1. Heidelberg24
  2. Region

Sinsheim: Corona-Verstöße bei Trauerzug für getöteten Sinan (†13)? Stadt sagt Nein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Kiefer, Daniel Hagen, Klaudia Kendi-Prill, Katja Becher

Sinsheim - Fassungslosigkeit und Wut nach dem gewaltsamen Tod eines 13-Jährigen in Eschelbach. Hunderte Menschen schließen sich einem Trauermarsch an – dafür gibt es Kritik.

Update vom 1. März: Eine trauernde Menge marschiert durch den Wald im Sinsheimer Stadtteil Eschelbach. Am Fundort des getöteten Sinan liegen Blumen und Kerzen und erinnern an den ermordeten 13-Jährigen. Die Polizei Mannheim schätzt, dass „weit mehr als 500 Personen“ an dem Trauermarsch teilgenommen haben, wie ein Sprecher auf HEIDELBERG24-Anfrage antwortet. Trotzdem sei alles gut verlaufen und es habe keine Verstöße oder Probleme gegeben. In den sozialen Netzwerken werden allerdings Vorwürfe laut. Wie ist ein Marsch mit hunderten Leuten in Zeiten von Corona eigentlich vertretbar?

Sinsheim: Trauermarsch nach Corona-Regeln organisiert

Doch ein Sprecher der Stadt Sinsheim gibt auf HEIDELBERG24-Anfrage Entwarnung. Der gesamte Marsch sei Corona-technisch in Ordnung gewesen. Die von der Familie organisierten Ordner hätten jederzeit auf die Einhaltung von Abständen geachtet und eine Bildung von zu großen Gruppen verhindert. Zudem sei der Rundkurs vom Parkplatz zum Tatort und wieder zurück so angelegt gewesen, dass jeder am Ende sofort wieder in sein Auto steigen konnte. Auf Videomaterial und Fotos ist zudem zu sehen, dass alle Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz getragen haben.

Teilnehmer eines Trauermarsches im Wald.
Über 500 Menschen haben an einem Trauermarsch in Sinsheim teilgenommen. © Julian Buchner / Einsatz-Report24

Ein Trauermarsch sei zudem durch das Versammlungsrecht auch in Zeiten von Corona gedeckt, wie der Sprecher weiter erklärt. Dafür müssen allerdings Regeln eingehalten werden – wie in Sinsheim geschehen. Auch, wenn weit mehr Menschen als erwartet teilgenommen haben. So habe die Familie von Sinan mit etwa 150 bis 200 Teilnehmern gerechnet. Aufgrund der Verbreitung und Anteilnahme in den sozialen Medien sei der Stadt und der Polizei aber sofort klar gewesen, dass es mehr werden würden.

Sinsheim: Trauerzug für ermordeten Sinan (†13) – 600 Menschen versammeln sich am Tatort

Update vom 28. Februar, 13:25 Uhr: Die Anteilnahme nach dem gewaltsamen Tod des 13-Jährigen Sinan ist riesig. Am Samstag nehmen hunderte Menschen in Sinsheim in einem Trauerzug Abschied von dem Jugendlichen, der am Mittwoch (24. Februar) erstochen an einem Waldstück im Ortsteil Eschelbach gefunden wurde. Der Tatverdächtige, gegen den nun wegen heimtückischen Mordes ermittelt wird, ist gerade einmal 14 Jahre alt. Die Bluttat soll aus Eifersucht geschehen sein.

Nach HEIDELBERG24-Informationen versammelten sich am Sonntag 600 bis 700 Menschen in der Nähe des Tatorts, an dem Sinan ums Leben kam. Trauer und Fassungslosigkeit sind nach der Tat in Sinsheim groß – und sorgt in ganz Deutschland für Entsetzen. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte den Trauerzug am Sonntag ab, um Ausschreitungen zu verhindern. Am Freitag wurde der ermordete 13-Jährige auf dem Friedhof in Sinsheim beerdigt.

