300.000 Euro verloren

„Sie sind die nächste!“: So dreist brachten falsche Polizisten eine Seniorin um 300.000 Euro!

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Seniorin fällt Betrüger zum Opfer (Symbolfoto)

Heidelberg/Sinsheim - Eine Seniorin fällt auf einen falschen Polizisten rein und verliert 300.000 Euro! Doch nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht:

Immer häufiger muss die Polizei vor Trickbetrüger warnen. Allein im letzten Jahr registriert das Landeskriminalamt Baden-Württemberg 1.955 Fälle, bei denen sich die Täter als falsche Polizisten ausgegeben haben. 

Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es ,nur' 225 Fälle.

Insgesamt verursachen die Betrüger im vergangenen Jahr einen Schaden von 5,3 Millionen Euro. Die Opfer sind oftmals Senioren. Die bekannten Länderzahlen sind nur die Spitze des Eisbergs, denn viele Senioren melden sich nicht aus Scham, sich derart haben abzocken zu lassen. 

Im Fall von Susanne K. gingen die Täter besonders perfide vor. Die beiden vermeintlichen Beamten des Polizeipräsidiums Mannheim schilderten ihr die Festnahme eines Einbrechers, bei dem eine Liste mit 47 potenziellen Opfern - darunter auch sie - gefunden worden sei. Bei ihrem eine Straße weiter lebenden Sohn sei bereits eingebrochen worden. Auch andere mit richtigen Namen genannte Nachbarn seien betroffen. „Sie sind die nächste“, warnten die zwei im Wechsel agierenden vermeintlichen Oberkommissare.

Später erweckten sie den Eindruck, dass ein Einbrecher bereits im Garten sei. Von einer Pistole und Betäubungsgas war die Rede. „Ich war so starr, dass ich nicht auf den Gedanken kam, das sei nicht richtig“, erläutert die Zeugin. Die beiden noch nicht gefassten Täter bearbeiteten die Hausfrau fünf Stunden am Telefon. Auf Geheiß der falschen Beamten schaltete Susanne K. sogar das Handy aus. Schließlich stopfte die frühere Sekretärin Uhren, Schmuck, Münzen, Bargeld sowie den Fahrzeugbrief eines neu gekauften Jeeps aus ihrem Safe in eine Plastiktüte. Sie verschloss das Haus und traf auf den von den beiden Anrufern angekündigten Kollegen. „Ich habe dem irgendwie vertraut.“ Deshalb ließ sie den freundlichen Mann in Zivil die Tasche „beschlagnahmen“.

+++ UPDATE 12:30 Uhr:

Die 64-jährige Sinsheimerin Susanne K. kann den mutmaßlichen Betrüger im Gerichtssaal identifizieren. „Ich bin wirklich sicher, dass er das ist." Der Täter habe die gleichen "Schweinsäuglein" wie der Mann auf der Anklagebank gehabt.

Die Seniorin sei im Februar von zwei vermeintlichen Kommissaren mit Hinweisen auf einen bevorstehenden Einbruch manipuliert worden. Über Stunden sollen die Täter die Frau am Telefon in Angst und Schrecken versetzt haben. Schließe habe die Frau in einer Plastiktüte Schmuck und Wertsachen im Wert von rund 300.000 Euro dem 30-jährigen Angeklagten ausgehändigt. „Ich bin menschlich ruiniert", sagt sie auf die Frage, wie es ihr nach der Tat gehe. 

Der wegen Betrugs angeklagte Mann gibt allerdings an, sich zur Tatzeit im westfälischen Hagen aufgehalten zu haben.

+++ 6:50 Uhr:

Falscher Polizist vor Gericht

Auch eine ältere Frau aus Sinsheim hat einem vermeintlichen Polizisten Glauben geschenkt und ihm Schmuck und Wertsachen im Wert von 300.000 anvertraut – ein Fehler. 

Der mutmaßliche Täter kann jedoch geschnappt werden und steht nun am Mittwochmorgen (7. November) um 9 Uhr vor dem Heidelberger Landgericht. Neben zehn Zeugen kommen auch die Seniorin und echte Beamte zum Gericht. 

Der beschuldigte 30-Jährige fungiert laut Anklage in einer Gruppe mit weiteren Tätern als sogenannter Läufer, also als der, der die Beute abholt. Das Urteil wird am 22. November erwartet. 

Die Masche der Betrüger

Ältere Leute werden am Telefon von den angeblichen Polizisten mit dem Hinweis auf Einbrecher in ihrer Umgebung unter Druck gesetzt. Sie sollten ihre Wertsachen der Polizei aushändigen, die sie in sichere Verwahrung nehme - die Wertsachen würden zurückgegeben, sobald die Gefahr vorbei sei. Tatsächlich machen sie die Betrüger dann davon. Keine Versicherung springt ein, weil das Geld freiwillig übergeben und nicht geraubt wurde. 

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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