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63 Mängel – in EINEM Restaurant! Unterwegs mit einer Lebensmittelkontrolleurin

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Lebensmittelkontrolleurin Mareike Huber vom Rhein-Neckar-Kreis bei der Kontrolle eines Bierkühlhauses und eines Spülbereichs

Rhein-Neckar-Region - Ein Blick in den Berufsalltag einer Lebensmittelkontrolleurin – worauf wird geachtet und wie regieren Restaurantbesitzer auf angekündigte Kontrollen? 

Der ein oder andere hat sich eventuell schon mal den Magen nach einem Restaurant-Besuch verdorben. Besonders häufig passiert das erfahrungsgemäß im Ausland. Das liegt meist am Leitungswasser - aber auch in deutschen Restaurants schlägt das Essen häufig auf den Magen. Die Chance ist zwar geringer, schließlich sind die Lebensmittelkontrollen hier zu Lande streng! Doch wie streng eigentlich genau?

Unangekündigte Lebensmittelkontrolle

Guten Abend! Wie kann ich Ihnen helfen?“ Der Gastronom begrüßt die Besucherin mit einem strahlenden Lächeln. „Guten Abend, ich komme vom Veterinäramt und Verbraucherschutz Rhein-Neckar-Kreis und führe heute eine allgemeine Lebensmittelkontrolle durch“, antwortet Mareike Huber freundlich und zeigt ihren Dienstausweis. Der Restaurantinhaber ist überrascht, behält aber sein Lächeln. Im Verlauf der rund anderthalbstündigen Kontrolle wird es ihm allerdings ein paar Mal gefrieren.  

Es geht los: Die Kontrolleurin zieht ihren weißen Kittel an. Gemeinsam geht es zur ersten Station: Das Bierkühlhaus im Keller. Bis auf eine verunreinigte Türgummidichtung ist hier alles in Ordnung. Im Thekenbereich des Gastraums zückt Mareike Huber eine kleine Taschenlampe. Mit ihr kann sie auch in hintere Ecken leuchten – und wird schnell fündig: Die Begleitkühlung ist durch weiße sporenartige Beläge verschmutzt. Zudem mahnt sie den Gastwirt zu etwas mehr Sauberkeit an – dies wiederholt sich im Verlauf der Kontrolle noch ein paarmal. 

Eigentlich sei bei ihm immer alles in Ordnung, beteuert der Inhaber. Allerdings habe man am Abend zuvor eine größere Veranstaltung gehabt und daher sei man nun noch mit dem Aufräumen und Putzen beschäftigt. Einwände wie diese hört die Lebensmittelkontrolleurin oft.

Alles ist verschlossen:So sieht eine korrekte Lagerung aus.

Im Kühlhaus fällt ihr Blick sofort auf den beschädigten Bodenbelag. Der muss ausgetauscht werden. Für Restaurants sehen die Vorschriften glatte und leicht zu reinigende Flächen vor. Auch wenn es für uns als Aussenstehende vielleicht pingelig erscheinen mag. Es hat alles seinen Grund: Denn selbst kleine Bohrlöcher in Küchenfliesen oder auf Arbeitsplatten können dazu führen, dass sich dort Schmutz und Dreck besonders schnell festsetzt. Die Folge: Es können sich Schädlinge einnisten.

In Anbetracht des nächsten Fundes erscheint der kaputte Bodenbelag wie eine Lappalie: Beim Auffinden einer verschimmelten Aubergine und einer lang abgelaufenen Wurst (Mindesthaltbarkeitsdatum war der 30. April 2018) schweigt auch der sonst um keine Erklärung verlegene Restaurantbetreiber.

Verschimmeltes Gemüse hat im Kühlhaus nichts verloren.

Die Kontrolle geht weiter: Im Spülbereich befindet sich eine Eismaschine, direkt unterhalb des Spülbeckens. Hygienisch nicht optimal. Der Inhaber weiß um dieses Problem, doch er habe die Küche nun mal so übernehmen müssen. Er beteuert, sich stets persönlich um die Reinigung der Eismaschine zu kümmern. Im dortigen Innenraum entdeckt Huber jedoch Verunreinigungen. Bei diesem empfindlichen Produkt kann das gefährlich Ausmaße annehmen. 

Die Salatschleuder und der große Tischdosenöffner erweisen sich ebenfalls als nicht ganz sauber. „Leider sind Geräte für Großküchen oft nicht dafür gemacht, dass sie einfach gereinigt werden können“, zeigt sie durchaus Verständnis. Trotzdem ist die Sauberkeit das A und O. 

Verschmutzter Großdosenöffner

Wenig später wie die Lebenskontrolleurin plötzlich das Erste mal richtig stutzig: Führt das Loch wirklich direkt nach draußen“, fragt sie ungläubig, als sie vom Boden der Küche fast direkt ins Freie blicken kann – ein potenzielles Einfallstor auch für größere Schädlinge wie Mäuse oder Ratten. Ein Zustand der sofort beseitigt werden muss! Ein weiteres No-Go: Ein Hund hält sich offenbar regelmäßig im Büro auf - dieses ist nur durch die Küche erreichbar. 

Potenzielles Einfallstor für Ratten und Mäuse: Dieses Loch führte vom Küchenbereich direkt ins Freie.

Auch die Allergenkennzeichnung in der Speise- und Getränkekarte ist fehlerhaft gekennzeichnet. Spätestens jetzt ist die gute Laune des Restaurantbesitzers verflogen. Trotzdem sichert er zu, sich um die Beseitigung der insgesamt 63 Mängel zu kümmern. Auf solche Versprechen können die Lebensmittelkontrolleure des Rhein-Neckar-Kreises jedoch erfahrungsgemäß nicht zählen. Daher wird in dem Restaurant in wenigen Wochen eine Nachkontrolle stattfinden.

Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis/jmb

Quelle: Mannheim24

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