Mit dem Drahtesel zur Arbeit

Verkehrsministerium plant neue Radschnellwege zwischen Baden-Württemberg und Hessen

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Radfahrer fahren auf dem neuen Radschnellweg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart. (Archiv)

Expressrouten für Radler sollen Pendlern den Arbeitsweg auf dem Fahrrad erleichtern. Jetzt könnten weitere Radschnellwege zwischen Baden-Württemberg und Hessen entstehen: 

Update vom 2. Juli: Am Dienstag findet eine Infoveranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe statt, zu der Vertreter von Landkreisen und Städten eingeladen sind. Das Präsidium stellt dort die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien und der zugrundeliegenden Potentialanalysen des Landes vor. Ebenso informiert es über mögliche Förderungen durch Bund und Land sowie Kooperationsmöglichkeiten von Land und Kommunen.

Bei unserer Pilotstrecke Heidelberg - Mannheim sind wir auf einem guten Weg und konnten bereits eine Entscheidung zur Streckenführung treffen. Bei den Planungen haben wir sehr gute Erfahrungen mit einer breit angelegten Öffentlichkeitsbeteiligung gemacht, die wir bei zukünftigen Projekten für Radschnellwege fortsetzen werden“, führt Regierungspräsidentin Sylvia Felder bei der Veranstaltung aus. Das Regierungspräsidium wird nun in die Planung für den Abschnitt Karlsruhe - Ettlingen und anschließend für den Abschnitt Karlsruhe - Rastatt einsteigen. Dazu werden in einem nächsten Schritt zunächst Abstimmungsgespräche mit den Beteiligten geführt.

Informationen zu Radschnellwegen in Baden-Württemberg 

Radschnellwege sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverkehrsverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen. Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch:

  • Gesamtstrecke: mindestens 5,0 km 
  • Verbindung zwischen großen Kommunen 
  • bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr (durchschnittlich mehr als 2.000 Radfahrende in 24h auf überwiegendem Teil der Gesamtstrecke)

Radschnellwege sind gerade auch auf längeren Distanzen aufgrund direkter, umwegefreier Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv. Sie haben daher insbesondere im Hinblick auf die steigende Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen.

Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer an Kreuzungen weniger anhalten und warten müssen, dadurch erhöht sich in der Regel die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit.

Meldung vom 25. Juni: Das Radschnellwege-Netz in der Region soll für den Klimaschutz und zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs weiter ausgebaut werden. Am Dienstag wurde in Heppenheim eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, die nun auch den Ausbau der Radschnellwege zwischen der Rhein-Main und der Rhein-Neckar-Region überprüft. Dieser Studie zufolge würden sich besonders die Strecken Mannheim-Viernheim-Weinheim und Bensheim-Heppenheim für Radschnellwege eignen. Die Kosten für einen Ausbau von Radwegen zu Radschnellwegen werden auf 500.000 bis 600.000 Euro pro Kilometer geschätzt.

Radschnellwege in der Region: Neue Möglichkeiten für Berufstätige

In Egelsbach wurde erst kürzlich der erste, 3,6 Kilometer lange Abschnitt eines Radschnellwegs zwischen Frankfurt und Darmstadt eröffnet. Die vier Meter breite Fahrbahn bietet ausreichend Platz für Gegenverkehr und zum Überholen. Mit den Radschnellwegen soll das Radfahren auch für Pendler im Berufsverkehr attraktiver werden. Die mehr als 30 Kilometer lange Expressroute für Radler zwischen Darmstadt und Frankfurt soll bis 2022 fertiggestellt werden. Dann beginnt auch der Bau des Radschnellwegs zwischen Mannheim und Heidelberg

Eine Studie der AOK von 2018 zeigt, dass immer mehr Menschen zur Arbeit in die Stadt pendeln – die meisten davon mit dem Auto. Das bedeutet für viele nicht nur Stress, sondern belastet auch die Straßen. Die neue Trasse zwischen Heidelberg könnte, wie weitere geplante Radwege, den Verkehr auf den Straßen entlasten

Radschnellwege: Verkehrsministerium überprüft neue Möglichkeiten zwischen Baden-Württemberg und Hessen

Insgesamt 42 mögliche Korridore für Radschnellwege sind in der vom Landesverkehrsministerium vorgelegten Studie identifiziert worden. Darunter befinden sich auch Strecken mit einem Potenzial von stolzen 2.000 Radfahrern pro Tag – sowie Radschnellwege, die sogar noch mehr Verkehr anziehen könnten. Für die Machbarkeitsstudie zwischen Baden-Württemberg und Hessen seien ausgehend von den Innenstädten von Darmstadt, Heidelberg und Mannheim Verkehrsdaten analysiert sowie Wegenetze untersucht und befahren worden. 

Die Planung des langersehnten Radschnellwegs Mannheim/Heidelberg schreitet auch voran. Am Mittwoch (26. Juni) präsentiert das Regierungspräsidium Karlsruhe drei mögliche Routen für die Fahrrad-Autobahn.

Bereits 2017 hatte das Land Baden-Württemberg den Bau von drei Schnellverbindungen für Radfahrer beschlossen, um Pendlern das Umsteigen aufs Rad schmackhaft zu machen. Neben der Radschnellstrecke zwischen Mannheim und Heidelberg waren auch Routen zwischen Heilbronn über Neckarsulm nach Bad Wimpfen sowie von Esslingen nach Stuttgart geplant. 

Der Ausbau neuer Radschnellwege ist dringend geboten. Nicht zuletzt aufgrund des dramatischen  Anstiegs tödlich verunglückter Radfahrer. 

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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