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„Absoluter Horror“ in Baden-Württemberg: Nosferatu-Spinne breitet sich aus

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Von: Marten Kopf

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Eigentlich ist die Nosferatu-Spinne im Mittelmeerraum beheimatet, wird schon seit 2005 aber immer öfter auch in Deutschland gesichtet. Jetzt auch in Karlsruhe und Pforzheim.

Wirklich groß ist sie mit ihren 5 bis 8 Zentimetern „Spannweite“ zwar nicht – gruselig aussehen tut sie aber durchaus. Und es scheint, als würden wir ihr zukünftig womöglich öfter begegnen. Denn die Zoropsis spinimana, so ihr wissenschaftlicher Name, landläufig bekannt als Nosferatu-Spinne - nach der berühmten Vampir-Figur - breitet sich inzwischen auch in Baden-Württemberg aus.

ArtNosferatu-Spinne
Wissenschaftlicher NameZoropsis spinimana
FamilieKräuseljagdspinnen

Nosferatu-Spinne in Baden-Württemberg: Sichtungen in Karlsruhe und Pforzheim

Das Tier aus der Familie der Kräuseljagdspinnen stammt eigentlich aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika, ist inzwischen aber auch in anderen Gegenden heimisch, schon seit 2005 auch in Deutschland. Allerdings stammten bisherige Sichtungen etwa aus Sachsen, Brandenburg, Bremen oder Nordrhein-Westfalen. Und erst im Juli wurden auch in Rheinland-Pfalz Exemplare der Giftspinne, deren Aussehen wahrlich für Gänsehaut sorgt, schon entdeckt.

Erstmals wurde die Nosferatu-Spinne jetzt auch im Raum Karlsruhe und im Raum Pforzheim nachgewiesen. Der Karlsruher Wissenschaftler Hubert Höfer vom Naturkundemuseum bestätigte den Fund gegenüber dem SWR und erklärt, dass die Tiere immer häufiger nun auch im Freiland zu finden seien. Erste Nachweise dagegen hatten zunächst nur aus Häusern gestammt.

Giftspinne breitet sich auch: Familie entdeckt Nest im Schlafzimmer

Zwar gehört die Nosferatu-Spinne tatsächlich zu den Giftspinnen, für den Menschen wirklich gefährlich ist sie allerdings nicht. Zwar kann sie – in die Enge getrieben – durchaus beißen, die Auswirkungen ähneln aber eher einem Bienenstich. Unangenehm, keine Frage, aber nicht etwa tödlich. Insgesamt sind Fallzahlen in Deutschland eingeschleppter Spinnentiere vergleichsweise niedrig. Nach Einschätzung Hubert Höfers im SWR werden pro Jahr weniger als zehn Fälle gemeldet. Die allermeisten Arten seien aber für den Menschen nicht gefährlich.

Trotz allem kann die Begegnung mit einer Nosferatu-Spinne selbstredend ein kleiner Schock-Moment sein. In Ludwigshafen beispielsweise bemerkte eine Familie zum ersten Mal im März 2022 ein Exemplar der Giftspinne direkt über ihrer Haustür. „Das war absolut Horror. Wie in so einem Film“, wird die Bewohnerin damals zitiert. Seitdem hat die Familie bereits 15 große Spinnen in ihrem Haus entdeckt. Außerdem ein Nest mit etwa 30 Babyspinnen – im Schlafzimmer. (mko)

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