Beschäftigten-Zahl steigt

Zum Weltflüchtlingstag: Wichtiger Arbeiterzuwachs in Metropolregion

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Die Zahl der Geflüchteten am regulären Arbeitsmarkt der Metropolregion steigt kontinuierlich. (Symbolbild)

Rhein-Neckar-Kreis/Mannheim - Seit 2015 findet in Deutschland ein Gedenktag für Flüchtlinge statt. Bilanzen kann man seit dem viele ziehen – die wirtschaftliche ist dabei besonders erfreulich.

Das Datum des ersten ,Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung‘ ist kein Zufall. Vor allem, wenn man die Tragödien bedenkt, die sich 2015 abspielten und viele zwangen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Für Deutschland bedeutete es in erster Linie ein Strom hilfesuchender Menschen.

Heute verdichtet sich dieser Strom zu einem Fluss willkommener Manpower für die Wirtschaft. Die Zahl der Geflüchteten, die eine Anstellung auf dem regulären Arbeitsmarkt finden, steigt – und zwar sowohl im Rhein-Neckar-Kreis als auch im Stadtkreis Mannheim.

Beschäftigte im Rhein-Neckar-Kreis

Sind es Ende 2016 noch 1.283, die sich im Rhein-Neckar-Kreis in einem Anstellungsverhältnis befinden, kommt man Ende des Folgejahres bereits auf über 1.900! Im Stadtkreis Mannheim steigt die Zahl im Vergleichszeitraum von 800 auf mehr als 1.200 Menschen. 

Es ist ein konstanter Aufwärtstrend“, weiß Dr. Gerhard Grieshaber von der Agentur für Arbeit Mannheim. Zwar habe man für den Zeitraum Dezember 2017 bis Mai 2018 noch keine statistisch soliden Zahlen. Aber: „Schaut man sich den Verlauf an, lässt sich die voraussichtliche Höhe ziemlich gut bestimmen.“ Eine Gesamtzahl von 1.400 scheine wahrscheinlich.

„Schätzungen sind Glaskugelleserei“

Im Rhein-Neckar-Kreis sehe das anders aus: „Eine Schätzung ist hier nicht möglich, wäre reine Glaskugelleserei“, meint Andreas Kapp, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Heidelberg.

Jedoch scheint der Anstieg dort rasanter: Von Mai 2016 (Beginn der Erfassung) bis Mai 2017 wächst die Zahl der Beschäftigten um etwa 400. Dieselbe Zunahme verzeichnet die Agentur für Arbeit aber erneut in den folgenden sechs Monaten! 

Acht Herkunftsländer – fünf Berufsgruppen

Konkret sei dabei übrigens von Menschen aus den acht Herkunftsländern Iran, Irak, Syrien, Eritrea, Somalia, Afghanistan, Pakistan und Nigeria die Rede, informiert Ines Stricker, Pressesprecherin bei der baden-württembergischen Agentur für Arbeit.

Auf das ganze Bundesland gesehen, kämen die meisten von ihnen in Fertigungs-, Verkehrs-, Logistik-, Bau-, medizinischen sowie nichtmedizinischen Gesundheitsberufen und in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung unter.

Situation in Baden-Württemberg

Der letzte verlässliche Wert von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ganz Baden-Württemberg stamme aktuell vom November 2017, so Pressesprecherin Stricker, und liege bei 27.845 Geflüchteten (Stand November 2016: 17.595).

Aktueller sind die Zahlen von Berufsausbildungsstellen. Zwischen Oktober 2017 und Mai 2018 bewerben sich 3.838 Personen. Weitere 119 streben an, die Schulbank zu drücken – nur sieben streben ein Studium an.

Nachfrage nach Fachkräften groß

Die Nachfrage nach ausländischen Fachkräften ist nach Angaben der IHKs groß. Nur zum Vergleich: Der Anteil rheinland-pfälzischer Unternehmen, die Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren, liegt 2015 – der jüngsten Zahl – bei 17 Prozent.

Um diese Entwicklung zu fördern, gründet die Landesregierung und die Kammern vor drei Jahren die sogenannten ,Welcome Center'. Dessen Ziel ist, die Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Zuwanderern zu unterstützen. Gleichzeitig sollen ausländische Fachkräfte Hilfe – zum Beispiel bei bürokratischen Hürden – erhalten.

gs

Quelle: Mannheim24

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