Amtsgerichts Neustadt zwangsgeräumt werden. Der 64-Jährige wohnte dort bereits seit 2013 und hat seit 2019 einen erheblichen Mietrückstand. Doch statt einfach auszuziehen, plant der Mieter seine Rache.

Brand-Attacke in Neustadt: Mieter wirft Brandbomben

Laut SWR erklärt Marc Weigel, was sich bei der Zwangsräumung abgespielt hat. Gegen 10 Uhr stehen zwei Mitarbeiter des kommunalen Vollzugdienstes und eine Gerichtsvollzieherin in dem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt von Neustadt. Der Bewohner des Dachgeschosses öffnet aber die Tür nicht. Als ein privater Schlüsseldienst die Aufgabe übernehmen soll, sei die Situation eskaliert. Der 64-Jährige überschüttet sich mit einer brennbaren Flüssigkeit, zündet seine Wohnung an und wirft auch mit selbstgebauten Sprengsätzen!

Bei der Brand-Attacke in Neustadt sind nach Angaben der Stadtverwaltung sechs Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Neben den Mitarbeitern des Vollzugsdienstes handelt es sich noch um den Angreifer selbst und einen Nachbarn, der in der akuten Situation zu Hilfe geeilt ist. Zudem wird eine Feuerwehrfrau getroffen, als der Mieter einen Brandsatz auf ein Feuerwehrauto geworfen haben soll!

Brand-Attacke in Neustadt: Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz kann bislang noch nichts zu dem genauen Ablauf der Räumung, dem Grad der Verletzungen und der Schadenshöhe sagen. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen haben die Ermittlungen aufgenommen. Nach Informationen des SWR lautet der Vorwurf „versuchtes Tötungsdelikt“. Der Brand-Anschlag in Neustadt erinnert an einen Vorfall in Birkenau, als Rüdiger K. im März 2019 sein Haus in die Luft sprengte, um einer Zwangsräumung zu umgehen. Der 60-Jährige wurde dafür vom Landgericht Darmstadt zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. (dh)

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