„Lage entspannt“

Schnaken-Plage am Rhein: Stechmücken-Jäger geben endlich Entwarnung!

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Symbolfoto

Baden-Württemberg/Hessen - Gleich mehrere Hubschrauber von Stechmückenbekämpfern am Rhein sind derzeit nicht einsatzbereit – nun droht eine wahre Blutsauger-Plage!

  • Der Region um den Rhein drohte eine Schnaken-Plage
  • Innerhalb kürzester Zeit fielen zwei Hubschrauber der „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (KABS) aus. 
  • Schnell nahm die Belästigung durch Schnaken in der Region zu.
  • Doch nun geben die Schnaken-Jäger vorerst Entwarnung! 

Update vom 23. Juli: Nach der Schnaken-Plage am Rhein heißt es erstmal Entwarnung. „Die Lage ist absolut entspannt“, sagt Norbert Becker von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer. Wegen defekter Hubschrauber hatten die Experten die Schnaken Anfang Juni nicht wie gewohnt aus der Luft abtöten können – daraufhin waren fast alle Schnaken geschlüpft. „Die Prognose ist eingetroffen, dass Mitte Juli – etwa sechs Wochen nach dem Massenschlüpfen – die Population abgestorben ist“, sagt Becker. Es gebe derzeit „bis auf ein, zwei Stellen“ normale Verhältnisse.

Für ihren Kampf gegen Schnaken erhält die Kabs bald aus den USA einen dritten Hubschrauber. „Er soll in der zweiten Augusthälfte auf dem Schiff und im September in Deutschland sein“, sagt Becker. Viele Schnaken-Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Die Kabs verfügt bereits über zwei Helikopter, die zuletzt aber gleichzeitig defekt waren – ein Einsatz war damit unmöglich. Vom Helikopter aus verteilt die Organisation den biologischen Wirkstoff Bti. Er zerstört den Darm der Schnaken-Larven und tötet sie.

Die Jagd auf Schnaken geht weiter: Ab Mittwoch fliegen Hubschrauber über Nordbaden 

Update vom 18. Juni: Am Dienstag rücken die Schnakenjäger erstmals wieder mit einem Hubschrauber aus. Sie fliegen über Groß-Gerau (Hessen), ab Mittwoch (19. Juni) soll dann Nordbaden dran sein, wie Norbert Becker, wissenschaftliche Direktor, erklärt. Seit einigen Tagen sind die Hubschrauber wieder flugtauglich. Man sei im Einsatz, weil die Wasserstände etwas gestiegen seien, so Becker. Das könne zu mehr Stechmücken führen. Vom Hubschrauber aus verteilen die Schnakenjäger den biologischen Wirkstoff Bti. Er zerstört den Darm der Larven und tötet sie. Viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bis nach Hessen und zum rheinland-pfälzischen Bingen.

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Update vom 12. Juni: Kälte, Wind und Regen sind nicht so ihr Ding – doch kaum wird es wärmer, sind auch die Stechmücken wieder aktiv. In den nächsten Tagen könnten die Schnaken in Scharen auftreten. Norbert Becker, Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs), zufolge sind bereits „Schnakenwolken“ in den Rheinauen unterwegs. 

Schnaken am Rhein: Hubschrauber gegen die Plage

Der nächsten Schnakengeneration geht es Becker zufolge voraussichtlich jedoch ab Sonntag wieder aus der Luft per Hubschrauber an den Kragen. Zwar konnten viele Stechmücken zu Fuß von der Kabs bekämpft werden – mit der jetzigen Generation der Schnaken müssen die Menschen entlang des Rheins aber noch vier bis sechs Wochen leben. So lange heißt es: Mückengitter vors Fenster, Insektenschutz auf die Haut und besser mit langer Hose in den Biergarten. Die Blut suchenden Weibchen schwärmen nicht gerne in der prallen Sonne, sondern eher in der Dämmerung aus, bei einer gewissen Luftfeuchte und Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad, sagt Becker. 

Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl in Südbaden bis nach Hessen im Norden und ins rheinland-pfälzische Bingen im Westen. Die Mitarbeiter verteilen ein biologisches Bekämpfungsmittel, sobald eine Vermehrung der Schnaken droht. Das ist dann der Fall, wenn bei Wärme eine Hochwasserwelle die Auen überflutet hat. Das Mittel richtet sich gezielt nur gegen die Larven der Stechmücken und ist nicht wirksam, wenn diese sich bereits verpuppt haben. An die 50 Arten von Stechmücken gibt es in ganz Deutschland. 

Schnaken-Plage am Rhein: Hubschrauber repariert – Kampf gegen Mücken geht weiter

Update vom 4. Juni: Gute Nachrichten für die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung gegen Schnakenplage.(Kabs). Voraussichtlich ab Ende der Woche können sie wieder einen Hubschrauber einsetzen. Nach Informationen des SWR sei das Fluggerät repariert und warte nur noch auf eine Bestätigung der Behörden. Danach kann der Kampf gegen die Schnaken weiter gehen. Allerdings könnte die Bekämpfung aus der Luft bei der derzeitigen Hochwasserwelle schon zu spät sein, da die Mücken nun über das Larven-Stadium hinaus seien.