Sinsheim: Große Trauer um ermordeten Sinan (†13) – Details der Bluttat machen fassungslos

Update vom 28. Februar, 12:15 Uhr: Angehörige, Freunde und Nachbarn haben dem 13-Jährigen Jungen, der an einem Waldrand in Eschelbach brutal getötet wurde, am Wochenende die letzte Ehre erwiese. Zahlreiche Blumen schmücken das Grab von Sinan auf dem muslimischen Teil des Friedhofs in Sinsheim. Nicht nur in den Gemeinde in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland herrscht noch immer Fassungslosigkeit angesichts der brutalen Tat, die aus Eifersucht geschehen sein soll.

Das Grab des getöteten Jungen auf dem Sinsheimer Friedhof
Das Grab des getöteten Jungen auf dem Sinsheimer Friedhof © Julian Buchner / Einsatz-Report24

Unterdessen sind die Ermittlungen gegen den 14-jährigen Mord-Verdächtigen in vollem Gange. Der Jugendliche, der den ein Jahr jüngeren Sinan mit einem Messer getötet haben soll, beteuert weiter seine Unschuld. Seine Mutter und drei jüngeren Geschwister sollen von der Polizei aus ihrer Wohnung in Eschelbach nun an einen geheimen Ort gebracht worden sein – aus Angst vor Rache durch Angehörige des 13-jährigen Opfers.

Sinsheim: Junge (†13) getötet – jetzt spricht der Mord-Verdächtige (14)

Update vom 26. Februar, 13:30: Zwei Tage nach der Horror-Tat in Sinsheim bricht der Hauptverdächtige sein Schweigen. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg mitteilt, habe der 14-Jährige bei der Eröffnung des Haftbefehls seine Unschuld beteuert. Laut der Polizei soll der Teenager am Tatort mit der Tatwaffe in der Hand und blutverschmierter Kleidung neben der Leiche gestanden haben. Unterdessen steht auch das Obduktionsergebnis fest. Das Opfer ist demnach an „Verbluten nach innen“ verstorben.

Sinsheim: Familiengericht nach erster Tat nicht informiert

Zudem ist auch bekannt geworden, dass das Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises nach diesem ersten Messerangriff im November 2020 nicht das Familiengericht eingeschaltet hat. Nach Angaben des dafür zuständigen Landgerichts Heidelberg wird das Familiengericht mit Fällen von Gefahr für das Kindeswohl befasst. Wie ein Gerichtssprecher erklärt, sei in diesem Fall aber wahrscheinlich aus Sicht des Jugendamtes weder Sorgerechtsentzug für die verwitwete Mutter noch Zwangsunterbringung
des Jungen nötig gewesen.

Mitte Januar hat zudem das Familiengericht, nachdem sie die Akte der Staatsanwaltschaft erhalten haben haben, Kontakt zum Jugendamt hergestellt, um sich über die ergriffenen Maßnahmen zu erkundigen. Nur wenige Tat vor dem Mord habe das Gericht eine weitere routinemäßige Anfrage an das Jugendamt gestellt. Diese ist wohl nicht mehr vor der Tat eingegangen.

Sinsheim: Junge (14) unter Mord-Verdacht – lockte er sein Opfer (†13) in eine tödliche Falle?

Update vom 26. Februar, 7:30 Uhr: Gegen den 14-jährigen Tatverdächtigen wurde nach der Tötung eines 13-Jährigen in Eschelbach bei Sinsheim Haftbefehl wegen Mordes aus Heimtücke erlassen. Alle Zeichen deuten auf eine geplante Tat aus Eifersucht – wegen eines Mädchens, das bei dem Fund der Jungen-Leiche an einem Waldrand ebenfalls von der Polizei aufgegriffen wurde. „Zwei Personen standen daneben. Der 14-Jährige hatte Blut an den Kleidern. Er hielt ein Messer in der Hand.“, zitiert die BILD einen Sprecher der Kripo Mannheim. Wurde der 13-Jährige von seinen Freunden in eine tödliche Falle gelockt?

