„Jeder Ort erzählt seine Geschichte“

Wenn Abenteuer auf Historie trifft: ‚Verlassene Orte Pfalz‘ 

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Verlassene Orte Pfalz besichtigen einsame Gebäude

Rheinland-Pfalz - Es ist ein extrem spannendes Hobby: Verlassene Orte aufsuchen und erkundschaften. Maximilian Brauer und sein Team von ,Verlassene Orte Pfalz‘ machen genau das:

Vor rund drei Jahren startet Maximilian Brauer mit seinem außergewöhnlichen Hobby: Er besucht verlassene Orte und hält seine Reisen auf seiner Webseite und den Sozialen Netzwerken fest. Insgesamt acht weitere Abenteuerlustige begleiten ihn bereits auf seinen Touren, weshalb sich die Gemeinschaft noch im Laufe des Jahres in einen Verein umwandelt.

,Lost Places‘

Anfangs hat sich die Truppe auf die verlassene Orte, wie Gebäude und Bunker, in Rheinland-Pfalz beschränkt. Doch mit der Zeit hat sie den Radius vergrößert und nun bereist sie sogar ganz Deutschland, erklärt Maximilian im Interview mit LUDWIGSHAFEN24. 

Interview mit Maximilian Brauer von Verlassene Orte Pfalz

Die Mischung aus Abenteuer und Geschichte

„Jeder Ort erzählt eine Geschichte, man muss sie nur verstehen“, das ist das Motto der Mitglieder von ,Verlassene Orte Pfalz‘, erklärt der 31-Jährige.

„Wir wollen das Zeitgeschichtliche dokumentieren“, meint Brauer. Dafür filmen und fotografieren sie die Orte und stellen ihre Werke ins Netz. „Wir sind immer ganz offiziell vor Ort“.

Heißt: Die Besitzer der Grundstücke wissen immer Bescheid und werden über das Vorgehen der Abenteurer informiert. „Manchmal kommen die Eigentümer sogar auf uns zu“, erklärt der Gründer.

Nur im Schein der Taschenlampe

Es kann ab und zu unheimlich sein“, meint Maximilian. „Vor allem wenn es knackt“. Die Entdecker gehen nämlich zu jeder Tageszeit zu den verlassenen Orten - also auch, wenn es bereits dunkel ist. 

Ein verlassener Panzer mitten im Wald

So waren sie einmal in einem Bunker bei Kaiserslautern und sind dort nur im Schein der Taschenlampe gelaufen. „Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt. Man wusste nicht was hinter der nächsten Wand auf einen wartet. Es war einfach gigantisch!“, schwärmt der 31-Jährige. „Und man erlebt viel gemeinsam, das schweißt zusammen“, erzählt er weiter.

Doch nicht alles darf an die Öffentlichkeit

„Wir waren schon an Orten, nach denen auf der gesamten Heimfahrt einfach Stille herrschte“, erzählt der Gründer von ,Verlassene Orte Pfalz‘. An manchen Orten ist das Gefühl sogar so beklemmend, dass die Mitglieder sich entschließen, keine Bilder zu veröffentlichen, wie zum Beispiel von der Unglücksstelle der Loveparade von 2010.

Doch auch die Orte bleiben meistens geheim: Zum Einen wollen sie damit die Plätze vor Rumtreibern sichern, zum Anderen stecken die Abenteurer in jede Reise eine Menge Mühe hinein. „Wenn wir die Einwilligung der Eigentümer erhalten, verraten wir allerdings den Ort“, erklärt Brauer.

Gemeinsame Bunkertour: Im August 2016 haben sich die Wege von MANNHEIM24 und ,Verlassene Orte Pfalz‘ sogar gekreuzt. Gemeinsam ging es in Mannheims ,Unterwelt‘.

Bunkertour durch Mannheim

jol

Quelle: Mannheim24

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