Leider sind bei dem jetzigen Wasserstand viele Gebiete nicht zu Fuß bekämpfbar, weshalb der Ausfall der beiden Hubschrauber am vergangenen Wochenende ein schwerer Rückschlag für die Schnakenbekämpfung bedeutet. Ab der nächsten Woche droht eine stärkere Belästigung in den Rheinanlieger-Gemeinden, die etwa 4-6 Wochen anhalten wird“, erklärt die Aktionsgemeinschaft auf ihrer Web-Seite. 

Es sei allerdings erfreulich, dass viele freiwillige Helfer selbst unterwegs gewesen wären, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Dies sei eine gewaltige Solidaritätsbekundung. 

Freiwillige Feuerwehr hilft bei Kampf gegen drohende Schnaken-Plage

Im Kampf gegen die drohende Stechmückenplage am Rhein setzen die Schnakenjäger im Südwesten auch auf die Freiwillige Feuerwehr. Die Angehörigen der Rettungskräfte könnten stellenweise beim Ausstreuen von Wirkstoff-Granulat helfen, sagt Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). Er stehe dazu im Kontakt mit Kommunalpolitikern und Bezirksregierung. 

Schnaken-Plage droht am Rhein: Wann werden wir etwas davon merken?

Die Schnakenplage wird laut Becker ab Mitte nächster Woche zunehmen. „Falls es kühl bleibt, sind die Tiere nicht stech- und fluglustig - aber wenn es warm ist, sind sie besonders aggressiv, warnt er. Er rät dazu, handelsüblichen Insektenschutz auf die Haut aufzutragen oder auch entsprechende Kleidung zu wählen. „Drei bis vier Wochen wird das wohl andauern. Der ganze Sommer fällt nicht ins Wasser. Wichtig ist, dass wir beim nächsten Hochwasser wieder einsatzbereit sind.“ Dazu wird den Schnakenjägern dann wohl wieder ein Hubschrauber zur Verfügung stehen. Das sei das Ergebnis einer Sitzung zwischen der Kabs und dem zuständigen Flugunternehmen, wie die Aktionsgemeinschaft am Freitag mitgeteilt hatte.„Allerdings kommt die Unterstützung aus der Luft für die jetzige Hochwasserwelle zu spät“, sagt Becker. Er geht davon aus, dass noch maximal 50 Prozent der Mückenpopulation am Rhein abgetötet werden könnten. „Die Hälfte kommt wohl durch.“

Update 31. Mai, 17 Uhr: Nach dem Ausfall von zwei Hubschraubern soll die Bekämpfung gegen die Schnakenplage am Rhein bald wieder voll aufgenommen werden. Die jüngste Generation der stechenden Insekten sei aber bereits verpuppt, so dass eine Bekämpfung nicht mehr möglich sei, teilt am Freitag die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mit. In den nächsten vier bis sechs Wochen werde es daher entlang der Rheinauen mehr Mücken geben als gewohnt. Bei der nächsten Hochwasserwelle sollen wieder Hubschrauber zur Verfügung stehen. 

Freiwillige Helfer unterstützen die Schnakenbekämpfer

Der Wissenschaftliche Direktor der Kabs, Norbert Becker, dankte den vielen freiwilligen Helfern, die in den vergangenen Tagen die Arbeit der Schnakenbekämpfer unterstützt hätten. Die Bürgermeister mehrerer Gemeinden hatten beim Innen- und Gesundheitsministerium um Hilfe gebeten, um eine Schnakenplage abzuwehren. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung forderte sogar den Einsatz der Bundeswehr. Ein Sprecher des Innenministeriums sagt, die Behörden hätten sich am Freitag bei einer Telefonkonferenz abgestimmt. Die Lage sei nicht dramatisch. Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg entlang des Rheins bis nach Rheinland-Pfalz und Hessen. 

Die Mitarbeiter verteilen zu Fuß oder von Hubschraubern aus ein biologisches Bekämpfungsmittel, sobald eine Vermehrung der Schnaken droht. Das ist dann der Fall, wenn bei warmer Witterung eine Hochwasserwelle die Auen überflutet hat. Das Mittel richtet sich gezielt nur gegen die Larven der Stechmücken und ist nicht wirksam, wenn diese sich bereits verpuppt haben. Daher bleibt zur Bekämpfung jeweils nur wenig Zeit.

Drohende Mückenplage am Rhein – Kann die Bundeswehr die Katastrophe abwenden? 

Update, 31. Mai: Weil den Schnakenbekämpfern am Rhein auf einen Schlag zwei Hubschrauber abhanden kamen, droht nun eine Plage. Die Larven stehen kurz vor dem Schlüpfen und die Menschen fürchten um ihre Gesundheit. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung fordert die Landesregierung dazu auf, den Katastrophenfall auszurufen. Die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk müssten laut Jung angefordert werden, um die regionalen Schnakenbekämpfer zu unterstützen. 