Sinsheim: Mord-Verdächtiger (14) machte Anti-Aggressionstraining

Update vom 25. Februar, 17:06 Uhr: Wie das Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises am Nachmittag schriftlich mitteilt, hat der damals noch 13-jährige Tatverdächtige nach seiner Messer-Attacke auf einen Mitschüler im November 2020 mehrere Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht. Dort hat er auch ein Anti-Aggressionstraining begonnen. Die Familie wurde durch das Kreisjugendamt weiterhin betreut und unterstützt. Das ist bislang über den mutmaßlichen Täter bekannt.

Sinsheim: Tat aus Eifersucht? Verdächtiger Junge (14) wegen Mordes verhaftet

Update vom 25. Februar, 15:51 Uhr: Gegen den Beschuldigten kommt es am Donnerstag um 15:40 Uhr zur Vollstreckung des Haftbefehls. Der Teenager wird in eine Jugendjustizanstalt gebracht, wie auf einer Pressekonferenz verkündet wurde. Laut Siegfried Kollmar, Leiter der Kripo Heidelberg, liegt das Mordmerkmal der Heimtücke vor, die Tat soll geplant gewesen sein. Die Tat könnte durch Eifersucht um ein Mädchen begründet sein. Eine Obduktion des Opfers ist bereits durchgeführt worden – das schriftliche Ergebnis liegt jedoch noch nicht vor. Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Täters lägen derzeit nicht vor.

Wir wollen der Familie und den Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Die Tat liegt wie ein Schatten über unserer Stadt. Die Bevölkerung ist bis ins Mark getroffen und ist zutiefst bewegt“, so der Sinsheimer OB Jörg Albrecht (52, parteilos) betroffen. „Ich kann mich an wenige Ereignisse erinnern, die auch mir so unter die Haut gehen, wie dieser Vorfall in Eschelbach“, so das Stadtoberhaupt weiter. Er werde den Kontakt zur Familie suchen und sein Mitgefühl nochmal persönlich überbringen.

Wie Siegfried Kollmar weiter sagt, handelt es sich bei Täter und Opfer um Jungen mit türkischem Hintergrund. Das spätere Opfer ist bewusst in den Wald gelockt worden. Es soll einen kurzen Kampf gegeben haben, da der Täter bei seiner Festnahme schmutzige und blutverschmierte Kleidung an hatte. Der Beschuldigte habe sich widerstandslos festnehmen lassen, direkt sein Messer fallen gelassen. Ob das strafunmüdige Mädchen, das womöglich Auslöser dieses Dramas ist, an der Tat beteiligt war, weil es womöglich unter Druck gesetzt wurde, sei derzeit noch unklar. Sie wurde ebenfalls in der Nähe des Tatorts angetroffen.

Sinsheim: Junge (14) unter Mord-Verdacht – Ermittler nennen schockierende Details zur Tat

Update vom 25. Februar, 12 Uhr: Polizei, Staatsanwaltschaft Heidelberg und Jörg Albrecht geben am Donnerstagnachmittag gegen 15:30 Uhr eine Pressekonferenz. Weitere Details zu dem schrecklichen Fall in Sinsheim werden dabei genannt. Bei der Konferenz gelten strenge Corona-Maßnahmen. Unterdessen hat sich der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht zu der grausamen Tat geäußert. In seinen neun Jahren an der Stadtspitze habe er so etwas Schlimmes noch nicht erlebt.

Die Betroffenheit ist groß, das trifft einen Ort in Mark“, erklärt der 52-Jährige. Er werde den Angehörigen des getöteten Jungen im Laufe des Tages sein Beileid ausdrücken. In Anbetracht der Angst vieler Eltern nach der Tat erklärt Albrecht zudem, dass es keinen Anlass dafür gebe, in Panik zu geraten.

Sinsheim: Junge (14) unter Mord-Verdacht – Ermittler nennen schockierende Details zur Tat

Update vom 25. Februar, 8:30 Uhr: Die Spurensicherung am Tatort bei Sinsheim sind mittlerweile abgeschlossen. Rund um den Fundort des toten 13-Jährigen ist die Polizei jedoch weiterhin mit starken Kräften im Einsatz. Das teilen Polizeipräsidium Mannheim und Staatsanwaltschaft Heidelberg am Donnerstagmorgen gemeinsam mit. Die Ermittler gehen nach dem Fund einer Jungen-Leiche am Waldrand in Eschelbach von einem Gewaltverbrechen aus: Der 13-jährige Junge sei demnach mit einem Messer getötet worden. Die Hintergründe der Tat seien nach Angaben der Polizei allerdings weiterhin offen. Weitere Erkenntnisse soll nun die Obduktion der Leiche bringen, die für den heutigen Donnerstag vorgesehen ist.

