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Schwetzingen: „Illegaler“ Hunde-Transport? Neue Infos von Tierschutzverein

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Von: Fabienne Schimbeno

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Mehrere kleine Hundewelpen in einem Käfig
Schwetzingen: Am 16. Oktober stellt die Polizei 18 Hunde und drei Katzen in einem Transporter sicher (Symbolfoto) © Marion Wünn/dpa

Schwetzingen - Mitte Oktober stellt die Polizei 18 Hunde und drei Katzen in einem Transporter auf einem Pendlerparkplatz fest. Jetzt äußert sich der Tierschutzverein:

Update vom 12. November: Wie der Tierschutzverein in Heidelberg Medienberichten zufolge klarstellt, soll es sich bei dem vermeintlich illegalen Transport von 18 Hunden und drei Katzen um eine Tierschutzorganisation aus Holland handeln, die Straßenhunde aus Griechenland an ihre neuen Besitzer in Deutschland vermittelt. Für die Tiere wäre bereits ein neues Zuhause gefunden gewesen.

Die Übergabe auf dem Pendlerparkplatz in Schwetzingen soll dem Transport letzten Endes zum Verhängnis geworden sein: Wie der Tierschutzverein bestätigt, sei der Parkplatz als Treffpunkt mit dem neuen Besitzer vereinbart worden, um ihm den Welpen zu überreichen. Der laut Polizeibericht „aufmerksame Zeuge“, der das Szenario beobachtet und anschließend die Polizei alarmiert hat, hat die Übergabe offensichtlich falsch interpretiert.

Tierschutzverein stellt klar: Transport in die Niederlande ist legal gewesen

Nachdem die Hunde und Katzen auf verschiedene Tierheime in der Region verteilt wurden, werden sie am 20. Oktober von den Tierschützern aus Holland abgeholt und mit einem anderen Transporter in die Niederlande gebracht, wo sie an weitere Besitzer vermittelt werden. Iris Mathea, Vorsitzende des Heidelberger Tierschutzvereins, ärgere sich vor allem darüber, dass der Tiertransport in den Schlagzeilen als „illegal“ deklariert wurde. Es handele sich um eine seriöse Organisation und die Tiere sollen gechipt, geimpft und wohlauf gewesen sein.

Schwetzingen: Tiertransport wirklich illegal? Das ist jetzt bekannt

Update vom 28. Oktober: War es ein illegaler oder legaler Handel mit Hunden und Katzen in Schwetzingen? In den sozialen Netzwerken kursiert aktuell die Behauptung, dass der Tiertransport überhaupt nicht illegal gewesen sein soll. Wie das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises nun auf Nachfrage der Redaktion klarstellt, sollen die Papiere der aus Griechenland stammenden Tiere für den Transport nicht vollständig gewesen sein. Die sogenannten Traces-Bescheinigungen hätten gefehlt. „Das ist bei Tieren aus Griechenland häufig der Fall“, wie eine Sprecherin des Veterinäramts mitteilt. Aus diesem Grund seien die Vierbeiner nicht mit dem ursprünglichen Transporter, sondern mit einem anderen geeigneten Tiertransporter an ihren Bestimmungsort gebracht worden.

17 Hunde und drei Katzen seien nach Prüfung der Dokumente und erneuter Inaugenscheinnahme der Tiere am 19. Oktober von der Amtstierärztin für den Weitertransport an den Bestimmungsort freigegeben worden. Alle Tiere sollen wohlauf gewesen sein. Ein Hund sei direkt an seine neuen Besitzer übergeben worden.

Schwetzingen: Illegaler Tiertransport - Wie geht es den 21 Hunden und Katzen jetzt?

Update vom 19. Oktober: Wie das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises gegenüber MANNHEIM24 nun bestätigt, haben sich die Tiere laut telefonischer Auskunft von zwei der drei Tierheime, in denen die Hunde und Katzen untergebracht sind, von dem mehrstündigen Transport erholt. „Es geht ihnen wieder gut. Lediglich ein Tier muss aufgrund einer Vorerkrankung noch weiter mit Antibiotika versorgt werden. Eine Kollegin aus dem Veterinäramt und Verbraucherschutz wird sich die Tiere heute noch persönlich anschauen“, teilt eine Sprecherin des Veterinäramts mit.

Illegaler Tiertransport in Schwetzingen: 21 Hunde und Katzen über 35 Stunden eingepfercht

Erstmeldung vom 18. Oktober: Am frühen Samstagmorgen (16. Oktober) meldet ein Zeuge der Polizei, dass aus einem Transporter auf einem Pendlerparkplatz in Schwetzingen angeblich Hundewelpen verkauft werden. Gegen 6.40 Uhr wird das Fahrzeug einer Kontrolle unterzogen. Die Polizei stellt insgesamt 18 Hunde und drei Katzen im Innern des Transporters fest. Laut Angaben der Polizei sollen die Tiere bereits über 35 Stunden unterwegs gewesen sein und einen äußerst lethargischen Eindruck gemacht haben. Das Polizeirevier in Schwetzingen ermittelt aktuell gegen die Beschuldigten.

Schwetzingen: Illegaler Tiertransport - Papiere der Beschuldigten unvollständig

Laut Polizei ergaben sich bei der Kontrolle der Papiere der Beschuldigten Unstimmigkeiten. So sollen unter anderem die sogenannten Traces, also ein einheitliches, europaweites Datenbanksystem, mit dem Tiertransporte innerhalb der Europäischen Union und aus Drittländern erfasst werden können, nicht vorhanden gewesen sein. Zudem soll das Fahrzeug, welches aus Griechenland stammt, aber eine bulgarische Zulassung hat, generell nicht für derartige Transporte geeignet gewesen sein. 

In der Vergangenheit kam es immer mal wieder zu fürchterlichen Erkenntnissen bei der Kontrolle von Tiertransporten durch die Region: Im Jahr 2018 werden bei einer Kontrolle auf der A6 bei Sinsheim 527 Schweine sichergestellt, die sich vor Hunger gegenseitig anfressen.

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Nach illegalem Tiertransport: Hunde und Katzen in Tierheimen untergebracht

Mit Unterstützung der Tierrettung Rhein-Neckar wurde der Zustand der Hunde und Katzen überprüft und anschließend das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises hinzugezogen. Dieses veranlasste die Sicherstellung der Tiere, wie es im Bericht der Polizei heißt. Die Hunde und Katzen sind nun in verschiedenen umliegenden Tierheimen untergebracht. (pol/fas)

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