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Sasbachwalden – Gleitschirmflug endet mit dramatischem Unfall

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Von: Sylvia Niestroj-Haß

Der abgestürzte Gleitschirmflieger muss mit einem Schaden von rund 2000 Euro rechnen...
Gleitschirmfliegen – ein teures Hobby © Julian Stratenschulte /dpa

Sasbachwalden – Am Sonntagnachmittag verliert ein 45-jähriger Gleitschirmflieger die Kontrolle über sein Fluggerät und landet in einem Baum im Gemeindewald.

Das schöne Wetter lockt die Menschen aus ihren Häusern. Wanderer genießen kilometerlange Märsche und Mountainbiker erfreuen sich an ihren Touren. Auch Gleitschirmflieger nutzen die ersten Frühlingssonnenstrahlen aus. Die klare Sicht konnte einen 45-jährigen Gleitschirmflieger in Sasbachwalden am vergangenen Sonntagmittag, den 7. März, jedoch leider nicht vor einem Unfall schützen: Gegen 12:20 Uhr verliert der Mann aus unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fluggerät und steuert seinen Gleitschirm in einen Baum im Gemeindewald. Dabei endet die ungewollte Bruchlandung auf einer Höhe von 20 Metern.

Bergwacht und Feuerwehr helfen bei der Rettung, der hinzugerufene Krankenwagen wird glücklicherweise nicht gebraucht - denn der Mittvierziger bleibt zum Glück unverletzt. Was sein Fluggerät angeht, so kommt die Bruchlandung den Piloten jedoch teuer zu stehen: Dieses trägt einen Sachschaden in einem Wert von circa 2.000 Euro davon.

Gleitschirmfliegen – ein teures Hobby?

Wer Gleitschirmfliegen möchte, muss vorerst eine Gleitschirmflugausbildung – in der Regel in einer Flugschule – absolvieren und darf nur mit einer staatlich geprüften Fluglizenz fliegen. Die Kosten für eine solche Ausbildung inklusive einer Ausrüstung belaufen sich auf etwa 5.000 Euro bei einer neuen Ausrüstung, 2.500 bis 4.000 Euro bei einer gebrauchten Ausrüstung. Die Ausbildung erfolgt in mehreren Etappen. Außerdem muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Gleitschirmfliegen: Ausbildung ab dem 14. Lebensjahr möglich

Das Mindestalter für den Antritt der Ausbildung liegt bei 14 Jahren, während die Prüfung ab dem 16. Lebensjahr absolviert werden kann. Die Gleitschirmflugprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil und während der Ausbildung durchläuft der Lernende mehrere unterschiedliche Etappen. Zunächst legt man eine Grundausbildung ab, wonach man in die Höhenflugausbildung übergeht, wonach der Pilot den beschränkten Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer (die sogenannte A-Lizenz) erhalten kann. Mit dieser Berechtigung darf der Pilot von einem Startplatz starten und auf einem der zugehörigen Landeplätze landen. 

Gleitschirmfliegen: Ausbildung kann erweitert werden

Nach einer vertiefenden Ausbildung in den Fächern Navigation, Luftrecht, Meteorologie kann die theoretische Prüfung zum unbeschränkten Luftfahrerschein (die sogenannte B-Lizenz) erworben werden. Außerdem müssen zusätzlich 20 von einer Flugschule bestätigte Alleinflüge absolviert werden, die einen Höhenunterschied von mehr als 500 Metern sowie 10 davon eine Flugzeit länger als 30 Minuten aufweisen. Damit erhält man die Lizenz für sogenannte Überlandflüge:  Mit dem dann erworbenen Schein darf der Pilot offiziell Streckenflüge mit einem beliebigen Landeplatz (auch Außenlandungen) durchführen.

Tandemflug, also das Fliegen mit einem Passagier, erfordert eine zusätzliche Ausbildung. Passagiere eines Tandemfluges brauchen hingegen keine eigene Ausbildung. Wer als Fluglehrer arbeiten möchte, muss neben der Grundausbildung ebenfalls eine zusätzliche Ausbildung inklusive eines zweiteiligen Eingangstests absolvieren. Die Fluglehrerausbildung schließt mit einer theoretischen sowie einer praktischen Prüfung ab. Sie wird vor einer Auswahlkommission abgelegt.

Gleitschirmfliegen: Haftpflichtversicherung Pflicht für jeden Piloten

Jeder Gleitschirmflieger muss eine Haftpflichtversicherung abschließen. Außerdem empfohlen werden eine Flugunfall- sowie eine Bergekostenversicherung. Die Haftpflichtversicherung deckt ausdrücklich Schäden ab, die beim Paragleiten verursacht werden – wie beispielsweise Flurschäden, Stromausfall oder Körperverletzung Dritter.  

Schäden am eigenen Fluggerät werden durch die Haftpflichtversicherung jedoch nicht abgedeckt. Somit wird es bei einem Unfall wie dem in Sasbachwalden am Sonntagmittag teuer für den Piloten. Jedoch kann der 45-jährige Mann von Glück reden, dass er selbst unverletzt geblieben ist. (pol/snh)

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