Drei mögliche Trassenverläufe

Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg: Der Strecken-Favorit steht fest!

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Der Baubeginn für den Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg ist für Herbst 2022 geplant (Symbolfoto).

Heidelberg/Mannheim - Immer mehr Pendler entdecken das Fahrrad als Transportmittel zwischen den beiden Städten. Jetzt präsentiert das Regierungspräsidium Karlsruhe den Strecken-Favoriten.

Update vom 26. Juni 2019: Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat in seiner zweiten Sitzung die favorisierten Routen zur geplanten Radschnellverbindung zwischen Heidelberg und Mannheim vorgestellt. Zuvor hat eine Machbarkeitsstudie des Verbands Region Rhein-Neckar drei mögliche Trassenverläufe aufgezeigt. Die Planer des Regierungspräsidiums haben die Aufgabe die drei Varianten eingehend zu untersuchen, bevor das nötige Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe sind folgende Kriterien maßgeblich für die Entscheidung:

  • Verkehrstechnische Aspekte (Knotenpunkte, Potenzial, Zeitverluste, Einbindung im Gesamtnetz)
  • Belange des Umweltschutzes (Schutzgüter nach Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, Natur- und Artenschutz) 
  • Kosten (Strecke, Bauwerke, Unterhaltung).

Radschnellweg von Mannheim nach Heidelberg: Wird das die Route sein? 

Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse hat sich nun eine Kombi-Variante aus zwei Teilabschnitten herausgebildet:  Die Route verläuft im Abschnitt Mannheim bis Ladenburg nördlich des Neckars, quert von Ladenburg aus den Neckar entlang der derzeit im Bau befindlichen L 597 in Richtung Seckenheim und führt weiter von Seckenheim über Edingen nach Heidelberg.

Der Baubeginn für den Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg ist für Herbst 2022 geplant (Symbolfoto).

Im nächsten Schritt wird anschließend die Entwurfsplanung für diese Strecke erstellt. Dabei wird es auch eine breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Dafür hat das Regierungspräsidium Karlsruhe unter anderem unter radschnellweg-hd-ma.de eine Homepage eingerichtet. 

Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung wird die interessierte Öffentlichkeit am 24. Juli 2019 in der Kulturhalle in Mannheim-Feudenheim über Details zur Varianten-Entscheidung informiert. 

Radschnellweg Mannheim-Heidelberg: Entscheidungsprozess zur Route beginnt 

Update vom 6. Februar 2019: In einer nicht-öffentlichen Sitzung nimmt der „Projekbegleitkreis zum Vorhaben Radschnellverbindung“ am Dienstagabend (5. Februar) die Arbeit auf. Damit befindet sich das Projekt mitten in der heißen Phase der Varianten-Entscheidung, in der die abschließende Trasse festgelegt wird. Der Baubeginn ist schon für Herbst 2022 geplant!

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Radschnellweg Mannheim-Heidelberg: Baubeginn für 2022 geplant

Die rund 50 Teilnehmer des Kreises bestehen aus Mitarbeitern des Regierungspräsidiums, Vertretern der Gebietskörperschaften, der Politik, Wirtschaft, Umweltverbände, Landwirtschaft, ÖPNV und Trägern öffentlicher Belange und weitere Multiplikatoren.

In diesem Kreise sollen regelmäßig und auch nach Bedarf über alle anstehenden Schritte informiert und Fragen geklärt werden.

Alle Infos über aktuelle Aktionen und Baumaßnahmen 

Mannheim/Heidelberg Fahrradschnellweg Trassen

Im Mannheimer Gemeinderat geht es rund

Weniger ruhig verläuft dagegen die zeitgleich laufende Gemeinderatssitzung, wie das Mannheimer Morgenweb berichtet. Auf einmal gibt es Streit um das längst verabschiedete Vorhaben „Fahrradschnellweg durch die Feudenheimer Au“. 

Grund sind die 26 zu verlegenden Kleingärten und eine seltene geschützten Orchideenart, dem Bienenragwurz: Diese müssen wegen einer Minute Zeitersparnis weichen. 

Übrigens: Am 23. Juli wird der alte Heidelberger Gemeinderat verabschiedet und der neue vereidigt. Doch vor dem Rathaus starten einige Aktivisten eine ungewöhnliche Protestaktion: Sie täuschen den Hitzetod vor!

Eine Minute Zeitersparnis durch Trasse Feudenheimer Au

Dabei hat der Rat das rund 6,1 Millionen Euro teure Vorhaben sogar im Leitentscheid zum Grünzug schon genehmigt. Gegen Ende wird eine weitere Diskussion im Plenum ganz knapp erfolgreich abgelehnt, mit zwei Stimmen Mehrheit. Das bedeutet: ein weiterer Schritt ist geschafft!

Radschnellweg Mannheim-Heidelberg: Erstmeldung vom 9. Juli 2018:

In Heidelberg legen rund 35 Prozent der Bürger ihre Wege innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad zurück – nur die Radhochburgen Münster und Freiburg erreichen in Deutschland solch einen Wert.

Doch damit nicht genug! Der Radverkehr in der Stadt am Neckar soll weiter an Attraktivität gewinnen. „Dazu gehen wir eine Rad-Offensive mit einem ganzen Maßnahmenbündel an“, so OB Eckart Würzner.