Weiter teilen die Ermittler mit, dass der festgenommene 14-Jährige bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sei – unter anderem wegen „einer schweren Gewalttat“, zu deren Zeitpunkt der Junge allerdings noch nicht strafmündig war. Der mutmaßliche Täter soll am 23. November 2020 einem Mitschüler an der Östringer Thomas-Morus-Realschule mehrfach mit einem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Beim damaligen Opfer soll es sich jedoch nicht um den jetzt erstochenen Jungen handeln.

Er soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittler konzentrieren sich aktuell neben der Spurenauswertung auf das persönliche Umfeld des Opfers und des Täters. Sie gehen davon aus, dass die beiden sich kannten. Über die schreckliche Gewalt-Tat in Sinsheim berichtet auch echo24*.

In der Nähe dieses Waldstücks in Eschelbach wurde die Leiche eines 13-Jährigen gefunden.
In der Nähe dieses Waldstücks in Eschelbach wurde die Leiche eines 13-Jährigen gefunden. © Julian Buchner/Einsatz-Report24

Sinsheim: Leiche eines 13-Jährigen gefunden – Jugendlicher (14) unter Mord-Verdacht

Update vom 25. Februar, 7 Uhr: Der Schock in der Gemeinde Eschelbach sitzt nach dem Fund der Leiche eines 13-jährigen Jungen tief. Noch ist völlig unklar, was sich an dem Waldrand bei Sinsheim zugetragen haben könnte. Die Mordkommission ermittelt nach der Festnahme eines 14-Jährigen, der unter Verdacht steht, den Schüler getötet zu haben, auf Hochtouren. „Über die Hintergründe und das Verhältnis der beiden zueinander können wir noch nichts sagen. Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochabend zur BILD. Im Laufe des Donnerstags könnte es weitere Details zu dem schrecklichen Vorfall bei Sinsheim geben.

Sinsheim: 13-jähriger Junge tot am Waldrand gefunden – Polizei verhaftet 14-Jährigen

Erstmeldung vom 24. Februar, 21 Uhr: Am Mittwochnachmittag wird am Waldrand in einem Feldgebiet bei Sinsheim-Eschelbach (Baden-Württemberg) ein 13-jähriger Junge tot aufgefunden. In unmittelbarer Tatortnähe hat die Polizei einen 14-Jähriger festgenommen, der im Verdacht steht, den 13-Jährigen getötet zu haben. Der Tatort wird weiträumig abgesperrt. Zum Anfertigen von Übersichtsaufnahmen setzt die Polizei einen Hubschrauber ein. Das Dezernat Kapitalverbrechen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat mit Unterstützung der Spezialisten der Zentralen Kriminaltechnik die Ermittlungen übernommen. In welcher Beziehung Opfer und Verdächtiger zueinander stehen, ist nicht bekannt. Mit weiteren Details ist am Donnerstag zu rechnen. Die Polizei bittet in den sozialen Netzwerken darum Spekulationen zu den Hintergründen der Tat zu unterlassen.

Sinsheim: 14-Jähriger nach Fund von Jungen-Leiche verhaftet – wurde er schon einmal straffällig?

In Sinsheim und Umgebung sorgt der Polizeieinsatz viel Aufregung. Laut Rhein-Neckar-Zeitung sollen Eltern auf der Suche nach ihren Kindern das ganze Gebiet abgefahren haben. Schnell ist durchgesickert, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen 14-Jährigen handeln soll. Der Teenager soll schon einmal eine andere Person mit einem Messer verletzt haben. Der Ortsvorsteher wirkt laut der Zeitung wie benommen. Er hat als einer der Ersten gewusst, dass es sich bei Opfer und Verdächtigen um Schulkinder handelt. (pol/kp)

Auch interessant

Kommentare