Ein Toter, ein Schwerverletzter 

Aufregung um Gaffer bei Horror-Unfall: DRK spricht von „Missverständnis“

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Tödlicher Unfall auf der A8 zwischen Pforzheim-Süd und Pforzheim-Ost

Pforzheim - Wie sich Schaulustige nach einem tödlichen Unfall auf der A8 am Mittwoch verhalten, ist einfach nur noch respektlos! Jedoch hat es sich anders zugetragen, als zuerst angenommen:

+++ UPDATE, 13:56 Uhr:

„Die Situation ist schwierig für uns“, so beginnt ein Polizeisprecher das Gespräch mit uns. Am Mittwochabend habe sich die Polizei mit dem Einsatzleiter rückversichert, dass tatsächlich Gaffer die Wagentüren aufgemacht haben. 

Stand jetzt: Wir können nicht ausschließen, dass es ein Kommunkationsfehler war“, meint der Sprecher. Dies könne situationsbedingt passiert sein, so etwas darf trotzdem nicht passieren, versichert er weiter.

Die Polizei erhofft sich Hinweise, die den Vorfall klären. Falls Schaulustige wirklich die Türen aufgerissen haben, würde es sich hierbei um einen Straftatbestand handeln. Laut dem Sprecher gebe es aber bislang keine brauchbaren Hinweise oder Personen, die dies beobachtet haben.

Gaffer waren ein massives Problem

Der Sprecher macht jedoch deutlich, dass die Gaffer an der Unfallstelle die Einsatzkräfte „massiv“ gestört haben. Die Beamten mussten Platzverweise aussprechen, eine Sichtschutzwand aufgestellt und ließen Videoaufnahmen löschen.

+++ UPDATE, 17. Januar, 13:13 Uhr:

Die Aufregung über die Gaffer, die laut Polizei die Türen eines Rettungswagens geöffnet haben, ist groß – doch ist das gar nicht passiert?

Wie Daniela Kneis, Pressesprecherin des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Pforzheim-Enzkreis, vermutet, handle es sich nämlich um ein Missverständnis. Eine Rettungsassistentin soll nach einer 30-minütigen Reanimation zu einem Polizisten beiläufig gesagt haben, dass es jetzt nur noch fehle, dass die Gaffer in den Rettungswagen einsteigen würden. Tatsächlich sei das jedoch nie passiert, wie uns Kneis auf Nachfrage versichert. Keiner der Einsatzkräfte habe eine fremde Person im Rettungswagen gesehen

Schaulustige hätten sich trotzdem an der Unfallstelle aufgehalten, meint Kneis. Wenn ein Notarzt beispielsweise in den Rettungswagen eingestiegen sei, in dem der Schwerverletzte behandelt worden ist, hätten Neugierige hineingeschaut. Eine Frau habe auch versucht, aus verschiedenen Winkeln einen Blick hineinzuwerfen. „Als wir ein Wagen umparken mussten, wurden wir auch von Gaffern behindert“, meint die Sprecherin weiter. 

Zum Abschluss betont Kneif nochmals, dass es sich um ein Missverständnis zwischen Rettungsdienst und Polizei handle. Eine Stellungnahme der Polizei steht bislang noch aus. 

+++ Erstmeldung, 16. Januar, 15:21 Uhr:

Am Mittwochvormittag (16. Januar) kommt es auf der A8 zwischen Pforzheim Süd und Pforzheim-Ost Richtung Karlsruhe zu einem schweren Unfall, an dem zwei LKW beteiligt sind. In Höhe Wurmberg fährt gegen 10:40 Uhr ein 59-jähriger Lkw-Fahrer an einem Stauende auf einen vorausfahrenden Laster auf. 

Ein Toter bei Horror-Unfall auf A8 – Autobahn gesperrt

Der vordere Lkw kippt auf die Seite – der Fahrer kann sich selbst aus dem Unfallwrack befreien, muss in einem Krankenhaus behandelt werden. Für den Unfallverursacher kommt jede Hilfe zu spät. Bei dem Unfall wird er im Führerhaus eingeklemmt und kann von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden.

Während der Unfallaufnahme landet auf der A8 ein Rettungshubschrauber, die Autobahn muss voll gesperrt werden. In Richtung Karlsruhe bildet sich ein Stau von bis zu 10 Kilometern Länge, der Verkehr wird aktuell vor der Anschlussstelle Heimsheim umgeleitet. Das Abschleppen und die Reinigung der Straße wird noch eine Zeit in Anspruch nehmen. Die ersten Schätzungen bezüglich des Schadens liegen bei rund 160.000 Euro.

Gaffer verhalten sich mehr als dreist

Als der verletzte Fahrer im Krankenwagen behandelt wird, werden die Sanitäter von Gaffern gestört. Die Schaulustigen reißen die Türen des Rettungswagen auf – wohl um den Verletzten aus der Nähe zu sehen und möglicherweise sogar zu fotografieren! Da die Rettungskräfte jedoch alle Hände voll zu tun haben, können die Personen nicht vor Ort identifiziert werden. 

Zeugen, die zu dem Vorfall Hinweise geben könne, werden gebeten, sich beim Autobahnpolizeirevier in Pforzheim unter ☎ 07231 125810 zu melden. 

cet/pol

Quelle: Mannheim24

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