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Tiere aus der Ukraine: „Heimquarantäne“ für Hunde und Katzen – diese Regeln gelten im Kreis

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Von: Peter Kiefer

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Rhein-Neckar-Kreis - Das zuständige Veterinäramt hat die Einreise von Haustieren, die Ukraine-Flüchtlinge mitbringen, erleichtert. Welche Regeln gelten:

Unter dem schrecklichen Krieg in der Ukraine leidet nicht nur die dortige Zivilbevölkerung. Viele der Millionen flüchtenden Menschen haben ihre geliebten Haustiere wie Hunde, Katzen oder Frettchen dabei. In Bezug auf die Tollwut ist die Ukraine allerdings ein nicht gelistetes Drittland, wie das Veterinäramt und Verbraucherschutz im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis mitteilt. 

RegionRhein-Neckar-Kreis
RegierungsbezirkKarlsruhe
Einwohnerzahl548.233 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche1.062 km²
LandratStefan Dallinger (CDU)

Veterinäramt: Haustiere aus der Ukraine – diese Vorgaben gelten

Demnach sind bei der Einreise von Heimtieren besonders strenge Vorgaben zu beachten. Diese sehen unter anderem vor, dass vor Einreise des Tieres eine Genehmigung und eine Gesundheitsbescheinigung vorhanden sein muss, dass das Tier mit frühestens 12 Wochen gegen Tollwut geimpft wurde.

Zudem muss eine Blutentnahme mit erfolgreichem Nachweis von neutralisierenden Antikörpern nach 30 Tagen erfolgt und danach drei Monate bis zum Verbringen des Tieres in die EU abgewartet worden sein.

Ukraine-Konflikt - Geflüchtete in Polen
Eine Frau telefoniert im Flüchtlingslager, während sie ihren Hund auf dem Arm hält. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass bereits mehr als zwei Millionen ukrainische Flüchtlinge aus ihrer Heimat geflohen sind. © Diogo Baptista

EU-Kommission bittet um Erleichterung der Tier-Einreisebestimmungen

Ferner muss das Tier vor der Impfung mit einem Mikrochip gekennzeichnet worden sein. Aufgrund der momentanen Flüchtlingswelle aus der Ukraine hat die EU-Kommission die EU-Mitgliedsstaaten gebeten, die Einreise von Heimtieren aus der Ukraine vorübergehend zu erleichtern. Die EU-Mitgliedstaaten sind dieser Bitte nachgekommen.

Für die Einreise von Heimtieren bedeutet das, dass Tierhalter bis auf weiteres einreisen können, ohne vorab eine Genehmigung im Einklang mit der EU-Verordnung 576/2013 zu beantragen. Ferner empfiehlt das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, vorübergehend kulante Regelungen in Bezug auf die Tier-Quarantäne zu erlassen.

Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis bittet Kunden, nicht mehr persönlich vorbeizukommen. (Archivfoto)
Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/Nicole Suberlak

So regelt der Rhein-Neckar-Kreis die Tier-Quarantäne

Diese Regelungen in puncto Quarantäne werden vom Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises wie folgt umgesetzt:

  1. Bei Tieren mit nachweislicher Tollwutimpfung: Die Tiere werden von einem Tierarzt klinisch untersucht und erfasst. Anschließend nimmt der Tierarzt eine Blutprobe. Ist das Tier nicht tätowiert, gechipt oder anderweitig eindeutig identifizierbar, setzt der Tierarzt einen Mikrochip und stellt einen EU-Heimtierausweis aus.
    Das Blut wird zur Untersuchung auf Tollwutimpfantikörper an ein Labor versandt. Bis ein positiver Nachweis von Antikörpern vorliegt wird für das Tier eine „Heimquarantäne“ angeordnet. Im Vorfeld dieser Heimquarantäne muss der Tierhalter eine schriftliche Erklärung darüber abgeben, dass der Hund/die Katze/ das Frettchen keinen Kontakt zu Wildtieren empfänglicher Arten oder verwilderten Hunden hatte.
    Werden keine Antikörper nachgewiesen, ist mit dem Tier wie unter Punkt 2.) zusammengefasst zu verfahren. Werden Antikörper nachgewiesen und bestätigt der Tierbesitzer schriftlich, dass das Tier keinen Kontakt zu Wildtieren empfänglicher Arten oder verwilderten Hunden hatte, wird die „Heimquarantäne“ aufgehoben.
  2. Bei Tieren ohne Tollwutimpfung: Die Tiere werden von einem Tierarzt klinisch untersucht und erfasst. Tiere, die über 12 Wochen alt sind, werden sofort geimpft und mittels eines Mikrochips gekennzeichnet. Außerdem wird für die Tiere ein EU-Heimtierausweis ausgestellt. Nach Impfung wird eine „Heimquarantäne“ für die Dauer von drei Monaten angeordnet.
    Bei unter 12 Wochen alten Tieren wird das Erreichen der 12. Lebenswoche abgewartet, bis diese geimpft werden. Die „Heimquarantäne“ verlängert sich entsprechend der Wartezeit, die notwendig ist, bis das Tier geimpft werden kann.

