LGBT-Solidarität

REWE hisst Regenbogenflagge und erntet Shitstorm – „jetzt boykottiere ich“

In ganz Deutschland sind an REWE-Filialen Regenbogenflaggen zu sehen. Sie sind Teil des LGBT-Netzwerks und setzen ein Zeichen der Solidarität. Doch einigen Kunden scheint das nicht zu passen:

  • Dieses Jahr finden wegen der Corona-Krise keine CSD-Paraden im Sommer statt.
  • Der Supermarkt REWE hisst eine Regenbogenflagge als solidarisches Zeichen.
  • Auf Twitter kommt es wegen einiger Kunden zum Eklat.

Normalerweise würden im Juli in ganz Deutschland CSD-Paraden stattfinden, um für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ein Zeichen zu setzen und gemeinsam zu feiern. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie leider nichts mehr normal. Die Paraden, wie beispielsweise in Mannheim*, werden abgesagt. Die Initiatoren der CSD-Feiern haben sich aber einen Plan B überlegt. So ist unter anderem das Online-Format „Pride at home“ ins Leben gerufen worden. Doch was hat das alles mit dem Supermarkt REWE zu tun?

REWE zeigt Flagge – Solidarität mit CSD

Seit Jahren ist REWE mit einem eigenen Wagen bei den CSD-Paraden dabei und ist somit in Köln schon ein fester Bestandteil der LGBT-Gemeinschaft geworden. Das LGBT-Netzwerk di.to. und die REWE Group wollen nun trotz Veranstaltungsverbot Flagge zeigen und hissen deshalb an den Verwaltungsstandorten erstmals in Deutschland die Regenbogenflagge. „Viele REWE-Kaufleute schlossen sich der Aktion an und hissten die Fahne ebenfalls vor ihren Märkten", heißt es in einer Mitteilung der REWE Group.

So sind an vielen REWE-Filialen in ganz Deutschland Regenbogenflaggen als solidarischen Zeichen zu sehen. Unter anderem in Köln, Wiesloch oder Norderstedt. Doch das Zeichen der Gemeinschaft stößt bei so manchen Menschen auf Widerspruch – und genau das löst nun einen Streit auf den sozialen Netzwerken aus. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Streit um Regenbogenflagge – „ab jetzt boykottiere ich Rewe“

Auf dem sozialen Netzwerk Twitter sind Bilder zu finden, die die Regenbogenflaggen vor REWE-Märkten zeigen. Neben positiven Kommentaren von stolzen REWE-Mitarbeitern und Kunden, sind auch einige negative zu lesen. Unter anderem schreiben Twitter-Nutzer: „Mir reicht es, ab jetzt boykottiere ich die Erde, irgendwo muss Schluss sein!!“ oder „ab jetzt boykottiere ich #Rewe.

Diese Haltung wird von vielen nicht akzeptiert und halten zur solidarischen Aktion von REWE und di.to. Ein Nutzer schreibt: „Solche Aktionen sind der Grund, weshalb ich besonders gern bei #Rewe einkaufe. Und noch viel lieber dort arbeite. Und wenn es dazu beiträgt, dass irgendwelche Volldeppen in Zukunft meinen Arbeitgeber meiden, ist das für mich umso besser!“ und ein anderer postet auf Twitter: „Rechte Boomer mit ihrem „JETZT BOYKOTTIERE ICH DEN SAFTLADEN“ bro wen juckt‘s wenn das schon reicht um euch loswerden hänge ich Regenbogenflaggen um meine komplette Wohnung #REWE

REWE: Eklat um Regenbogenflagge – Supermarkt nimmt Stellung

Am Mittwoch (26. August) reagiert nun auch der Supermarkt-Riese REWE auf den Eklat. Auf Twitter erklärt er: „#Toleranz und #Vielfalt werden bei #REWE gelebt, deshalb sind alle Menschen bei uns willkommen – ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung!“ Der Post erreicht innerhalb einer Stunde über 470 Likes – und das auch zu recht!

Der Twitter-Post von REWE zum Flaggen-Eklat

REWE stößt immer wieder auf Kritik. So beispielsweise beim Bau eines Logik-Zentrums in Wölfersheim (Hessen). Denn laut Tierschützern leben auf dem (noch) grünen Areal vom Aussterben bedrohte Feldhamster. Das Projekt muss gestoppt werden und ein Gericht wird über die Zukunft es Bauvorhabens und der Tiere entscheiden. jol *HEIDELBERG24 und MANNHEIM24 sind Teile des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

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