Durch die Niederschläge und das warme Wetter der vergangenen Tage gebe es vor allem zwischen Karlsruhe und Mannheim „optimale Entwicklungsbedingungen für die Schnaken und die gefährliche Asiatische Tigermücke, die Krankheiten wie Gelbfieber oder das Zika-Virus übertragen“ können. „Nach dem Ausfall aller Hubschrauber der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (Kabs) ist die Bekämpfung der Stechmücken nur noch mit der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk und der vorhandenen Infrastruktur für Katastrophenfälle möglich“, erklärt der FDP-Politiker. Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) müssten nun sofort einen Krisenstab einrichten und die betroffenen Bürgermeister unterstützen, die sich bereits Hilfe suchend an die Landesregierung gewandt hätten. „Wir haben sehr wenig Zeit“, sagt Jung weiter. 

Ein Hilferuf kam auch von mehreren Bürgermeistern aus der Region. Die Gesundheit Tausender Menschen am Oberrhein sei gefährdet, so die Rathauschefs. Es bliebe nur noch wenig Zeit, um die drohende Katastrophe abzuwenden. 

Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bis nach Hessen im Norden und das rheinland-pfälzische Bingen im Westen.

Update vom 28. Mai: Das nennt man dann wohl schlechtes Timing: Auf dem Rückflug nach einem Einsatz am Wochenende geht ein Einsatzhubschrauber der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage („Kabs“) kaputt. Der zweite, als Ersatz angeforderte Hubschrauber fängt kurz darauf aufgrund eines Kabelbrandes Feuer und brennt vollständig aus. Der dritte und letzte Hubschrauber wird derzeit umgebaut und ist somit ebenfalls nicht einsatzfähig. 

Heißt: Bis wieder Einsätze aus der Luft möglich sind, vergehen wohl noch mehrere Wochen, die lästigen Blutsauger können bis dahin nur zu Fuß bekämpft werden. Und da sich die Stechmücken in Anbetracht der starken Regenfälle aktuell rasant vermehren, droht in den kommenden Wochen eine regelrechte Plage am Rhein! Maximal 50 Prozent der Mückenpopulation am Rhein könnten nun noch abgetötet werden, sagte am Montag Kabs-Sprecher Norbert Becker.

Massen-Schlüpfen steht bevor: Drohende Mückenplage am Rhein

Das Einsatzgebiet der „Kabs“ ist enorm groß, reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bis nach Hessen im Norden und das rheinland-pfälzische Bingen im Westen. Die aufgrund des starken Regens überfluteten Rheinauen bieten ideale Bedingungen für das massenhafte Schlüpfen von Schnakenlarven. „Das Ausfallen der Hubschrauber ist ein schwerer Rückschlag“, so Becker weiter. Rund 80 Prozent der Gebiete mit den Stechmücken-Brutstätten seien nur aus der Luft zugänglich.

Der Höhepunkt der Mückenbelästung sei etwa in vier Wochen erreicht – und eigentlich seien Becker und seine Mitarbeiter gut im Plan gewesen. „Jetzt sind wir am Boden zerstört.

Hubschrauber brennt komplett aus: Feuerwehr im Einsatz

Glück im Unglück hat ein Pilot, als er am Sonntagnachmittag (26. Mai) mit seinem Helikopter bei der Gemarkung Elisabethenwörth landet. Der Mann und das Fluggerät gehören zur „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (KABS), die im Bereich der Oberrheinebene gegen Schnaken vorgehen. 

Kurz nach der Landung gegen 14:30 Uhr will der 33-Jährige seinen Tank mit Spritzmittel befüllen, wobei er Schmorgeruch aus dem Inneren wahrnimmt. Danach bricht in dem Hubschrauber plötzlich ein Feuer aus. Als Grund wird derzeit ein technischer Defekt vermutet. Der Pilot beginnt noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr mit den Löschmaßnahmen und hat Erfolg damit. Als die Löschzüge aus Dettenheim und Philippsburg auf der Flussinsel Elisabethenwörth ankommen, müssen sie nur noch Nachlöscharbeiten durchführen. 

Nach der Landung bricht in einem Hubschrauber ein Feuer aus.

Für den Helikopter kommt trotzdem jede Hilfe zu spät – das Cockpit brennt komplett aus! Glücklicherweise wird bei dem Einsatz niemand verletzt. Die Höhe des Sachschadens beträgt etwa 10.000 Euro.

Die Feuerwehr ist am Sonntagmorgen (26. Mai) auch in Weinheim gefordert. Dort bricht ein Feuer in einem Lager für Feuerwerkskörper aus, wodurch es mehrere Explosionen gibt. 

Einsatzreport24/dh/rob/dpa

Quelle: Mannheim24

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