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Bluttat in Sinsheim: Polizei versteckt Familie des mutmaßlichen Teenie-Mörders (14)

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Von: Daniel Hagen

Sinsheim - Ein Teenager (†13) wird brutal mit einem Messer getötet. Der Mord-Verdächtige ist gerade einmal 14-Jahre alt – und hat eine brutale Vorgeschichte.

Update vom 28. Februar: Laut Medienberichten steht die Wohnung in Eschelbach, in der der 14-jährige Verdächtige noch bis vor kurzem mit seiner Mutter und drei Geschwistern gelebt hat, nun leer. Während der mutmaßliche Mörder weiter in Untersuchungshaft sitzt, soll die Polizei seine Familie an einem geheimen Ort untergebracht haben – aus Angst vor Rache durch Angehörige des erst 13-jährigen Opfers.

Der Jugendliche, der von dem nur ein Jahr älteren Tatverdächtigen mit einem Messer getötet worden sein soll, wurde mittlerweile auf dem muslimischen Teil des Friedhofs von Sinsheim beerdigt, wie BILD berichtet. Noch immer herrscht in Sinsheim und in ganz Deutschland große Fassungslosigkeit angesichts der brutalen Bluttat an einem Waldstück im Ortsteil Eschelbach.

Sinsheim: Mutmaßlicher Teenie-Mörder (14) – Nachbarn lebten in Angst und Schrecken

Update vom 27. Februar: Ein 14-Jähriger soll einen Jungen (†13) brutal getötet haben. Gegen den Teenager wird wegen heimtückischen Mordes ermittelt. Die Ermittler gehen nach der Bluttat in Eschelbach bei Sinsheim davon aus, dass er sein junges Opfer aus Eifersucht in die Falle lockte und es an einem Waldrand mit einem Messer erstach. Nun werden immer mehr Details zu dem jugendlichen Mord-Verdächtigen bekannt. Nicht nur griff er bereits im Alter von 13 Jahren einen gleichaltrigen Mitschüler an seiner Schule in Östringen mit einem Messer an – auch die gesamte Nachbarschaft hatte offenbar Angst vor dem aggressiven Teenager.

Ein Weg am Waldrand. Daneben liegt ein blauer Latexhandschuh.
An einem Waldrand in Sinsheim wurde die Leiche des 13-Jährigen gefunden. © Julian Buchner / Einsatz-Report24

Wie BILD berichtet, soll der Junge, der jetzt eines brutalen Mordes verdächtigt wird, in der Nachbarschaft Angst und Schrecken verbreitet haben. „Die ganzen Jugendlichen hatten Angst vor ihm. Er ist ein wahrer Teufel“, zitiert die Zeitung einen Anwohner. Laut Bericht habe der 14-Jährige bis zuletzt noch mit seiner Mutter und drei Geschwistern in einer Wohnung in Sinsheim gewohnt. Seit seiner Festnahme sitzt der Junge in U-Haft, bestreitet die brutale Tat an dem 13-Jährigen Mord-Opfer jedoch. Ein 12-jähriges Mädchen, das ebenfalls am Tatort von der Polizei aufgegriffen wurde, ist mittlerweile wieder frei. Die Jugendliche ist noch nicht strafmündig.

Sinsheim: Junge (†13) brutal getötet – Mord-Verdächtiger (14) stach schon einmal zu

Erstmeldung vom 26. Februar: Großeinsatz der Polizei an einer Schule in Östringen im November 2020. Ein 13-Jähriger geht mit einem Messer auf einen gleichaltrigen Mitschüler los. Nur durch schnelle Hilfe und einen Hubschrauber-Transport in ein Krankenhaus überlebt der Junge den Angriff. Knapp vier Monate später: An einem Waldrand im Sinsheimer Stadtteil Eschelbach wird die Leiche eines Jugendlichen gefunden, der durch mehrere Stiche mit einem Messer getötet worden ist. In der Nähe des Tatorts stellt die Polizei den mutmaßlichen Mörder – einen 14-Jährigen. Wie die Kripo Heidelberg später feststellt, handelt es sich in beiden Fällen um den gleichen mutmaßlichen Täter.

NameSinsheim
BundeslandBaden-Württemberg
BezirkRhein-Neckar-Kreis
Bewohner35.482 (31. Dez. 2008)
OberbürgermeisterJörg Albrecht (Parteilos)

Sinsheim: Zwei Messer-Attacken – Ein Täter

Der Schock sitzt noch tief in Sinsheim. Am Mittwochnachmittag (24. Februar) wird an einem Waldrand die Leiche eines 13-Jährigen gefunden. Alles deutet auf ein Verbrechen hin – und zwar auf einen heimtückischen Mord. Manche Anwohner fühlen sich sofort an die schrecklichen Szenen vom 23. November 2020 zurückerinnert, als ein Jugendlicher mit einem Messer auf einen Mitschüler eingestochen hat. Was zu diesem Zeitpunkt wohl noch keiner ahnt: in beiden Fällen ist der Täter der Gleiche. Das verkündet die Kriminalpolizei am Donnerstag (25. Februar) in einer Pressekonferenz.

Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass Eifersucht das Mord-Motiv gewesen ist. So berichtet die BILD, dass die Freundin des Opfers ihn in eine Falle gelockt und sogar die Mordwaffe besorgt hatte. Als die Beamten eintreffen, ist es aber der 14-Jährige, der mit dem Messer und blutverschmierter Kleidung in der Nähe der Leiche steht. Man geht bislang davon aus, dass die Jugendliche unter Druck gesetzt worden sein könnte. Während die 12-Jährige noch strafunmündig und daher auf freiem Fuß ist, wird gegen den mutmaßlichen Killer ein Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf: Mord aus Heimtücke. Über den Fall berichtet auch echo24.de.

Sinsheim: Das ist über den mutmaßlichen Mörder (14) bekannt

Eine Frage, die sich den Ermittlern nun stellt: Ist der 14-Jährige überhaupt voll schuldfähig? So berichtet Siegfried Kollmar, Leiter der Kripo Heidelberg, dass es keine Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Täters gebe. Allerdings ist auch bekannt, dass der 14-Jährige nach der Messer-Attacke in Östringen mehrere Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Mannheim verbracht hat. Dort hat der Teenager auch ein Anti-Aggressionstraining begonnen. Die Familie sei zudem durch das Kreisjugendamt betreut und unterstützt worden. Steckt also eine psychische Erkrankung hinter den Messer-Attacken oder doch die äußeren Umstände?

Laut der Rhein-Neckar-Zeitung soll der 14-Jährige gemobbt worden sein. Sein Vater sei zudem schon vor mehreren Jahren im Ausland verstorben. Seitdem sei der Teenager in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und immer wieder schikaniert worden. Zudem werde auch der Migrationshintergrund der beiden Jungen betrachtet. So sei der 14-Jährige türkischer und der 13-Jährige kurdischer Abstammung. Mittlerweile ist auch bekannt geworden, dass das Jugendamt nach der ersten Messer-Attacke das Familiengericht nicht eingeschaltet hat. Erst Mitte Januar habe das Gericht die Akte erhalten und sich nach den Maßnahmen erkundigt.

Ein erfahrener Jugendpsychiater soll nun klären, ob der mutmaßliche Mörder voll schuldfähig ist. Falls dem so ist, könnte ihn eine Jugendstrafe von 10 Jahren Haft erwarten. Der Teenager selbst beteuert seine Unschuld. (pol/dh) HEIDELBERG24.de und echo24.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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