1. Heidelberg24
  2. Region

Plankstadt: Betrüger erbeuten Goldbarren – Seniorin um 70.000 Euro geprellt

Erstellt:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Plankstadt - Um 70.000 Euro prellen unbekannte Täter am frühen Karfreitag eine alte Seniorin. Die Dame übergibt den Tätern die Beute in purem Gold. Die Polizei sucht nun Zeugen.

Die Masche ist nicht ganz neu, ziemlich perfide – und wohl selten derart erfolgreich: Am Gründonnerstag (14. April) melden sich bislang unbekannte Täter telefonisch bei einer über 80-jährigen Senioren in Plankstadt. Wieder. Sie geben sich als Polizeibeamte aus und führen die alte Dame während der Gespräche derart in die Irre, dass sie etwas tut, was sich wohl selbst die Täter kaum erhofft hatten.

GemeindePlankstadt (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl10.362 (Stand: 31. Dezember 2020)
BürgermeisterNils Drescher

Betrugsmasche am Telefon: Goldbarren „ausgetauscht“

Es sind nicht die ersten Anrufe: Bereits am späten Mittwochabend des 13. April hatte sich ein vermeintlicher Polizeibeamter bei der Seniorin gemeldet und von der Festnahme dreier Bulgaren erzählt. Deren Komplize, ein Mitarbeiter der Plankstadter Volksbank, habe, so macht er der Dame glauben, ihre in einem Bankschließfach gelagerten Goldbarren gegen Attrappen ausgetauscht.

Glücklicherweise seien die Original-Goldbarren aber während einer Razzia bei dem Volksbank-Mitarbeiter sichergestellt worden. Um Fingerabdrücke zu sichern, solle die Seniorin nun die Attrappen aus ihrem Schließfach holen und einer verdeckten Ermittlerin übergeben. Und selbstverständlich solle die Frau niemandem von der geheimen Aktion erzählen. Bei Aktenzeichen XY ist ebenfalls über einen Betrug berichtet worden.

70.000 Euro in Gold: Polizei bittet um Mithilfe

Die Seniorin, die durch die langen, teilweise über eine Stunde dauernde Telefonate offenbar nicht mehr aus noch ein weiß, übergibt die Goldbarren im Wert von 70.000 Euro schließlich am Karfreitag gegen 4 Uhr vor ihrer Wohnung in der Berliner Straße an eine junge Frau. Anschließend bemerkt sie ihren Fehler und informiert einen Angehörigen, der seinerseits Anzeige bei der Polizei erstattete.

Die Ermittler suchen nun nach Zeugen, die falsche Polizisten wird wie folgt beschrieben:

Das Betrugsdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die weiteren Ermittlungen übernommen. In diesem Zusammenhang weist die Polizei wiederholt und eindringlich darauf hin, keine Geldbeträge vor der Haustür an fremde Menschen zu übergeben oder vor der Tür zu hinterlegen. Sachdienliche Hinweise zum Fall nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0621/174-4444 entgegen. (mko/pol)

Auch interessant

Kommentare