Eine der Hauptmaßnahmen: Der Bau einer zusätzlichen Rad-Achse vom Heidelberger Süden über den Neckar in das Neuenheimer Feld.

Zu Spitzenzeiten sind hier jeden Tag rund 12.000 Menschen auf zwei Rädern unterwegs. „Das ist ein schöner Erfolg unserer Radpolitik. Auf den wollen wir aufbauen. Wir brauchen deshalb eine Nord-Süd-Achse in einer ganz neuen Qualität“, so Würzner weiter.

Wie genau diese Qualität erreicht werden soll, ist schon jetzt erkennbar: Die Stadt hat in den vergangenen Jahren eine neue Trasse von der Südstadt in die Bahnstadt angelegt. Auf den ehemaligen Bahntrassen werden Radfahrer und Fußgänger gemeinsam geführt. Die gesamte Trasse ist kreuzungsfrei, Straßen werden per Brücken überspannt. 

Das Angebot kommt hervorragend an“, freut sich der Oberbürgermeister. „In einer noch besseren Qualität setzen wir die Trasse fort bis an den Ort, der den meisten Verkehr in Heidelberg anzieht: das Neuenheimer Feld.“ 

Die Stadt geht jetzt die zwei letzten großen Teilprojekte für die Nord-Süd-Achse an. Die Gneisenaubrücke verbindet die Bahnstadt mit Bergheim über die Bahngleise hinweg. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium. Das Geld –8,5 Millionen Euro – steht bereits bereit, inklusive Fördermitteln von 1,7 Millionen Euro durch das Land.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Die Stadt wächst – und mit ihr das Verkehrsaufkommen

Der Verkehr ist die wichtigste Herausforderung in unserer Stadt – das ergibt regelmäßig die Heidelberg-Studie. Ein Grund ist, dass wir uns in einem innerstädtischen Bereich bewegen, der hoch verdichtet ist, und das Straßennetz ist weder quantitativ noch qualitativ den heutigen Anforderungen gewachsen“, so Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.

In nur zehn Jahren sei die Einwohnerzahl um rund 15.000 Bürgerinnen und Bürger gestiegen. Mit der Entwicklung der Bahnstadt und der Konversionsflächen setze sich der Trend fort.

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Daneben ist die Weiterentwicklung der Ost-West-Achse geplant. Sie sieht beispielsweise eine Umgestaltung des Adenauerplatzes vor. Dort soll die Radwegeführung in Ost-West-Richtung klarer strukturiert werden, unter anderem mit neuen Fahrradstreifen und Ampeln. Die Arbeiten sollen ab Februar 2019 beginnen – Kosten: voraussichtlich 1,15 Millionen Euro.

Hinzu kommt der schrittweise Lückenschluss des bestehenden Radwegenetzes. Die Stadt hat hierzu ein Programm definiert, um 15 Lücken zu schließen. Das Spektrum reicht von wenigen Metern wie in Neuenheim an der Haltestelle Kußmaul-Straße bis hin zu mehreren Kilometern entlang der Peterstaler Straße in Ziegelhausen. Ebenfalls geplant sind weitere Fahrradstraßen. In der Vorbereitung sind derzeit 20 Abschnitte.

Mögliche Trassenführung von Heidelberg nach Mannheim.

Gemeinsam mit anderen Kommunen und dem Verband Region Rhein-Neckar setzt sich Heidelberg dafür ein, interkommunale Radschnellwege zu schaffen.

Hintergrund ist, dass Heidelberg eine Stadt mit sehr hoher Pendlerquote ist: Der Anteil der Einpendler an den Beschäftigten am Arbeitsort beträgt 70 Prozent. Anvisiert werden Radschnellwege in nördlicher Richtung entlang der Bergstraße bis nach Darmstadt, nach Südwesten bis Schwetzingen, nach Süden bis Bruchsal. Zudem soll die Radverbindung nach Leimen ausgebaut werden.

Unsere Vision ist eine schnelle und komfortable Fahrradwegeverbindung von Schwetzingen über Heidelberg bis nach Darmstadt beziehungsweise bis nach Mannheim“, sagte Alexander Thewalt, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement. 

Mit Pedelecs und E-Bikes lassen sich heute auch größere Distanzen zurücklegen – ohne verschwitzt ins Büro zu kommen. Fast jeder dritte Weg, der mit dem Auto gefahren wird, ließe sich ersetzen, wenn die Potenziale des Fahrrads ausgeschöpft werden. Das hat eine Studie des Umweltbundesamts vor fünf Jahren ergeben. Aus Fahrradmetropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen weiß man, dass mit der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur der Anteil an Fahrradfahrerinnen und -fahrer erheblich ansteigt. Daher sind wir mit unseren Radverkehrsaktivitäten auf einem guten Weg.

Der Ausbau neuer Radschnellwege ist dringend geboten. Nicht zuletzt aufgrund des dramatischen  Anstiegs tödlich verunglückter Radfahrer. 

Unverletzt bleibt zum Glück eine Gruppe vom Radfahrern am Mittwochabend (14. August) - Ein Autofahrer verliert die Kontrolle und löst eine gefährliche Kettenreaktion aus!

pm/rob

Quelle: Mannheim24

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