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Nach Puma-Rettung: „Penelope“ ist schwer krank – und eigentlich kein Weibchen

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Von: Marten Kopf

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Der in einem Kleinwagen entdeckte Puma ist in guten Händen, doch sein gesundheitlicher Zustand macht den Tierpflegern Sorgen – eben weil er eigentlich gar kein Weibchen ist.

Update vom 25. März: Der bei einer Polizeikontrolle nahe der tschechischen Grenze entdeckte Puma, seine Retter tauften ihn auf den Namen „Penelope“ ist seinen Betreuern zufolge sehr krank. „Er frisst gut, hat aber immer wieder diese ganz massiv forcierte Atmung“, sagt der Leiter der Münchner Reptilienauffangstation, Markus Baur über den Zustand seines stark abgemagerten Neuankömmlings.

Entweder komme die schnelle Atmung noch immer vom massiven Stress, dem das vor einer Woche in einem Kleinwagen entdeckte Tier ausgesetzt war, oder es lägen organische Schäden vor. Ein Mann aus dem nördlichen Landkreis Karlsruhe hatte den Puma aus Tschechien mitgebracht. Mutmaßlich, um ihn als Haustier zu halten. „Der Puma schaut aus wie eine Hauskatze, die nierenkrank ist oder ein Schilddrüsenproblem hat“, sagte Baur, der selbst Tierarzt ist. Ansonsten habe sich Penelope aber etwas von den Strapazen erholt. Es gehe dem Tier den Umständen entsprechend einigermaßen gut.

Puma ist schwer krank – und eigentlich gar keine „Penelope“

Nach Baurs Einschätzung müsste eine Fachtierärztin den Puma dringend unter Narkose röntgen und Blutproben nehmen. „Leider sieht sich da keine Behörde dieser Welt zuständig, das kostet ja Geld“, bedauerte der Leiter der mit Spenden betriebenen, deutschlandweit größten Auffangstation für exotische Tiere, die den Puma derzeit verwahrt. Das Tier war am vergangenen Dienstag in Neunburg vorm Wald in der Oberpfalz in einer Kiste aus Sperrholz entdeckt worden. „Die haben wir erstmal zugelassen, nachdem das ganze Auto vibriert hat, als da drinnen was geschnurrt hat“.

Für Penelope – die eigentlich männlich ist, wie man jetzt feststellte, ihren bzw. seinen Namen aber vorerst weiter tragen wird – könnte es ein gutes Ende nehmen, sofern die gesundheitlichen Probleme behandelbar sind. „Es gibt ein paar sehr gute Angebote“, berichtet Baur weiter, der vorsorglich bereits europaweit nach einer dauerhaften Bleibe für den Puma sucht. „In eine schlechte Einrichtung geben wir sie nicht, die soll jetzt nicht vom Regen in die Traufe kommen.“

Polizei kontrolliert Kleinwagen – und findet gefährliches Raubtier auf Rücksitz

Erstmeldung vom 22. März: Einen Einsatz der besonderen Art vermeldet die Polizei in der Oberpfalz: In der Nacht von Montag auf Dienstag (15./16. März) kontrolliert eine Streife der Polizeiinspektion im bayerischen Neunburg vorm Wald nahe der deutsch-tschechischen Grenze gegen 23.15 Uhr einen Kleinwagen. So weit, so unspektakulär. Aber was die Beamten dabei finden, darf getrost als außergewöhnlich bezeichnet werden.

TierartPuma
Wissenschaftlicher NamePuma concolor
HeimatNord-, Mittel und Südamerika
OrdnungRaubtiere

Puma im Kleinwagen: Betäubung zur Stressvermeidung

Denn im hinteren Teil seines Fahrzeugs transportiert der aus Baden-Württemberg stammende Fahrer einen ausgewachsenen Puma. Das Tier sitzt in einer Sperrholzbox, der 30-jährige Mann hatte es nach bisherigem Kenntnisstand aus Tschechien mitgebracht, um es als Haustier zu halten. Der Puma ist fünf Jahre alt und wiegt rund 40 Kilogramm. Auch bei einem Unfall im Jahr 2020 staunen Beamte, als ein Löwe an Bord ist.

Die Beamten stellen das verängstigte Tier vorsorglich sicher. Herausfordernd allerdings ist es, qualifiziertes Fachpersonal zur „Bergung“ dieser in hiesigen Breitengraden doch eher seltenen Tierart zu finden. Schließlich aber kann ein fachkundiger Tierarzt aus Mittelfranken kontaktiert und hinzugezogen werden, der das Tier zur Vermeidung von weiterem Stress für wenige Minuten betäubt.

Transportbox
In dieser Holzbox findet die Polizei den Puma © Polizeipräsidium Karlsruhe

Unerlaubter Raubtier-Transport: Ermittlung wegen Verstoß gegen Naturschutzgesetz

Pumas – auch Silber- oder Berglöwen genannt – gehören zur Familie der Katzen und sind eigentlich in Nord-, Mittel und Südamerika heimisch. Sie sind Einzelgänger, ihr Streifgebiet kann bis 1.000 Quadratkilometer groß sein. Ausgewachsene Männchen werden bis zu 70 Kilogramm schwer. Als Haustier, das steht wohl fest, eignen sie sich keinesfalls.

In vorliegenden Fall wird der Puma zum Schutz unverletzt in eine artgerecht ausgestattete bayerische Facheinrichtung gebracht. Die Ermittlungen werden nun von der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Amberg und der zuständigen Naturschutzbehörde geführt. Es besteht unter anderem der Anfangsverdacht eines Vergehens nach dem Bundesnaturschutzgesetz. (mko/pol)

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