,Gewerbeanmeldung' ist Pflicht!

Landratsamt verrät: So läuft das Gespräch mit Prostituierten ab 

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Gesundheitsamt und Ordnungsamt informieren über die Anmeldung und Beratung von Prostitution (Symbolfoto)

Rhein-Neckar-Kreis - Wer in das älteste Gewerbe der Menschheit einsteigen will, der muss sich beim Gesundheits- und Ordnungsamt melden. So läuft dort ein Gespräch ab:

Seit über einem Jahr gibt es das Prostituiertenschutzgesetz, das unter anderem die Anmeldepflicht für Prostituierte, die Vorschriften über die gesundheitliche Beratung sowie die Erlaubnispflicht für das Prostitutionsgewerbe umfasst. 

Im Rhein-Neckar-Kreis sind zwei Ämter des Landratsamt für Gespräche und Anmeldungen zuständig: Das Ordnungs- und das Gesundheitsamt. 

Im Jahr 2017 wurden beim Ordnungsamt 20 Beratungen durchgeführt, in diesem Jahr sind es bislang schon 58. Das Gesundheitsamt wiederum hat 2017 134 Beratungen und in diesem Jahr 186 durchgeführt. Das teilt das Landratsamt am Dienstag (11. September) mit. 

Wie läuft so ein Gespräch ab?

Ein Beratungsgespräch dauert im Schnitt rund 50 Minuten. Bei fremdsprachigen Personen nutzt die Kreisbehörde seit Januar 2018 ein Videodolmetschersystem. Die Altersspanne reicht von 18 bis zu 74 Jahren

Wir informieren umfassend zur Rechtslage nach dem Prostituiertenschutzgesetz, dem Prostitutionsgesetz und weiteren relevanten Vorschriften“, erklären Dr. Andreas Welker, Amtsarzt im Gesundheitsamt und Julia Steinacher, verantwortliche Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. Auch Themen wie Absicherung im Krankheitsfall, soziale Absicherung und Schwangerschaft werden besprochen. Das Gespräch informiert auch über Hilfe in Notsituationen und die Steuerpflicht. 

Bescheinigung für Prostitution

Den Prostituierten wird bei der Anmeldung eine Bescheinigung ausgestellt. „Diese ist für Personen unter 21 Jahren ein Jahr, für Personen über 21 Jahren zwei Jahre gültig“, so Steinacher und Welker. Die Anmeldebescheinigung wird auf den persönlichen Namen ausgestellt und enthält ein Lichtbild. 

Die Ausstellung einer weiteren, pseudonymisierten Anmeldebescheinigung – „Aliasbescheinigung“ – ist möglich. Diese muss die Person bei der Ausübung der Tätigkeit mit sich führen. Die Ausstellung der Anmeldebescheinigung ist gebührenfrei. 

Übrigens: Verstöße gegen die Anmeldepflicht oder gegen die Pflicht zum Mitführen einer gültigen Anmeldebescheinigung werden mit einem Bußgeld belegt.

Hintergrund

Seit dem 1. Juli 2017 ist das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz in Kraft. „Mit dem Gesetz sollen der Schutz der Prostituierten, die Regulierung des Prostitutionsgewerbes, die Unterbindung menschenverachtender Auswüchse, Zuverlässigkeitsprüfungen der Betreiber, ordnungsrechtliche Instrumente der Überwachung und die Bekämpfung von Kriminalität gewährleistet werden“, so Welker und Steinacher.

Das Ordnungsamt der Kreisbehörde ist lediglich für die Personen zuständig, die im Rhein-Neckar-Kreis tätig sind oder künftig dort tätig sein wollen. Für die im Stadtgebiet Heidelberg tätigen Personen übernimmt diese Aufgabe das Bürgeramt der Stadt Heidelberg. 

pm/jol

Quelle: Mannheim24

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