Tiere in Gitterboxen eingezwängt

Welpenverkauf auf McDonald‘s-Parkplatz: Droht Hunde-Händlern eine Strafe?

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Auf diesem McDonalds-Parkplatz in Rauenberg verkaufen zwei Männer Hundewelpen aus einem Transporter heraus.

Rauenberg - 20 Welpen werden auf dem Parkplatz einer „McDonald‘s“-Filiale zum Verkauf angeboten – offenbar alles legal. Doch kann das Veterinäramt trotzdem etwas dagegen tun?

Am Samstag (23. Juni) kommt ein rumänischer Transporter auf dem Parkplatz des Schnellrestaurants an. Die Insassen, zwei Männer, sollen einen Welpen frei herumrennen lassen haben. Die restlichen 19 Hunde seien in Gitterboxen deponiert gewesen, erklärt uns eine „McDonald's“-Mitarbeiterin am Mittwoch (27. Juni). Sie sollen auf dem Parkplatz gestanden haben, mit dem Ziel, alle Hunde zu verkaufen.

„Die Welpen waren noch sehr jung, vielleicht erst wenige Wochen alt, sagt die Angestellte gegenüber HEIDELBERG24. Sie habe gesehen, wie einer der Männer sich im Fast Food-Restaurant etwas bestellt habe, während der andere auf die Tiere aufgepasst habe, erklärt sie uns.

Erste Befürchtungen, dass es sich dabei um einen illegalen Tiertransport handelt, haben sich jedoch nicht bestätigt. Vielmehr ist es sogar einelegale Organisation, die Tiere aus Rumänien nach Deutschland bringt, damit diese hier ein geeignetes Herrchen finden.

Verstoß gegen Tierschutztransportverordnung

Als die Polizei kommt, kann sie dem Duo nichts nachweisen: Die Männer haben Impfpässe und Einfuhrpapiere für alle 20 Welpen. Lediglich die Unterbringung der Hunde sei falsch gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Was droht den Tierhaltern bei einem Verstoß gegen die Tierschutztransportverordnung? HEIDELBERG24 hat beim Veterinäramt Rhein-Neckar-Kreis nachgefragt: „Sollte ein Transport schwerwiegende Mängel haben, so droht den Transporteuren neben einer Geldstrafe auch der Entzug der Zulassung, sagt Silke Hartmann, Sprecherin des Landratsamts.

Legal – aber moralisch bedenklich!

Auch wenn alle Papiere vorhanden sind, kann es doch nicht gesund für die Tiere sein, stundenlang in einer Box zu sitzen und zu warten, bis sich ein Passant erbarmt und sie aus ihrem Elend befreit!

„Generell ist ein Parkplatz kein korrekter Bestimmungsort für den Abschluss eines Tiertransportes“, so Hartmann. „Fachrechtlich gesehen ist eine Parkplatz so gut wie nie ein geeigneter Übergabeort.“ Nach 48 Stunden Transport müsse außerdem eine Rast und Versorgung gewährt werden. Das sei auf einem Parkplatz nicht möglich, heißt es weiter. 

Zugelassenen Vermittlungsstellen aus dem Ausland müssen sich eigentlich an Vermittlungsstellen für Hunde aus Europa wenden – davon gibt es alleine im Rhein-Neckar-Kreis 18 Stück! Dort können die Tiere gefahrlos und entspannt an ihre neuen Herrchen übergeben werden.

jab

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