Tiere aus der Ukraine: Was hat es mit der „Heimquarantäne“ auf sich?

Folgendes gilt: „Heimquarantäne“ bedeutet, dass das Tier während dieses Zeitraums nur Kontakt zu seinen eigenen Besitzern haben darf. Es darf ausdrücklich keinen Kontakt zu fremden Menschen oder Tieren haben. Eine Erkrankung oder der Tod des Tieres müssen sofort dem Veterinäramt mitgeteilt werden. Während der Zeit der „Heimquarantäne“ darf das Tier nicht verkauft oder abgegeben werden.

Die oben genannten Ausführungen gelten nur für Hunde, Katzen oder Frettchen, die nicht zu kommerziellen Zwecken eingeführt worden und von der Tierhalterin/dem Tierhalter begleitet worden sind. Ferner ist die Anzahl auf maximal fünf Tiere beschränkt.

Ein Tierarzt untersucht die Katze eines ukrainischen Flüchtlings. Tierärzte, die für ein Aufnahmezentrum für Geflüchtete arbeiten, untersuchen, impfen und stellen Gesundheitszeugnisse für Haustiere von Kriegsflüchtlingen aus.
Ein Tierarzt untersucht die Katze eines ukrainischen Flüchtlings. Tierärzte, die für ein Aufnahmezentrum für Geflüchtete arbeiten, untersuchen, impfen und stellen Gesundheitszeugnisse für Haustiere von Kriegsflüchtlingen aus. © Czarek Sokolowski/picture alliance/dpa/AP

Ukraine-Flüchtlinge müssen Änderung des Aufenthaltsorts melden

Sofern sich der Aufenthaltsort der Geflüchteten innerhalb des Zeitraumes der „Heimquarantäne“ innerhalb von Baden-Württemberg ändern sollte, so ist die zuständige Veterinärüberwachungsbehörde am neuen Aufenthaltsort entsprechend zu informieren (veranlasste Maßnahmen, persönliche Daten, neuer Aufenthaltsort etc.).

Sollte sich der neue Aufenthaltsort in einem anderen Bundesland oder Mitgliedsstaat befinden sollte, so sind diese Informationen dem MLR nach Möglichkeit im Vorfeld des Wechsels des Aufenthaltsortes zur Weiterleitung zuzuleiten.

Flüchtlinge mit Haustieren sollen sich mit Veterinäramt in Verbindung setzen

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die ihre Hunde/Katzen/Frettchen nach Deutschland mitgebracht haben, bzw. deren Unterstützer oder Helfer werden gebeten, sich umgehend mit dem Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises (Telefonnummer 06221/522-4265, E-Mail: veterinaeramt@rhein-neckar-kreis.de, Fax: 06221/522-4264) in Verbindung zu setzen.

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Hintergrund: Bei Tollwut handelt es sich um eine tödlich endende Zoonose (auf Menschen übertragbare Krankheit). Deutschland gilt seit 2008 als Tollwutfrei (mit Ausnahme der Tollwut in Fledermäusen), deswegen sind die Auflagen für das Verbringen/den Import von Hunden, Katzen und Frettchen aus anderen EU-Staaten und Drittländern nach Deutschland sehr hoch. (PM/pek)

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