Erste Aktion landesweit

26 Orte, 500 Polizeikräfte: Die 24-Stunden-Polizeikontrolle in der Region! 

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Die Polizei führt eine großangelegte Kontrolle in der Rhein-Neckar-Region durch.

Mannheim/Heidelberg - Bei einer großangelegten Aktion geht die Polizei am Freitag vor allem gezielt gegen Identitätsbetrüger vor! 24 Stunden lang kontrolliert die Polizei an 26 Orten:

Immer mehr hat die Polizei mit Identitätsbetrügern zu kämpfen. Die Betrüger sind oft in mehreren Bundesländern unter verschiedenen Namen gemeldet.

Am Freitag (27. April) geht die Polizei gezielt gegen diese Identitätsbetrüger vor! In einer 24-stündigen Großaktion wird an insgesamt 26 Orten mit über 500 Polizeikräften kontrolliert. Es ist die erste Polizeiaktion dieser Art landesweit und stellt einen Startschuss für künftige Maßnahmen dar. Kontrolliert wird zwischen 5 Uhr in der Früh bis 5 Uhr am Folgetag.

Polizeikontrolle: 24 Stunden im Kampf gegen Identitätsbetrüger! 

Zu vier Kontrollstellen wird auch die Presse eingeladen: Der Busbahnhof in Mannheim, die Autobahnraststätte Hockenheim, die Neckarwiese in Heidelberg und die Gaststätten in der Mannheimer Innenstadt.

Im Fokus der Kontrollen stehen nicht nur die Identitätsbetrüger, sondern auch die Sicherheit im öffentlichen Raum, Rauschgiftkriminalität aber auch Delikte wie Menschenschmuggel oder Menschenhandel.

Kontrolle am ZOB in Mannheim

Bereits am ersten öffentlichen Kontrollpunkt - dem Busbahnhof in Mannheim - kann die Polizei erste Erfolge erzielen: Schon vor 13 Uhr haben die Beamten zahlreiche gefälschte Ausweise und Führerscheine beschlagnahmt und Falschgeld entdeckt – in einem Fall sogar in einer Dose Sauerkraut versteckt!

„Insgesamt kann man beobachten, dass die Qualität der gefälschten Dokumente immer besser wird“, so LKA-Einsatzleiter Stefan Bertolini. Ein ‚gut gefälschter‘ Ausweis kostet zwischen 300 und 500 Euro, erklärt der Beamte.

„Es gibt spezielle Geräte, die das erkennen können. Doch letztendlich beurteilt es der Mensch“, so Bertolini weiter. Bei den Kontrollen im Einsatz sind nämlich auch zwei Spezialisten des LKA, die mit ihrem geschulten Blick die Papiere unter die Lupe nehmen.

Kontrollpunkt Neckar

Auch bei dem Einsatz auf der Neckarwiese in Heidelberg sind die Beamten gefordert. Denn hier finden am Freitag die Abschlussfeiern der Realschüler statt. „Sie haben heute überraschenderweise ihre letzte Prüfung geschrieben“, so die Einsatzleiterin. Ursprünglich sollte die letzte Prüfung erst am Montag (30. April) stattfinden.

Auch hier sind die Beamten sowohl uniformiert, als auch in zivil unterwegs. Schließlich gibt es auch auf der Neckarwiese immer wieder Probleme mit Drogenhandel und falschen Ausweisdokumenten. 

Die Polizei ab 12 Uhr mit starken Kräften und sogar zwei Beamtinnen zu Pferd vor Ort, um die Lage „von oben“ im Überblick zu behalten. 

Um 15 Uhr finden sich bereits hunderte Schüler auf der Wiese ein, um ausgelassen zu feiern - doch leider nicht immer sauber: Die meist noch Minderjährigen trinken hier nicht nur Wein und Bier, auch reichlich Hochprozentiges ist dabei. 

Bereits am frühen Nachmittag muss eine stark betrunkene Jugendliche dem DRK überstellt werden. Bei einem anderen jungen Mann wird ein Messer gefunden worden, das die Polizei sichergestellt.

Die Bilanz der Kontroll-Aktion

Insgesamt werden 1.552 Personen, 176 Fahrzeuge und 28 Busse kontrolliert. Kontrollmaßnahmen finden zudem in 17 Gaststätten statt. Wohnungsdurchsuchungen werden in insgesamt 26 Objekten durchgeführt.

Die Polizei kann während der 24 Stunden andauernden Kontrollen folgende Straftaten feststellen:

  • 25 Urkundenfälschungen (u.a. 16 gefälschte Ausweise und 6 gefälschte Führerscheine)
  • 22 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz
  • 26 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz
  • 16 weitere Straftaten (z.B. Hehlerei, Verstöße gegen das Waffen- und Arzneimittelgesetz)

Insgesamt werden 33 Personen festgenommen. Fünf davon werden nach festgestellten Straftaten und Ausweisungsverfügungen dem Haftrichter vorgeführt. Zudem werden fünf Personen aufgrund bestehender Haftbefehle in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Im Rahmen der Kontrollen kann Dealgeld von rund 1.000 Euro sichergestellt werden. Außerdem können die Ermittler jeweils etwa 800 g Amphetamin, 700 g Marihuana, 500 g Anabolika sowie rund 370 g Haschisch feststellen. Ebenfalls wird eine Schreckschusswaffe und 280 Euro Falschgeld gefunden.

Siegfried Kollmar, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg zum Abschluss der Maßnahmen: „Es überrascht uns nicht wirklich, sondern entspricht unserer Prognose, dass viele gefälschte Ausweispapiere in Umlauf sind. Hinter jedem gefälschten Dokument stehen häufig illegale Aufenthalte, illegale Beschäftigungsverhältnisse, illegale Beziehung von Leistungen etc. – insoweit haben wir mit dem Sicherheitstag 2018 unter dem Leitthema "Identitätsbetrug" einen Volltreffer gelandet. Durch unseren "Rund-um-die-Uhr-Einsatz" mit Kontrollen und diesbezüglich insgesamt 26 Einzelmaßnahmen bei übergreifend mehr als 500 eingesetzten Kolleginnen und Kollegen haben wir für die Sicherheit im öffentlichen Raum einen wesentlichen Beitrag geleistet."

jab/kab

Quelle: Mannheim24

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