Kolumne zu Sperrzeiten

Wenn die Uhr den Rhythmus angibt

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Kolumne von Jana und Joe über die Sperrzeiten

Stell Dir vor, Du kommst um 20 Uhr von der Arbeit, legst Dich aufs Ohr und gehst dann erst feiern – bis in den Mittag hinein. Klingt unvorstellbar?

Vielleicht bei uns - in einem Bundesland, in dem nach 22 Uhr vor kurzem noch nicht einmal Alkohol verkauft wurde! Doch in Großstädten wie Berlin ist das völlig normal.

Bei uns allerdings heißt es: ,Kein Bier nach vier!’ Denn Sperrzeiten machen den vielen Party-Gästen unter uns einen fetten Strich durch die Kneipen-Rechnung. Gerade wenn man beispielsweise in der Heidelberger Altstadt von der Villa, ins Jinx und Mel’s gezogen ist und dann noch in die Tangente will, ist der Blick auf die Uhr manchmal ein wahrer Stimmungskiller.

Doch natürlich schmecken nicht allen Menschen die Kneipen-Touren in der Altstadt. Vor allem die Anwohner sind mehr als genervt von grölenden Studenten, die mit ihrem Craftbeer nach der Sperrstunden durch die Straßen ziehen. Zu lange, zu laut und zu voll ist die Altstadt!

Club-Szene dem Erdboden gleichgemacht

Erst 2017 wurde die Reißleine gezogen: Zack! Unter der Woche wird nur noch bis 2 Uhr gefeiert. Und jetzt wird schon wieder darüber diskutiert… Aber wo kommen wir dann hin? In fünf Jahren gehen alle nach dem ‚Sandmännchen‘ ins Bett!

Doch mal im Ernst: Allein in den letzten Jahren sind mit dem Schwimmbad Club und der Nachtschicht zwei Heidelberger Kult-Clubs verschwunden. In Mannheim wurde die ‚Suite’ dicht gemacht und von Ludwigshafen wollen wir garnicht erst anfangen, da ist ja sowieso immer leer.

Nach und nach werden die Läden dem Erdboden gleichgemacht. Wie die Sardinen in der Dose müssen sich also die Party-Fans in nur wenige Discos quetschen - und am Ende verkommen alle Kulturstädte zu Grabstätten.

jab/jol

Quelle: Mannheim24

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