Eine Gemeinde besonders betroffen

Rhein-Neckar-Kreis: Tropen-Insekt breitet sich aus – es überträgt gefährliches Virus

Rhein-Neckar-Kreis: Die Tigermücke breitet sich im Landkreis aus. Eine Gemeinde ist besonders betroffen. Wie gefährlich das tropische Insekt ist und was der Bevölkerung geraten wird:

Oft fallen neue Vorkommen der Tigermücke erst auf, wenn sich Anwohner durch die aggressiv stechenden Insekten geplagt fühlen. Meist treten die tropischen Mücken im August oder im September auf, wenn sich aus einzelnen eingeschleppten Exemplaren schon eine Folge-Generation entwickelt hat. In Baden-Württemberg können immer wieder Tigermücken bestätigt werden. Jetzt meldet das Landratsamt mit Meckesheim einen neuen Fundort im Rhein-Neckar-Kreis. Das Problem bei dem Insekt, das oft als blinder Passagier nach Deutschland eingeschleppt wird: Es kann tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen.

Rhein-Neckar-Kreis: Tigermücke breitet sich aus – Insekten können Krankheiten übertragen

Die Tigermücke muss auf Anraten des Gesundheitsamts prinzipiell bekämpft werden. Zwar sei laut Mitteilung vom Landratsamt im Rhein-Neckar-Kreis das Übertragungs-Risiko von tropischen Krankheiten in Deutschland noch sehr gering und bei einem Stich bestehe meist kein Grund zur Sorge – doch die Gefahr nehme mit steigender Zahl der Tigermücken immer weiter zu. Die Entwicklung der Population werde dabei vor allem durch hohe Sommertemperaturen und milde Winter begünstigt – und jedes Tigermücken-Weibchen kann mehr als hundert Eier ablegen.

Die Tigermücke breitet sich im Rhein-Neckar-Kreis aus

Rhein-Neckar-Kreis: Tigermücke in Meckesheim nachgewiesen – so werden die Insekten bekämpft

Nachdem die Tigermücke in Meckesheim nachgewiesen wurde, hat das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis sofort mit einem Monitoring und Bekämpfungsmaßnahmen begonnen, dass sich das Insekt nicht weiter auf den Landkreis ausbreitet. Bekämpft werden die tropischen Insekten optimalerweise bereits im Larvenstadium mit dem biologischen Mittel B.t.i., das für andere Insekten, Tiere, Menschen und Pflanzen ungiftig ist. Brutstätten der Tigermücke sind alle Arte von Wasseransammlungen, die mindestens eine Woche gestanden haben.

Die Anwohner der betroffenen Bereiche in Meckesheim – zum Beispiel im Umfeld der Straße Alte Gärtnerei, werden durch Flyer über die ausstehenden Maßnahmen informiert. Das Landratsamt teilt außerdem mit, dass sich Mitarbeiter der Tigermücken-Bekämpfung immer mit einem offiziellen Schreiben des Ordnungsamtes Meckesheim und ihrem Personalausweis ausweisen können.

Rhein-Neckar-Kreis/Meckesheim: Tigermücken melden – so erkennt man die tropischen Insekten

Bürger können helfen die Ausbreitung der Tigermücke zu verhindern, indem sie zum einen den Mücken-Bekämpfern Zutritt zu ihrem Grundstück bewähren und zum anderen verdächtige Mücken melden. Das sind die optischen Merkmale einer Tigermücke:

  • Kleiner als eine Cent-Münze
  • Nicht größer als unsere einheimischen Stechmücken
  • Schwarz (nicht bräunlich), mit weißen Streifen auf Körper und Beinen.
  • Letztes Glied der Hinterbeine immer weiß

Als Belege dienen Fotos oder sogar reale Exemplare, die man mit einem leichten Schlag betäuben kann und dann in einem Gefäß mindestens 15 Minuten ins Tiefkühlfach legt. Wer denkt, eine Tigermücke gesichtet zu haben, kann Fotos aus verschiedenen Winkeln, vor allem mit Beinen an die E-Mail-Adresse meckesheim@tigermuecke.info. Falls sich der Verdacht erhärtet, wird das gefangene Exemplar abgeholt, um es unter dem Mikroskop zu betimmen.

Rhein-Neckar-Kreis/Meckesheim: Tigermücken vermehren sich im Wasser – Ausbreitung verhindern

Aber Achtung: Entgegen anderer Mücken-Arten, die vor allem zur Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind, sticht die Tigermücke auch tagsüber aggressiv. Das Landratsamt im Rhein-Neckar-Kreis empfiehlt auch Bewohnern, außerhalb der betroffenen Bereiche in Meckesheim, mögliche Brutstätten ausfindig zu machen und diese zu beseitigen. Das können alle Gefässe sein, in denen sich Wasser gesammelt hat und die mindestens eine Woche stehen. Belebte Gartenteiche seien in der Regel unproblematisch. (kab/pm)

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